Buchbesprechung

REZENSION

Lisken/Denninger/Bäcker, Handbuch Polizei- und Sicherheitsrecht. 8. Auflage 2026

 

Fünf Jahre nach der Vorauflage ist im Januar 2026 das vollständig überarbeitete Handbuch in der 8. Auflage erschienen. Da sich das Polizeirecht heute zudem adäquat nur noch als Teil eines übergreifenden Sicherheitsrechts beschreiben und bewerten lässt, wurde der Titel entsprechend angepasst. Inhaltlich wurde dieser Einbettung allerdings immer schon Rechnung getragen. Alleiniger Herausgeber des im Jahr 1992 von Prof. Dr. Hans Lisken und Prof. Dr. Dr. h.c. Erhard Denninger begründeten Werkes ist nunmehr der an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz lehrende und forschende Prof. Dr. Matthias Bäcker.


Das Handbuch behandelt als Klassiker des hoheitlichen Eingriffsrechts die präventiven und repressiven Aufgaben, Zuständigkeiten und Befugnisse der Polizeien des Bundes und der Länder, der Ordnungsverwaltung sowie der europäischen Sicherheitsbehörden auf hohem Niveau. Dafür steht ein bestens ausgewiesenes Autorenteam aus Wissenschaft und Praxis.


Schwerpunkte liegen im zuletzt von Prof. Dr. Kurt Graulich verantworteten Kapitel 4 (Das Polizeihandeln), das nunmehr durch Prof. Dr. Tristan Barczak gemeinsam mit dem Herausgeber Prof. Dr. Matthias Bäcker neu gefasst worden ist sowie im durch Prof. Dr. Helmut Frister bearbeiteten Kapitel 5 (Polizeihandeln im Strafverfahren). Von besonderer Bedeutung für den Polizeivollzugsdienst sind auch das durch Prof. Dr. Michael W. Müller, Dr. Thomas Schwabenbauer und Prof. Dr. Clemens Arzt umfangreich bearbeitete Kapitel 6 (Informationsverarbeitung im Polizei- und Strafverfahrensrecht) sowie das durch Dr. Michael Kniesel und Prof. Dr. Ralf Poscher gestaltete Kapitel 9 (Versammlungsrecht).


Die 8. Auflage berücksichtigt die bis Ende 2025 in Kraft getretenen Änderungen im Gesetz über den Bundesnachrichtendienst (BNDG), im Bundesverfassungsschutzgesetz (BVerfSchG), im Artikel 10-Gesetz, in der Strafprozessordnung (StPO) sowie im Gefahrenabwehrrecht des Bundes und der Länder. Zudem wurde die aktuelle Rechtsprechung der Verfassungs- und Fachgerichte sowie die bereichsspezifische Literatur eingearbeitet.


Durch die überzeugende Gliederung und eine kompakte Darstellung wird ein umfassender Überblick über die bestehende Rechtslage gewährleistet. Aus der oft unüberschaubaren Stofffülle werden die wesentlichen Informationen herausgearbeitet und klare Antworten gegeben. Dabei ist die Ausgewogenheit der Darstellung als ausgesprochen positiv herauszustellen. Jedem Kapitel sind zudem eine gegliederte Übersicht sowie ein umfangreicher Auszug des bereichsspezifischen Schrifttums vorangestellt. Gemeinsam mit den zahlreichen Anmerkungen wird so eine vertiefende Auseinandersetzung mit der jeweiligen Thematik auf wissenschaftlichem Niveau ermöglicht.


In der Gesamtschau ist das Handbuch Polizei- und Sicherheitsrecht für eine überzeugende Rechtslagebeurteilung in vielen Tätigkeitsfeldern der Sicherheitsbehörden eine bedeutsame Grundlage und gehört als Standardwerk in den Bestand aller größeren Dienststellen. Aber auch Richtern, Anwälten, Rechtswissenschaftlern und Studierenden bietet das Werk umfassende Informationen und damit eine unverzichtbare Hilfe an.



Hartmut Brenneisen, Preetz/Worms




Herausgeber: Matthias Bäcker

Titel: Handbuch Polizei- und Sicherheitsrecht

Auflage: 8. Auflage 2026

Format: 1988 Seiten, 24,5 x 16,5 cm, Hardcover

Preis: 219,00 Euro

ISBN: 978-3-406-80595-0

Verlag: Verlag C. H. Beck oHG