Prävention

Einbruchschutz – Ein kompetenter Service der Polizei

Von KHK’in a.D. Maria Plötz, Straubing

 

1 Einführung

 

Prävention ist eine der ureigensten Aufgaben der Polizei. Obwohl der Erfolg von Prävention nur bedingt messbar ist, ist der Service der Polizei in Form der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle zum Thema Einbruchschutz besonders wichtig. Personen, die Opfer eines Einbruches geworden sind, befinden sich in einem besonderen Ausnahmezustand. Sie empfinden dies als Eindringen eines Fremden in ihren persönlichen Bereich. Das Ziel der an den Tatort eines Einbruches gerufenen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten ist geprägt von der Strafverfolgung. Sie erkennen den Modus Operandi, das Motiv und versuchen mittels erfolgreicher Spurensuche den oder die Täter zu ermitteln. Auf die Frage der Opfer wie sie dies verhindern hätten können, haben die Ansprechpartner der Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen kompetente Antworten. Diese besonders ausgebildeten Spezialistinnen und Spezialisten der Polizei beraten kostenlos und neutral – auch vor Ort – über richtiges Verhalten und sinnvolle Sicherungstechnik. Interessierte können sich über einen effektiven Einbruchschutz sowohl auf der Homepage der Polizei als auch auf der Website der Einbruchschutzkampagne K-EINBRUCH informieren. Auf diesen Seiten finden sie auch die Erreichbarkeit der örtlich zuständigen Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle.

 

2 Verhaltensempfehlungen


Selbstverständlich muss die eingebaute Technik auch angewendet werden. Ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster. Jedes Fenster ist auch nur bei kurzer Abwesenheit zu schließen. Ebenso sind Haustüren nicht nur zuzuziehen, sondern zu verriegeln. Dies gilt auch für Fenster und Türen in oberen Etagen, die durch vorhandene Aufstiegshilfen, wie Rankhilfen oder Mülltonnen erreicht werden können. Wurde die notwendige Sorgfalt außer Acht gelassen, kommt zu dem Verlust vielleicht einzigartiger Gegenstände noch der Ärger mit der Versicherung.


Die meisten Einbrecher sind keine Profis, sondern Gelegenheitstäter, die Möglichkeiten nutzen, um leicht und schnell in ein Gebäude einzudringen. Sie sind auch mit geringer Beute, wie der kleinen Spardose der Kinder, zufrieden. Somit ist der Sachschaden oft höher als der Diebstahlsschaden und Opfer, die vorher der Meinung waren, keinen Anreiz für einen Einbruch zu bieten, müssen leider ihre Vorstellung revidieren.


Beliebte Einbruchswerkzeuge sind Schraubendreher, die versteckt zum Einbruch mitgebracht und als Hebel effektiv eingesetzt werden können. Sollte aber ein Einbrecher vor Ort – also auch im Garten – geeignetes Werkzeug vorfinden, wird er diese Chance gerne nutzen. Hierzu gehört ebenso der außerhalb des Hauses vermeintlich gut versteckte Schlüssel.


Hinweise auf eine Abwesenheit sollten vermieden und auf Fremde im Viertel oder sogar auf dem Nachbargrundstück geachtet werden. Ein aufmerksames Miteinander schreckt Einbrecher ab und hat bereits mehrfach dazu beigetragen, dass Täter durch die Polizei vor Ort festgenommen werden konnten.


Sowohl in der Bauplanungsphase als auch bei Renovierung eines bestehenden Objekts sollte das Thema Einbruchschutz beachtet werden. Eine Nachrüstung bestehender Fenster und Türen ist ebenfalls möglich.

 

3 Technische Empfehlungen


In der Regel bieten Türen und Fenster nach DIN EN 1627 (mind. Widerstandsklasse RC 2) einen effektiven Einbruchschutz. Die Polizei und die Initiative K-EiNBRUCH bieten weitere Informationen und können Listen von Firmen übergeben, die diese zertifizierten Türen und Fenster herstellen und in der Lage sind, diese Produkte fachgerecht einzubauen. Weder bei Türen noch bei Fenstern beschränkt sich Einbruchhemmung auf ein Detail. Zu einer einbruchhemmenden Tür gehört nicht nur das massive Türblatt mit Türrahmen, sondern auch Schließbleche, die Mehrfachverriegelung und Profilzylinder mit Schutzbeschlägen. Vorhandene Türen können auch nachgerüstet werden z.B. durch Querriegelschlösser. Auch die verschiedenen Komponenten vorhandener Fenster können nachgerüstet werden. Hinzu kommen aufschraubbare Nachrüstsicherungen oder Gitter. Sicherlich wird die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle darauf hinweisen, dass auch Nebeneingangstüren und Kellerfenster gesichert werden müssen.

 


Beratungsgespräch zu Einbruchschutz und Sicherungstechnik.

 

4 Einbruchmeldeanlagen


Während mechanische Sicherungen einem Einbrecher tatsächlich Widerstand entgegensetzen, melden Einbruchmeldeanlagen, dass eine unberechtigte Person versucht einzudringen oder sich bereits im Objekt befindet. Somit steht die Installation einer Einbruchmeldeanlage als zusätzliche Maßnahme im Fokus. Interessierte sollten sich im Bereich von Einbruchmeldeanlagen an der Empfehlung der Polizei orientieren. Es gilt Fehlalarme zu vermeiden. Einbruchmeldeanlagen werden in Außenhautüberwachung und Fallenüberwachung unterschieden. Auch gilt es sich für die Alarmierungsart zu entscheiden, d.h. ob die Alarmierung still oder optisch und akustisch oder auch kombiniert erfolgen soll. Die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle kann hierzu beratend tätig sein und auf kompetente Firmen verweisen.

 

5 Videoüberwachung


Eine Videoüberwachung als alleinige Maßnahme verhindert keinen Einbruch. Sie kann aber die Tataufklärung unterstützen. Die Installation sollte ebenfalls eine Fachfirma übernehmen. Kompetente Firmen bürgen für eine sinnvolle Montage, die besten Komponenten und berücksichtigen den Datenschutz. Grundsätzlich sind Attrappen keine Lösung. Sie werden als solches erkannt und bieten damit nicht den gewünschten abschreckenden Erfolg. Sowohl für Einbruchmeldeanlagen wie Videoüberwachung und insbesondere Smart Home ist der Aspekt des Sabotageschutzes nicht zu unterschätzen. Oftmals bietet die KfW Programme an, die einbruchhemmende Maßnahmen unterstützen, was den Kostenfaktor überschaubar macht. Das Augenmerk auf Einbruchschutz und dessen Umsetzung rentiert sich also mehrfach. Eine neutrale Beratung durch die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle ist ein tolles Angebot.


Bildrechte: ProPK.

 

 

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