Wissenschaft  und Forschung

Migrantenkriminalität – Die Trends verstärken sich

Von Prof. Dr. Bijan Nowrousian, Münster¹

 

4 Deutsche weit überdurchschnittlich Opfer, und zwar gerade auch Opfer von Migrantenkriminalität


Die polizeiliche Kriminalstatistik 2023 zeigt ferner, wie schon 2022, dass Deutsche weiterhin weit überdurchschnittlich Opfer von Straftaten werden.


Im Jahr 2023 wurden insgesamt 1.249.329 Opfer erfasst, was einem Anstieg von 8,5% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Von den erfassten Opfern waren 939.234 deutsche Staatsangehörige (75,2%), während 310.095 keine deutsche Staatsangehörigkeit besaßen (24,8%). Dies bedeutet, dass Deutsche nach wie vor deutlich häufiger Opfer von Straftaten werden als Nichtdeutsche.29


Eine amtliche Statistik zu den Staatsangehörigkeiten von Opfern und Tätern führte weiterhin die Polizei NRW, und auch hier gibt es neue Zahlen, nun für 2022. Danach finden sich 2022 22.347 nichtdeutsche Opfer deutscher Täter, aber 38.053 deutsche Opfer nichtdeutscher Täter.30 Auch hier bestätigt sich also das bekannte Bild.


Ausgehend von Anfragen beim BKA finden sich medial zu diesem Thema auch bundesweite Zahlen, diesmal bezogen auf Minderjährige Opfer. Danach gab es 2023 19.969 deutsche minderjährige Opfer ausländischer Täter (+25% gegenüber 2022), darunter 6.758 deutsche Opfer von Zuwanderern (+23%). Umgekehrt gab es nur 9078 ausländische minderjährige Opfer deutscher Täter (+21%). In 10.042 Fällen waren Täter und Opfer Ausländer (+42%).31 Auch hier findet sich also das gleiche Bild.


Und auch jenseits des statistisch Fassbaren können Gruppen migrantischer Täter das Sicherheitsgefühl für einheimische Deutsche und integrierte Migranten (!) erheblich gefährden. Dies sei an zwei Beispielen illustriert: In jüngerer Zeit scheint eine syrisch-afghanische Jugendbande im Norden der thüringischen Stadt Gera ihr Viertel zu terrorisieren und fiel dabei unter anderem durch einen Gewaltexzess gegen einen 14-jährigen Deutschen auf, den die Täter komplett auf Video aufzeichneten.32 Zum anderen gab es, wiederum in Thüringen, vor etwa zwei Monaten einen Brandbrief von Zugbegleitern. Diese berichteten, dass zwischen Suhl, wo sich eine Erstaufnahmeeinrichtung befindet, und Erfurt junge Zuwanderer die Zugbegleiter bedrohten, belästigten und selbstverständlich niemals mit Fahrkarte fuhren. Das Maß an Aggressivität war dabei derart hoch, dass die Zugbegleiter ihre Arbeit kaum noch verrichten konnten und teilweise vor den Zuwanderern regelrecht fliehen mussten.33 Es wäre ein schwerer Fehler, die verunsichernde Wirkung solcher Einzelvorgänge auf das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu unterschätzen, nur weil man sie vielleicht nicht gut statistisch erfassen kann. Denn sie beleuchten im Brennglas und für die Betroffenen traumatisierend erlebbar die statistischen Befunde, die sich sehr gut erfassen lassen und die Gegenstand der Artikelserie des Verfassers waren. Es ist daher auch keineswegs irrational, wenn die Menschen in solchen Geschehnissen einen Beleg für ein sich vergrößerndes Kriminalitätsproblem und für ein zunehmendes Problem gerade migrantischer Kriminalität sehen. Denn genau diese Entwicklungen stehen eben hinter vielen Einzelmeldungen.

 

5 Fazit


Die aktuellen Zahlen machen insgesamt deutlich, dass sich die ohnehin schon problematischen Entwicklungen im Kontext von Migrantenkriminalität im vergangenen Jahr noch verschärft haben – und daher eine ohnehin bereits ausgesprochen heikle Lage sich weiter dramatisch zuspitzt. Diese Entwicklung bedroht die Fundamente des gesellschaftlichen Zusammenhalts und des öffentlichen Friedens, weil sie den öffentlichen Raum massiv unsicherer machen und damit das Grundvertrauen in Staat und Gesellschaft unterminieren. Vor diesem Hintergrund ist die Lage für weitere Beschwichtigungsrituale und ausschließlich politisch motivierte Diskursverbote schlicht zu ernst. Das Problem Migrantenkriminalität gehört vielmehr ganz oben auf die Tagesordnung – und dies auf der Basis ehrlicher Zahlen, mögen sie politisch noch so unbequem sein. Was dabei konkret zu tun ist, konnte aus Kapazitätsgründen schon in den Vorgängerartikeln nur skizziert werden und erfordert eigene ausführliche Debatten.


Auf einen Aspekt möchte der Verfasser aber ausdrücklich hinweisen: Blickt man auf die Zunahme von Kriminalität seit der faktischen Grenzöffnung 2015, so wird deutlich, dass die gesamte Herangehensweise in Deutschland das Pferd von der falschen Seite aufzuzäumen versucht. Denn es macht recht wenig Sinn, die Grenzen für jedermann zu öffnen und so – ausdrücklich: neben Integrierbaren (!) – auch überproportional viele Integrations- und Regelverweigerer ins Land zu lassen – und dann zu überlegen, wie man mit deren Kriminalität am besten umgehen könnte. Denn so überfordert man alle relevanten Akteure und Institutionen, von der Sozial- und Jugendarbeit über Kindergärten und Schulen bis zu Ausländerämtern, Polizei, Justiz und Strafvollzug. Moralisch richtig und sogar moralisch überlegen erscheint eine solche Politik ihren Verfechtern daher auch nur, weil sie die negativen Folgen einfach ausblenden oder gar wegzuleugnen versuchen. Aber die Folgen sind da und sie sind spürbar – vor allem im Verlust des öffentlichen Raums. Und auch, wenn ein Ende der Masseneinwanderung über das Asylsystem gewiss nicht die einzige Antwort sein kann: Ohne ein Ende der Politik der offenen Grenzen ist auch eine Lösung des Problems der Migrantenkriminalität realistisch schlicht nicht zu haben.