Aufklärungsquote

In der jährlichen Polizeilichen Kriminalstatistik wird neben Anzahl und Art der Straften in Deutschland auch die Aufklärungsquote ausgewiesen. Diese besagt, wie viel Prozent aller Taten von der Polizei aufgeklärt werden konnten.

Wann gilt ein Fall als aufgeklärt?

Ein Fall gilt in der polizeilichen Kriminalstatistik dann als aufgeklärt, wenn die Polizei einen oder mehrere Tatverdächtige mit hinreichendem Tatverdacht ermittelt hat. Nicht von Belang ist dabei, ob der Tatverdächtige von der Justiz angeklagt oder verurteilt wird. Diese Fälle erscheinen in der Statistik der Justiz. Bei der Aufklärungsquote in der polizeilichen Kriminalstatistik bleibt auch die Dunkelziffer, also die Anzahl der begangenen, aber nicht amtlich registrierten Straftaten, unberücksichtigt. 

Kontrolldelikte und Dunkelfelder

Die Aufklärungsquote ist sehr unterschiedlich hoch, je nachdem um welche Tat es sich handelt. Tötungsdelikte und Körperverletzungen haben eine eher hohe Aufklärungsrate, Diebstähle eine geringe. Eine Besonderheit gibt es auch im Bereich der sogenannten Kontrolldelikte. Dies sind Straftaten, die überhaupt nur durch Polizeikontrollen entdeckt werden, etwa Drogendelikte oder Umweltkriminalität. Hier gibt es meist eine sehr hohe Aufklärungsquote, aber auch ein großes Dunkelfeld. Denn wo nicht kontrolliert wird, bleiben die Taten im Verborgenen. 

Wie hoch sind die Aufklärungsquoten?

Im Jahr 2011 wurden bundesweit 5.990.679 Straftaten polizeilich registriert. Die Gesamtaufklärungsquote lag mit 3.276.153 aufgeklärten Fällen bei 54,7 Prozent. Was die Quote betrifft, gab es allerdings große Unterschiede zwischen den einzelnen Delikten: Mit 99 Prozent war die Aufklärungsquote bei Leistungsdelikten, insbesondere bei Beförderungs- und Sozialleistungsbetrug, besonders hoch. Auch annähernd jede Straftat gegen das Aufenthalts-, Asylverfahrens- sowie das Freizügigkeitsgesetz der EU wurden aufgeklärt (Quote: 98,4 Prozent). Mit 96,1 Prozent war die Aufklärungsquote bei Mord und Totschlag und mit 94,7 Prozent bei Rauschgiftdelikten ebenfalls hoch. Auch 90 Prozent der bei der Polizei erfassten Beleidigungen konnten aufgeklärt werden.
Besonders niedrig war hingegen die Aufklärungsquote bei Diebstahl unter erschwerenden Umständen, etwa Fahrrad- oder Wohnungseinbruchsdiebstahl sowie Diebstahl so genannter „unbarer“ Zahlungsmittel wie ec-Karten: Sie betrug im Jahr 2011 nur 15 Prozent. Auch Sachbeschädigungen hatten nur eine Aufklärungsquote von 25,2 Prozent.

Aufklärungsquote in Städten ab 200.000 Einwohner (Beispiele):

  • Augsburg: 70,7%
  • Erfurt: 66,4%
  • Chemnitz: 63,9%
  • München: 60,4%
  • Frankfurt a.M: 59,5%
  • Duisburg: 52,6%
  • Berlin: 46,1%
  • Köln: 44,6%
  • Hamburg: 44,3%
  • Düsseldorf: 44,1%
  • Münster: 43,0%

Weitere Daten bietet die Polizeiliche Kriminalstatistik des Jahres 2011.

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