Wissenschaft  und Forschung

Diskriminierungsrisiken im polizeilichen Handeln

Teil 5: Sexarbeitende

 

6 Lösungsansätze


Egal ob Schutz- oder KriminalpolizeiPolizistinnen und Polzisten dürfen Prostituierte wegen ihrer Tätigkeit weder moralisch verurteilen noch diese vorrangig als Opfer wahrzunehmen. Es ist zunächst einmal davon auszugehen, dass Sexarbeitende eine Entscheidung getroffen haben, diese Tätigkeit auszuüben, auch wenn diese mit bestimmten Gefahren für sie verbunden ist. Somit ist ihnen mit Respekt zu begegnen. Um die Diskriminierungsrisiken im Umgang mit diesen Personen zu verringern, bedarf es einer intensiven Auseinandersetzung in Ausbildung, Studium und Beruf mit dem Thema, den gesellschaftlichen Vorurteilen gegen Sexarbeitende („Hurenstigma“) und den eigenen handlungsleitenden Narrativen.


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Quellen:


BKA (2025). Bundeskriminalamt - Bundeslagebild Menschenhandel und Ausbeutung 2023, aktualisiert 12.3.2025.https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/JahresberichteUndLagebilder/Menschenhandel/menschenhandelBundeslagebild2023.html?nn=27956 (Abruf 12.7.2025).


BmfSFJ (2025). Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend. Zur Freiwilligkeit in der Prostitution. Rechtsgutachten im Rahmen der Studie zur Evaluation des Gesetzes zum Schutz von in der Prostitution tätigen Personen („ProstSchG“) vom 21.10.2016. (https://www.bmbfsfj.bund.de/resource/blob/266222/ea8784deb9facce667614f8da1fea49f/evaluation-prostschg-gutachten-freiwilligkeit-in-der-prostitution-data.pdf)


Döring, N. & Mohensi, R. (2024). Welches Modell der Prostitutionsregulierung präferiert die Bevölkerung in Deutschland? Ergebnis einer bundesweiten Online-Befragung. Neue Kriminalpolitik, 147-170. (DOI:10.5771/0934-9200-2024-2-147)


Drobnik, J. (2025). Nordisches Modell und Menschenhandel. Datenbezogene Analyse zur rechtlichen und ethischen Auswirkung der Nordischen Modelle in Schweden – Norwegen – Frankreich. Habilitationsschrift Universität Erfurt. (https://www.db-thueringen.de/receive/dbt_mods_00066057)


KFN (2025). Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen e.V. Abschlussbericht. Evaluation des Gesetzes zur Regulierung des Prostitutionsgewerbes sowie zum Schutz von den in der Prostitution tätigen Personen (Prostituiertenschutzgesetz- ProstSchG). Im Auftrag vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BmfFSFJ) (https://kfn.de/forschungsprojekte/evaluation-des-prostituiertenschutzgesetzes-prostschg/)


Künkel, J. (2013). Wahrnehmungen, Strategien und Praktiken der Polizei in Gentrifizierungsprozessen – am Beispiel der Prostitution in Frankfurt a. M. Kriminologisches Journal, 45(3), 180-195.


Künkel, J. & Schrader, K. (2020). Prekarität und Vulnerabilität in der Sexarbeit. Kritische Anmerkung zum Diskurs der „Armutsprostitution“ aus intersektionaler Perspektive. In Dackweiler, R. -M., Rau, A. & Schäfer, R. (Hrsg.). Frauen und Armut – Feministische Perspektiven. Geschlechterforschung für die Praxis, Bd. 5, Opladen, Berlin & Toronto, Verlag Barbara Budrich, 219-237.


Leser, J. (2018). Policing the absence of the victim: an ethnography of raids in sex trafficking operations. In: Sanders, T. & Laing, M. (2018). Policing the sex industry. Protection, paternalism and politics. London and New York, Routledge,109-127.


Leser, J. & Pates, R. (2019). On the affective governmentality of anti-trafficking efforts: an ethnographic exploration. Journal of political power. Routledge (1-19)


MEGAVO-Studie (2024). Motivation, Einstellung und Gewalt im Alltag von Polizeivollzugsbeamten. Deutsche Hochschule der Polizei, Projektbericht 2012-2024.


Paritätische Gesamtverband (2025). Paritätische Position zum Schutz von Sexarbeiter*innen. (https://www.der-paritaetische. de/alle-meldungen/paritaetische-position-zum-schutz-von-sexarbeiterinnen/) 


ProstSchG (Prostitutiertenschutzgesetz).


https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/gesetze/gesetz-zur-regulierung-des-prostitutionsgewerbes-sowie-zum-schutz-von-in-der-prostitution-taetigen-personen-113880 


SAG (2025): SexArbeitsSchutzgesetz. Gesetz für Gleichstellung, Respekt und Rechte in der Sexarbeit. smart-berlin.org/ressourcen/sexarbeitsgesetz-sag/


Schrader, K. (2013). Drogenprostitution. Eine intersektionale Betrachtung zur Handlungsfähigkeit drogengebrauchender Sexarbeiterinnen. Bielefeld, transcript Verlag.


Schröder, L. (2025). Internationaler Hurentag. Schutz statt Strafe. (TAZ vom 2.6.2025).


Studie Aidshilfe (2024): Was brauchen Sexarbeiter*innen für ihre Gesundheit? Eine qualitativ-partizipative Studie zu den gesundheitlichen Bedarfen von Sexarbeiter*innen in Deutschland. (https://www.aidshilfe.de/medien/en/md/what-do-sex-workers-need-for-their-health/


ZDF EcoMedia (2023). Die Sitte – Wie Staat und Polizei über die Moral wachten. (https://www.zdf.de/video/dokus/die-sitte-wie-staat-und-polizei-ueber-die-moral-wachten-100/die-sitte-wie-staat-und-polizei-ueber-die-moral-wachten-von-weimar-bis-zur-nachkriegszeit-100

 

Anmerkungen

 

 

  1. Prof. Dr. Birgitta Sticher ([email protected]) ist Professorin für Psychologie und Führungswissenschaft. Sie hat bis Oktober 2025 am Fachbereich Polizei und Sicherheitsmanagement der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin gelehrt.
  2. Prof. Dr. Claudius Ohder ([email protected]) ist Professor für Kriminologie und hat bis 2020 am Fachbereich Polizei und Sicherheitsmanagement der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin gelehrt. Er ist am Forschungsinstitut für Öffentliche und Private Sicherheit (FÖPS Berlin) tätig.
  3. Die Sexarbeitenden haben ihre Forderungen der aus ihrer Sicht notwendigen Veränderungen in einem SexArbeitsSchutzgesetz (SAG, 2025) formuliert.
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