Migrantenkriminalität – Die Trends verstärken sich
Von Prof. Dr. Bijan Nowrousian, Münster¹
2 Höhere Kriminalitätsbelastung bei Menschen mit Migrationshintergrund umso ausgeprägter, je gewalttätiger die Delikte sind
Die Daten der polizeilichen Kriminalstatistik für die Jahre 2022 und 2023 bestätigen im Vergleich weiter den Trend einer höheren Kriminalitätsbelastung bei Menschen mit Migrationshintergrund insbesondere bei gewalttätigen Delikten.
Die Gewaltkriminalität insgesamt stieg im Jahr 2023 um 8,6% auf 214.099 Fälle, verglichen mit 197.202 Fällen im Jahr 2022. Die Zahl der Tatverdächtigen erhöhte sich dabei von 178.224 auf 190.605, was eine Zunahme von 6,9% bedeutet. Die Zahl der deutschen Tatverdächtigen blieb dabei relativ konstant (111.517 gegenüber dem Vorjahreswert von 109.138), während die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen von 69.086 um 14,5% auf 79.088 stieg. Der Anteil von „Zuwanderern“ stieg dabei noch stärker, nämlich um stolze 20,3% von 21.388 auf 25.732.13 Der Ausländeranteil lag damit bei Gewaltdelikten insgesamt bei 41,49% – und ist also signifikant höher als die ohnehin schon hohen 34,4% Ausländeranteil bei den Straftaten insgesamt.
Blickt man auf einzelne Gruppen der Gewaltdelikte, ergibt sich wiederum das gleiche Bild: die Zunahme von Taten, die Zunahme von migrantischen Tätern und eine noch höhere Kriminalitätsbelastung als bei den Straftaten insgesamt.
Die Fälle von Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen etwa erhöhten sich um 2,1% von 2.236 im Jahr 2022 auf 2.282 im Jahr 2023. Die Zahl der deutschen Tatverdächtigen ging dabei sogar leicht zurück (von 1.591 auf 1.568), während die der Migranten insgesamt von 1.108 auf 1.221 stieg, also um 10,2%. Unter den Tatverdächtigen erhöhte sich 2023 mit 395 Zuwanderern dabei deren Quote um 14,8% gegenüber 2022 (Vorjahr: 344).14 Der Ausländeranteil insgesamt lag bei 43,78%.
Die Delikte der Vergewaltigung, sexuellen Nötigung und des sexuellen Übergriffs in besonders schwerem Fall stiegen um 2,4% von 11.896 Fällen im Jahr 2022 auf 12.186 Fälle im Jahr 2023. Die Zahl der Tatverdächtigen insgesamt stieg dabei um 2,5%, die der deutschen Tatverdächtigen um 1,5%, die der ausländischen um 4,2% und die der Zuwanderer um 3,3%. Der Ausländeranteil an allen Tatverdächtigen betrug 2023 37,24%.15 Bei Gruppenvergewaltigungen ist der Ausländeranteil freilich noch signifikant höher, nämlich seit 2016 stets um die 50%.16
Die Raubdelikte verzeichneten wie geschildert einen deutlichen Anstieg um 17,4% von 38.195 Fällen im Jahr 2022 auf 44.857 Fälle im Jahr 2023. Die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen bei Raub stieg ebenfalls signifikant von 12.270 im Jahr 2022 auf 15.013 im Jahr 2023, was einer Zunahme von 22,4% entspricht. Bei Zuwanderern war der Anstieg mit 28,5% sogar noch höher (4.314 Tatverdächtigen aus dieser Gruppe im Jahr 2022 gegenüber 5.544 im Jahr 2023). Der Gesamtanteil von Ausländern bei Raubdelikten machte 2023 46,43% aus.17
Die Fälle gefährlicher und schwerer Körperverletzung stiegen um 6,8% von 144.663 im Jahr 2022 auf 154.541 im Jahr 2023, die der Tatverdächtigen um 6,3% von 144.430 auf 154.475. Die Zahl der deutschen Tatverdächtigen erhöhte sich dabei nur um 1,2%, die der Ausländer insgesamt hingegen um 14,4% und die der Zuwanderer um 20,7%. Der Ausländeranteil betrug in der Summe 41,2%.18
Schwer zu erfassen ist dabei nach wie vor die Zahl der Messerangriffe. In der PKS 2023 war diese gegenüber 2022 relativ konstant. Erfasst wurden Messerangriffe jedoch nur im Kontext von gefährlicher oder schwerer Körperverletzung sowie von Raubtaten.19 Aus den Bundesländern kommen indes, teils zumindest, in der Tendenz andere Zahlen: In Hamburg stieg die Zahl der Messerangriffe von 1.127 Fällen im Jahr 2022 auf 1.269 im Jahr 2023.20 Und NRW verzeichnete mit 6.221 erfassten Fällen von Messergewalt im Jahr 2023 ein Plus im Vergleich zu 2022 von 48,4%. Der Ausländeranteil lag dabei bei 47,4%.21
Ebenso zeigt sich im Bereich der organisierten Kriminalität auch im nun vorgestellten Berichtszeitraum (hier: 2022) eine hohe Beteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund. Allerdings bewegten sich die Gesamtzahlen an Tatverdächtigen und Verfahren sowie der Ausländeranteil hier kaum.22 Das Bundeslagebild zur organisierten Kriminalität für das Jahr 2022 hebt indes noch einmal hervor, dass 72% der Verfahren eine „internationale Tatbegehung“ aufwiesen23 (gegenüber 70,7% 2021)24, sodass auch im Jahr 2022 organisierte Kriminalität stark migrantisch geprägt war.
Und auch jenseits der Gewaltkriminalität bleibt es ebenfalls dabei, dass der Migrantenanteil besonders hoch ist, wenn auch die Schwere des Delikts besonders hoch ist. Dies sei am Wohnungseinbruchsdiebstahl illustriert, bei dem der Migrantenanteil 2023 mit 42,93%25 noch einmal deutlich über dem Migrantenanteil an den Straftaten insgesamt lag.
3 Höhere Kriminalitätsbelastung bei Menschen mit Migrationshintergrund nicht bei allen Migranten, sondern vor allem bei männlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit den Migrationshintergründen „Nahost“, „Schwarzafrika“, „Balkan“ sowie in Teilen „Osteuropa“
Die Analyse der polizeilichen Kriminalstatistik 2022 und 2023 zeigt, dass die erhöhte Kriminalitätsbelastung bei Menschen mit Migrationshintergrund nicht gleichmäßig über alle Gruppen verteilt ist. Besonders betroffen sind männliche Jugendliche und junge Erwachsene aus bestimmten Herkunftsregionen. Dieser Befund für das Jahr 2022 bleibt auch 2023 gleich – wobei es erneut dieselben Herkunftsländer sind, die durch eine erhöhte Kriminalitätsbelastung auffallen. Von den 923.269 nichtdeutschen Verdächtigen waren etwa 61.052 Afghanen, 13.146 Marokkaner, 50.462 Polen, 63.283 Rumänen und 14.973 Russen.26 Das Problem „Migrantenkriminalität“ behält damit seine auch kulturell-mentale Seite, die der Verfasser im Blick auf die Herkunftsregionen und die dort teils geltenden Werte und Regeln bereits im Vorgängerartikel herausgearbeitet hat.
Eine besonders große Rolle bei der Kriminalitätsentwicklung spielt dabei auch im Berichtszeitraum 2023 die seit 2015 massiv gestiegene Zuwanderung über das Asylrecht. „Zuwanderer“ über das Asylrecht stellen nicht nur einen erheblichen Anteil an den Tatverdächtigen insgesamt, sondern tragen überdies kontinuierlich zur Zunahme von Straftaten bei. Dabei dominieren neben Diebstahlsdelikten gerade auch Rohheitsdelikte, wobei diejenigen Herkunftsregionen besonders überproportional vertreten sind, die dies auch sonst bei Migrantenkriminalität sind. Zuwanderung über das Asylsystem ist daher seit 2016 ein ebenso maßgeblicher wie kontinuierlicher Faktor für die negative Kriminalitätsentwicklung in Deutschland.27 Die Masseneinwanderung über das Asylrecht seit 2015 hat Deutschland also signifikant und anhaltend unsicherer gemacht.
Für Berlin hat die Polizeipräsidentin Slowik das Wesentliche zum Problemfeld der Gewaltkriminalität daher auch treffend so zusammengefasst: „Zugespitzt formuliert: Nach unseren Zahlen ist die Gewalt in Berlin jung, männlich und hat einen nicht-deutschen Hintergrund. Das gilt auch für Messergewalt.“28
Dass eine erhöhte Kriminalitätsbelastung bestimmter Gruppen natürlich nicht sagt, dass alle zur Gruppe Gehörenden kriminell sind, ist dabei eigentlich selbstverständlich, sei aber gleichwohl noch einmal ausdrücklich angemerkt. Auch unter weit überdurchschnittlich kriminalitätsbelasteten Gruppen finden sich daher gut Integrierbare und gut Integrierte. Es gibt eben lediglich einen höheren Anteil an „Problemfällen“ – und nur um diese geht es hier.
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