Islam
2.2 Schiitischer Islam
Die Anhänger der Schia Ali, die Schiiten betrachten Imam Ali als von der Mohammed mehrmals zu Lebzeiten designierten Nachfolger (Kalif) und als ihren ersten Imam an.
Schiiten glauben, dass die Prophetennachfolge nur von einem Imam ausgeübt werden kann, da dieser als Einziger göttlich legitimiert ist. Darauf aufbauend glauben sie, dass nur die Nachkommen des Propheten Mohammed den Heiligen Koran fehlerfrei auslegen und auch vorleben können.
Unter dem Oberbegriff „Schiiten“ werden oft verschiedene Strömungen zusammengefasst, wie die Anhänger der Zwölf Imame, die man oft Dschafariten oder Imamiten nennt, die Ismaeliten, Zaiditen und Aleviten, wobei letztere teilweise Imamiten sind. Faktisch haben aber nur noch die Dschafariten bzw. Imamiten einen nennenswerten Einfluss auf die schiitische Richtung.
Zu den Schiiten gehören auch die Alawiten bzw. Nusairier. Sie sind eine religiöse Gruppierung des Nahen Ostens, die im späten 9. Jahrhundert im Irak entstanden sind. Sie sind nicht zu verwechseln mit den türkischen und kurdischen Aleviten, die in der Kizilbasch-Tradition stehen und wie schon oben genannt auch zu den Schiiten gehören.
2.3 Der Streit zwischen Sunniten und Schiiten
Als der Prophet Mohammed im Jahre 632 überraschend verstarb hatte er seine Nachfolge weder in Glaubensfragen noch in weltlicher Sicht an der Spitze der Muslime geregelt. Sein nächster lebender männlicher Verwandte, der Enkel Hussein, war noch zu jung für seine Nachfolge.
Zum Zeitpunkt des Todes Mohammeds gab es die Unterteilung in Sunniten und Schiiten noch nicht.
Die Mehrheit der Muslime wollte die Nachfolge Mohammeds dem fähigsten Heerführer des Stammes von Mohammed übertragen. Sie setzten sich letztendlich auch durch, es waren die heutigen Sunniten.
Die damalige und auch heutige Minderheit der Muslime, die heutigen Schiiten, jedoch setzten sich dafür ein, dass der Nachfolger Mohammeds aus dessen Familie kommen sollte. Aus ihrer Sicht kam also nur Mohammeds Neffe Ali für dessen Nachfolge in Betracht. Die Schiiten behaupten, dass Mohammed es auch so hinterlassen hatte, aber die Sunniten haben den entsprechenden Passus aus den Korantexten gestrichen.
Dieser Vorwurf der Koranfälschung und die Nachfolgeregelung sind die schwerwiegendsten Streitpunkte im Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten. Dieser seit nahezu 1400 Jahre andauernde Streit wurde in weiten Teilen der muslimischen Welt zum puren Hass.
3. Religiöse Zuordnung der Konfliktparteien
In dieser Tabelle sind Organisationen und Länder mit den religiösen Zuordnungen aufgeführt. Hier sind insbesondere bei den Ländern nicht alle Religionen angeführt, welche in den Ländern praktiziert werden. Es sind lediglich die Religionen mit den meisten Anhängern aufgelistet.
4. Konfliktparteien
Hier werden einige Konfliktparteien (Organisationen und Länder) kurz vorgestellt. Die Kurzdarstellung ist wertungsfrei.

4.1 Der Islamische Staat – IS
Der Islamische Staat ist eine seit 2003 aktive terroristisch agierende Miliz sowie ein seit Juni 2014 deklarierter dschihadistischer „Quasi-Staat„ mit zehntausenden Mitgliedern, der derzeit große Gebiete im Irak und in Syrien und kleinere Gebiete in Libyen beherrscht. Der IS beherrscht derzeit ein Gebiet von nahezu der Größe Großbritanniens. In den Gebieten werden staatliche Strukturen wie Bildungs- und Gesundheitswesen, Justiz und Infrastrukturen aufgebaut. Diese sind zum Teil auch schon funktionsfähig.
Die Organisation hat ihren Ursprung im irakischen Widerstand und bekannte sich anfangs zu Al-Qaida, von deren Führung sie sich etwa Mitte 2013 löste und mit der sie seitdem in zunehmend deutlicher Konkurrenzbeziehung steht. Der IS kämpft im syrischen Bürgerkrieg gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad, aber zugleich auch gegen die Freie Syrische Armee, sowie gegen die kurdische Minderheit im Norden des Landes.
Der IS hat das Ziel, ein Kalifat (Gottesstaat) im Nahen Osten zu errichten. Und zwar im Gebiet der Staaten Syrien, Irak, Libanon, Israel, Palästina und Jordanien. Einige behaupten sogar, dieses Kalifat solle die ganze Welt umspannen. Es gelten die Gesetze der Scharia.
Der IS gilt als die reichste Terrororganisation der Welt mit einem geschätzten Vermögen von zwei Milliarden US-Dollar (Stand Januar 2015). Bei der Eroberung von Mossul und der Plünderung der dortigen Zentralbank, gelangten im Juni 2014 allein 429 Millionen US-Dollar in die Hände der IS. Der IS finanziert sich größtenteils über die Einnahmen vom Verkauf des Rohöls aus eroberten Ölfeldern. Der IS nimmt Zwangspfändungen bei dem Privateigentum von Menschen vor, welche er als Feind einstuft. Der IS verschleppt Menschen, welche er als Irrgläubige einstuft. Diese Menschen werden versklavt, verkauft und zur Zwangsprostitution gezwungen.
Eine besonders lukrative Einnahmequelle sind auch Lösegeldforderungen die durch die Entführung von syrischen und irakischen Christen und anderer erpresst wurden. Mit gekidnappten europäischen Journalisten hat der IS Millionen verdient.
Zu weiteren Geldquellen gehören auch noch Kulturraub, die Erhebung von Zöllen, Einkommensteuer und zahlreiche andere Aktivitäten.
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