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Fußball-WM 2006 in Deutschland

Fußball-WM 2006TM in Deutschland: Kooperationen in Rheinland-Pfalz
Großeinsatz unter Beteiligung aller Behörden und Einrichtungen
Von Jürgen Schmitt, Polizeidirektor, Polizeipräsidium Westpfalz,
PG WM 2006

In der Zeit vom 09. Juni bis zum 09. Juli 2006 findet in Deutschland die Endrunde um die Fußballweltmeisterschaft 2006 (WM 2006) statt. Veranstaltet wird die WM 2006 vom Weltfußball-Verband FIFA, in dessen Auftrag der Deutsche Fußball Bund (DFB) als Ausrichter fungiert. Rund 3,5 Millionen Zuschauer werden in den Stadien und eine noch höhere Zahl von Gästen aus aller Welt erwartet. Bis zu 15.000 zu akkreditierende Medienvertreter aus aller Welt werden aus Deutschland nicht nur über die Fußballspiele berichten. Dies führt zu einer enormen medialen Aufmerksamkeit und Präsenz rund um den Globus. Mit dem nachfolgenden Beitrag sollen die verschiedenen Kooperationen, die zur Planung und Lagebewältigung erforderlich sind, dargestellt werden.

Jürgen Schmitt,
Polizeidirektor
Polizeipräsidium Westpfalz

Inhalt:

1 Vorbemerkungen
2 WM-Stadt Kaiserslautern
3 Kooperationen in der Planung
3.1 Interne Kooperationen
3.1.1 Allgemeine Taktik (HP 1)
3.1.2 Kriminalpolizeiliche Maßnahmen (HP 2)
3.1.3 Verkehr (HP 3)
3.1.4 Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (HP 4)
3.1.5 Zentrale Dienste (HP 5)
3.1.6 Besondere Aufbauorganisation (BAO, HP 6)
3.1.7 Polizeiliches Informationsmanagement (HP 7)
3.1.8 Allgemeine Aufbauorganisation
(HP 8)
3.1.9 Aus- und Fortbildung (HP 9)
3.2 Externe Kooperationen
3.2.1 Stadt Kaiserslautern
3.2.2 Bundespolizei
3.2.3 Not- und Katastrophenschutz
3.2.4 Justiz
3.2.5 DFB – OK Kaiserslautern
4 Die Sicherheitskonzeption
Rheinland-Pfalz5 Fazit

1 Vorbemerkungen
In wenigen Tagen beginnt in Deutschland die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Vor 32 Jahren war Deutschland zum ersten und bis heute zum letzten Mal Gastgeberland dieses großen Fußballfestes. Damals gab es keine Spiele in Rheinland-Pfalz. Dass bei diesem weltweiten Sportereignis, das neben den Olympischen Spielen einzigartig ist, fünf Spiele im Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern ausgetragen werden, stellt für die Polizei Rheinland-Pfalz eine große Herausforderung und zugleich die Verpflichtung dar, sich als professionelle, freundliche und hilfsbereite Polizei zu zeigen.
Wert und Wichtigkeit dieses weltweit größten Medienereignisses beschränken sich nicht nur auf vier Vorrundenspiele und ein Achtelfinalspiel auf dem Betzenberg. Die Durchführung einer Fußballweltmeisterschaft ist ein nicht hoch genug einzuschätzender Imagefaktor, eine Job - und Wachstumschance für das Land und die einmalige Chance, Kaiserslautern als Wissenschafts- und Hightech-Standort bekannt zu machen.
Zur Bewältigung dieses Weltereignisses müssen einerseits die bestehenden Kooperationen aller Sicherheitsinstitutionen vertieft und verstärkt werden. Daneben gilt es aber auch, neue Wege zu beschreiten, neue Zusammenarbeitsformen auszuloten und zu leben.

2 WM-Stadt Kaiserslautern
Kaiserslautern ist mit rund 100.000 Einwohnern die kleinste aller WM-Städte, mit allen Vor-, aber auch Nachteilen. Als Vorteile sind einerseits zunächst die kurzen innerstädtischen Wege zu nennen, die sonst kein WM-Austragungsort zu bieten hat. Sämtliche WM-relevanten Örtlichkeiten sind innerhalb von Minuten zu Fuß zu erreichen. Hauptbahnhof, WM-Meile, Public-Viewing-Plätze und das Stadion befinden sich in einem Bereich von maximal einem Kilometer und zudem noch in unmittelbarer Nähe zum Polizeipräsidium Westpfalz. Ein Pluspunkt Kaiserslauterns ist die über Jahre gewachsene Fußballbegeisterung der Bevölkerung und die damit verbundenen Erfahrungen der Polizei im Zusammenhang mit internationalen Spielen des 1. FC Kaiserslautern oder auch Länderspielen. Diese Begeisterung der Bürger zeigte z.B. die Besucherquote von André Hellers „Fußball-Globus“, der in allen WM-Städten und im Mai 2005 in Kaiserslautern zu Gast war. Während in den anderen WM-Austragungsorten rund 10% der Bevölkerung den Globus besuchten, konnte Kaiserslautern die Rekordquote von 38% (38.000 Menschen) für sich verbuchen.

 

Mit Begeisterung reagierten die Pfälzer nach der WM-Auslosung, als feststand, dass die USA in der Vorrunde im Fritz-Walter-Stadion spielen. Amerikaner gehören in Kaiserslautern schon seit Jahrzehnten zum täglichen Leben. Rund 72.000 US-Bürger, davon 55.000 Soldaten, leben derzeit im Großraum Kaiserslautern. „K-Town“ ist in den USA nicht erst seit der Auslosung ein Begriff.

Andererseits sind aber auch die Probleme, die ein Ereignis in der Dimension einer Fußball-WM für Kaiserslautern mit sich bringt, bei der polizeilichen Planung zu berücksichtigen. 100.000 Menschen an einem Spieltag werden die Stadt schnell übervoll werden lassen. Anders als in anderen WM-Städten wird in Kaiserslautern die Anzahl der WM-Besucher annähernd die Höhe der Einwohnerzahl erreichen. In Anbetracht dieses starken Fußgängerverkehrs muss es das Hauptziel der Verkehrsplanung sein, möglichst wenig Fahrzeugverkehr in der Stadt zu haben, zumal hier durch die räumliche Enge weder in der Stadt noch am Fritz-Walter-Stadion ausreichend Parkraum zur Verfügung steht. Dies berücksichtigt das umfassende Park & Ride-Konzept. Mehrere Großraumparkplätze an der Peripherie bieten Platz für insgesamt rund 10.000 Fahrzeuge. Von diesen Plätzen werden die WM-Gäste mit einem seit Jahren funktionierenden und bewährten P & R-System in die Stadt gebracht. Beispielhaft kann hier der neu gebaute Parkplatz „Schweinsdell“ mit 3.000 Stellplätzen genannt werden, der im Dezember 2005 beim DFB-Pokalspiel gegen Mainz 05 erstmals genutzt wurde. Dies trug zu einer erheblichen Entlastung des innerstädtischen Verkehrs bei und lässt auch für die WM hoffen.

Ein anderes Problem von Kaiserslautern: In der Stadt und im näheren Umfeld gibt es nicht genügend Hotels und auch keinen Flughafen. Die WM-Gäste sind deshalb darauf angewiesen, mit Fahrzeugen zu den Veranstaltungen anzureisen. Insofern gilt es, ein Hauptaugenmerk auf das Verkehrskonzept zu legen. Positiv wirkt sich hierbei aus, dass Kaiserslautern sehr gut über das Autobahn- und Fernstraßennetz (BAB 6, 62 und 63 – B 270 und 40) und mit der Deutschen Bahn zu erreichen ist.

Um die Verkehrssituation zu verbessern wurden bzw. werden im Vorfeld der Großveranstaltung eine Reihe von baulichen Maßnahmen durchgeführt, bei denen die Polizei die Möglichkeit hatte, ihre Vorschläge einzubringen und auf die Gestaltung Einfluss zu nehmen.

3 Kooperationen in der Planung
3.1 Interne Kooperationen
Im Oktober 2002 wurde durch das PP Westpfalz eine konstituierende Sitzung zur Vorbereitung von Arbeitskreisen für die Bewältigung des Einsatzes WM 2006 einberufen, an der Verantwortliche der Stadtverwaltung Kaiserslautern, der Hilfsdienste, des 1. FC Kaiserslautern und der Bundespolizei teilnahmen. Ziel war es bereits damals, eine vernetzte Planungsstruktur mit einer engen und kooperativen Zusammenarbeit aller Verantwortlichen herzustellen. Die Kom-
plexität der Planungsaufgaben erforderte die Einrichtung eines modernen Projektmanagements.
Anfang November 2002 wurde im Rahmen dieses Projektmanagements die „Projektgruppe WM 2006“ eingerichtet. Als Kontrollgremium und Entscheiderkreis wurde ein Lenkungsausschuss gebildet.
Die „Projektgruppe WM 2006“ (PG WM 2006) fungiert zudem als „Bindeglied“ für alle im Bereich der WM 2006 landesweit eingebundenen Behörden und Einrichtungen sowie aller landes- und bundesweit bestehenden Kooperationspartner. Die Inhalte des Projektmanagements wurden speziell auf die Belange der Polizei konfiguriert, das Berichtswesen gravierend „abgespeckt“, die Planungsstrukturen gestrafft und das Besprechungswesen vereinheitlicht.
Zentrale Bedeutung kommt dem sogenannten Projektbüro zu. In diesem Bereich laufen die Informationen zusammen und werden entsprechend an die gebildeten neun Hauptprojekte (HP) und 40 Teilprojekte (TP) gesteuert (siehe grafische Darstellung). Dabei wurden bei der Projektbeschreibung alle Behörden und Einrichtungen der Polizei Rheinland-Pfalz eingebunden. Durch regelmäßige Besprechungen sind alle Beteiligten seit Beginn der Planung eingebunden und aktuell informiert. Die Zuordnung der HP erfolgte nach Bewertung der verschiedenen Einsatzfelder. Für alle neun HP wurden entsprechende HP-Leiter aufgrund ihrer fachlichen Erfahrungen oder Funktionen ausgewählt.

Eine weitere Projektgruppe besteht seit 01. Dezember 2003 bei der Zentralstelle für Polizeitechnik. Die Projektgruppe Führungs- und Einsatzmittel für die Fußballweltmeisterschaft 2006 (PG FEM 2006) ist mit der Realisierung der technischen Ausstattung beauftragt und orientiert sich hierbei an folgenden Schwerpunkten:
• Sicherstellung und Optimierung der Einsatzkommunikation
• Modernisierung des Funksystems
• Optimierung des Informations- und Wissensmanagements
• Optimierung der Befehlsstelleninfrastruktur
• Gewährleistung von Maßnahmen mit Freiheitsentzug in größerem Umfang
• Gewährleistung des Schutzes der veranstaltungsbezogenen Einsatzorte

Der gemeinsame Standort der beiden Projektgruppen in Enkenbach-Alsenborn gewährleistet eine enge und effektive Zusammenarbeit.
Unter dem Gesichtspunkt „Technik meets Taktik“ sind beide Projektgruppen im gleichen Gebäude untergebracht.

3.1.1 Allgemeine Taktik (HP 1)
Dieser Bereich wurden in sieben Teilprojekte untergliedert. Diese Aufteilung ergab sich aus der Verzahnung der verschiedenen taktischen Abschnitte. Die Teilprojekte im Einzelnen:
• Raumschutz/Fanbegleitung
• Zugriff
• Stadion
• Personengebundene Schutzmaßnahmen
• Luftsicherheit
• Flughafen Frankfurt/Hahn

3.1.2 Strafverfolgung (HP 2)
Die Gewährleistung einer beweissicheren Strafverfolgung sowie die frühzeitige Verhinderung oder Unterbindung von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten der allgemeinen Kriminalität mit Veranstaltungsbezug sind Kernbereiche dieses taktischen Einsatzabschnittes. Die Teilprojekte im Einzelnen:
• Allgemeine Kriminalität mit Veranstaltungsbezug
• Gefangenensammelstelle
• Akkreditierung/Sicherheitsüberprüfung
• Aufklärung
Fahndung
• Kriminalpolizeiliche Katastrophenkommission

3.1.3 Verkehr (HP 3)
Das Verkehrskonzept berücksichtigt die bereits beschriebenen Besonderheiten der Stadt Kaiserslautern und die City-Lage des Fritz-Walter-Stadions inklusive des fließenden und ruhenden Verkehrs und gliedert sich in die Teilprojekte:
• Park&Ride mit Verkehrserschließung
• Verkehrslenkung und -leitung regional und überregional
• Verkehrslenkung und -leitung der Fußgängerströme
• Lotsung und Mobilität von VIPs, Presse und Ehrengästenl Not- und Katastrophenrouten sowie Rettungswege
• Verkehrsraumüberwachung per Video

3.1.4 Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
(HP 4)
Die polizeiliche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (PÖA) gliedert sich in zwei wesentliche Bereiche. Im Bereich PÖA-Außen werden die Bevölkerung, Besucher, Gäste der FIFA WM 2006, die internationalen und nationalen Medien angesprochen. Zum anderen werden nach innen die Einsatzkräfte durch die Einsatz begleitende Lageorientierung informiert. Während des WM-Einsatzes wird die Informationssteuerung nach außen weiter forciert. In einem gemeinsamen Pressezentrum der Polizei und der Stadtverwaltung Kaiserslautern können über 30 Medienvertreter betreut werden. Hinzu kommen mobile Pressestellen der Polizei als Ansprechpartner der Medienvertreter vor Ort. Der Planungsbereich PÖA besteht aus folgenden TP:
• Einsatz begleitende Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
• Einsatz begleitende Lageorientierung
• Medienkonzept Internet/Intranet
• Gäste-/VIP-Betreuung
• Risiko-/Krisenkommunikation
• Gemeinsames Pressezentrum

3.1.5 Zentrale Dienste (HP 5)
Der Abschnitt Zentrale Dienste ist die Einheit für die Planung, Beschaffung, Be-vorratung, Einteilung, Bereitstellung, Koordinierung und Zuweisung der erforderlichen Führungs- und Einsatzmittel für den WM-Einsatz der Polizei im Land Rheinland-Pfalz und setzt sich aus fünf TP zusammen:
• Logistik
• Technik
• Recht
• Kräftesammelstelle
• Technische Einsatzeinheiten
Die Komplexität des Auftrages, die zeitliche Dimension und die Notwendigkeit des direkten Zusammenwirkens mit den anderen Einsatzabschnitten belegen die Einsatzabschnittswürdigkeit mit eigener Befehlsstelle.

3.1.6 Besondere Aufbauorganisation
(BAO, HP 6)
Im ersten Schritt erfolgt anlassbezogen zur Bewältigung der Lage WM 2006 die Erarbeitung von Besonderen Aufbauorganisationen (BAO). Die BAO steht in engem Zusammenhang mit den einzelnen Spielen sowie den zahlreichen verschiedenen Veranstaltungen, wie den Public-Viewing-Veranstaltungen in Kaiserslautern und im gesamten Land. Die Planung erfolgt in Korrelation zum jeweiligen Besucheraufkommen, der Bedeutung der Veranstaltung, der Brisanz einer Spielpaarung, der Ein- und Ausreise von Fans. Die allgemeine Aufbauorganisation (AAO) des PP Westpfalz wird in modifizierter Form weiter betrieben. Die Einsatzphase wird am 29.Mai 2006 beginnen und sich in mehrere Phasen gliedern:
Einzelne Abschnitte bzw. Organisationseinheiten der BAO haben ihre Tätigkeit in lageangepasstem Umfang bereits aufgenommen.
Bundesweit spielt bei der Einsatzplanung das Kräftemanagement eine dominierende Rolle. Grundsätzlich müssen die Länder und der Bund mit dem jeweils eigenen Personal die Ansätze gestalten.
Gleichwohl muss zeitnah zum Einsatz durch Absprachen und Kooperationen eine gegenseitige Unterstützung von Spezial- und Sonderkräften vereinbart werden (z.B. Delaborierer, SEK, BFE).
Abhängig von der jeweiligen Lage und der zu deren Bewältigung vorgesehenen Struktur wird die Anzahl allein der im Bereich Kaiserslautern einzusetzenden Kräfte Schwankungen unterworfen sein. Die Größenordnung kann im 24-Stunden-Zeitraum zwischen mehreren Hundert und bis zu 3.000 Kräften liegen. Dies erfordert landesweite Kräfterekrutierungen. Neben der Frage des Kräfteeinsatzes ist es erforderlich, die Kräfte auf ihre WM-Aufgaben vorzubereiten.

3.1.7 Polizeiliches Informations-
management (HP 7)
Im Rahmen des Hauptprojektes soll unter Beachtung der Vorschläge der Projektgruppe UA FEK WM 2006 und unter Mitwirkung des LKA Rheinland-Pfalz der polizeiliche Informationsaustausch anlässlich der WM 2006 in einer Gesamtkonzeption verbindlich geregelt werden. Ergänzend zu den in der Rahmenkonzeption erarbeiteten Vorschlägen soll für das Bundesland Rheinland-Pfalz eine einheitliche Verfahrensregelung dergestalt erfolgen, dass unter Vermeidung von Parallel- und Mehrfachsteuerungen grundsätzlich nur noch ein „Eingangs- und Ausgangsportal“ für alle WM-spezifischen Informationen geschaffen wird.

3.1.8 Allgemeine Aufbauorganisation
(HP 8)
Die Bürgerinnen und Bürger erwarten speziell auch während der WM eine jederzeit ansprechbare und schnell verfügbare Polizei, die sich den Alltagsnöten der Menschen annimmt. Es würde einen deutlichen Image- und Vertrauensverlust bewirken, wenn die Polizei einerseits mit einem „Großaufgebot“ für die WM–Belange präsent ist, es ande-rerseits aber nicht schafft, in einer angemessenen und vertretbaren Zeit im „Alltagsgeschäft“ zu agieren. Der Spagat, bei der Alltagsorganisation Personal für den Sondereinsatz einzusparen, andererseits schnell für den Einsatz im Alltagsbereich präsent zu sein, wird beim PP Westpfalz durch eine veränderte Organisationsstruktur geregelt.
Die Polizeipräsidien Mainz, Koblenz, Trier und Rheinpfalz stellen durch lageangepasste und bedarfsorientierte organisatorische Maßnahmen eine höchst mögliche Verfügbarkeit von Einsatzbeamtinnen und -beamten sicher.

3.1.9 Aus- und Fortbildung (HP 9)
Zur Vorbereitung auf den Großeinsatz sind umfassende zentrale und dezentrale Aus- und Fortbildungsmaßnahmen erforderlich. Es handelt sich unter anderem um Fremdsprachenausbildungen, Einsatztrainings und neue Software-Anwendungen. Schwerpunkt in diesem Bereich ist zum einen das zweitägige Einsatzkräfteseminar, das in Kooperation mit der Landespolizeischule entwickelt wurde. Rund 3.000 potenzielle Einsatzkräfte wurden dezentral und landesweit geschult. Im Vordergrund steht die Vermittlung der Einsatzphilosophie und die „interkulturelle Kompetenz“ im Umgang mit ausländischen WM-Gästen.

3.2 Externe Kooperationen
3.2.1 Stadt Kaiserslautern
Die Stadt Kaiserslautern und die Projektgruppe WM 2006 arbeiten seit Beginn der WM-Planungen eng zusammen. Auch die Stadt Kaiserslautern operiert von Beginn an mit einem spezifisch auf ihre Verhältnisse zugeschnittenen Projektmanagement. Es entstand das „WM-Büro“ als Planungsgruppe mit folgenden Planungsbereichen (siehe Grafik):



 

 

 




 

 

Ordnungsamtes als „Doppelspitze“ für den Bereich Sicherheit und Ordnung verantwortlich, hierunter reihen sich die Bereiche Verkehrsmanagement, Not- und Katastrophenplanung, Sicherheit und Ordnung ein. Regelmäßige Besprechungen gewährleisten einerseits den erforderlichen behördenübergreifenden Informationsaustausch. Daneben ist die Polizei frühzeitig in die städtische Planung eingebunden: Die Festlegung der WM-Meile, Standorte der PV-Plätze, Großraumparkplätze – um nur einige zu nennen – entstanden in enger Kooperation.

Das Verkehrsmanagement erfolgt in Zusammenarbeit mit der Straßenverkehrsbehörde der Stadt Kaiserslautern, dem Planungsbüro Arcadis und dem HP 3 (Verkehr) der Polizei.
Ein Ergebnis dieser gemeinsamen Planung ist die gemeinsame Verkehrsleitstelle in den Räumlichkeiten der Westpfälzischen Ver- und Entsorgungsbetriebe GmbH. Die Kräfte der Straßenverkehrsbehörde, der Verkehrsbetriebe, des ADAC und der Polizei werden dort den möglichst reibungslosen Verkehrsablauf gewährleisten. Die räumliche Zusammenlegung wurde im Sinne von kurzen und sicheren Entscheidungs- und Weisungswegen gewählt. Entscheidungen innerhalb der Leitzentrale, die einen Eingriff in das Verkehrsgeschehen nötig machen, werden durch die Polizei und die Straßenverkehrsbehörde umgesetzt. Zur Aufrechterhaltung der Leichtigkeit des Verkehrs, sowie zum frühzeitigen Erkennen von Störungen, werden neuralgische Punkte per Videosystem überwacht.

Die Fußball-WM steht im weltweiten Fokus der Öffentlichkeit. Dabei zählen sportliche Themen, Hintergrundgeschichten von Land und Leuten aber auch Themen der Sicherheit und des Verkehrs zu den Informationsbelangen der Journalisten.
Da die medienbezogenen Interessenlagen von Stadtverwaltung und Polizei in vielen Punkten nahezu deckungsgleich sind, wird am WM-Spielort Kaiserslautern die Stadt zusammen mit der Polizei ein gemeinsames Pressezentrum in der Innenstadt betreiben. Dadurch ist eine zweckgerichtete und aufeinander abgestimmte Pressearbeit in Symbiose mit einer aktuellen sowie medienfreundlichen Bereithaltung und Steuerung von Nachrichten gewährleistet.
In diesem Pressezentrum, das sich in unmittelbarer Nähe des zentralen „Public-Viewing“-Platzes befindet, werden während der WM ständig Mitarbeiter von Stadtverwaltung und Polizei aus dem Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit den Medienvertretern als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Um dem Motto „Die Welt zu Gast bei Freunden“ auch auf dem Gebiet einer Telefonserviceleistung Rechnung zu tragen, wurde bereits frühzeitig die Idee eines gemeinsamen Call-Centers der Stadt Kaiserslautern und der Polizei verfolgt. Die Detailplanungen erfolgen verantwortlich durch je einen Vertreter der Stadt Kaiserslautern und des PP Westpfalz, wobei Entscheidungsvorlagen im „WM Büro 2006“ besprochen und abschließend beschieden werden. Die Investitionen erfolgen überwiegend durch die Stadt Kaiserslautern, wobei der Aspekt der Nachhaltigkeit eine tragende Rolle spielt.
Das Call-Center wird ab dem 03.04.2006 betrieben und soll die Menschen regional, aber auch weltweit, mit Informationen rund um die WM versorgen. Es wird mit Mitarbeitern/innen der Stadt Kaiserslautern, des PP Westpfalz und mit freiwilligen Helfern, sogenannten „Volunteers“ besetzt. Die Aus- und Fortbildung des Mitarbeiterkreises erfolgt durch die Landespolizeischule Rheinland-Pfalz. Die Leitung des Call-Centers erfolgt wechselseitig durch einen Vertreter bzw. eine Vertreterin von Stadt oder Polizei.

Im Vorfeld der WM wurden von der Stadt Kaiserslautern insgesamt drei „Bürgerworkshops“ abgehalten. Intention war es, die Bürgerinnen und Bürger der Stadt frühzeitig in die Planungen einzubinden bzw. Planungsschritte vorzustellen. Dadurch sollte eine Transparenz der Vorgehensweise erreicht und auch Verständnis für Einschränkungen (etwa durch die Verkehrsplanung) hergestellt werden. Zu den Schwerpunkten dieser Veranstaltungen gehörten jeweils auch sicherheitsrelevante Themen. Aus diesem Grund nahmen regelmäßig Beamte der PG WM 2006 an den Workshops teil. Die Polizisten standen den Bürgerinnen und Bürgern für alle sicherheitsrelevanten Fragen zu Verfügung und stellten transparent die Bereiche der Sicherheitsmaßnahmen dar. Darüber hinaus konnten in Arbeitskreisen durch beteiligte Bürger auch für die Polizei noch neue Erkenntnisse gewonnen werden.

Auch im Bereich des integrierten Fan-treffs konnte die Stadt Kaiserslautern und die PG WM 2006 durch gemeinsame Absprachen ein zielorientiertes Konzept erarbeiten.
In dieses Konzept flossen – neben den Erfahrungen der Fanbetreuer des 1. FC Kaiserslautern – auch wichtige Erkenntnisse zweier Streetworker aus Ludwigshafen und Saarbrücken ein. Insbesondere durch das Insiderwissen, beide haben bereits bei internationalen Sportevents in diesen Bereichen mitgewirkt, konnte das Projekt erfolgreich abgerundet werden.
Darüber hinaus erfolgte eine Beteiligung der Polizei bei der Koordinierung eines Fancamps. In diesem Fancamp erhalten junge Menschen mit „schmalem Geldbeutel“ die Möglichkeit, kostengünstig zu übernachten. Dadurch wird diese Besuchergruppe kanalisiert und dem sogenannten „wilden Zelten“ mit all seinen Nachteilen für die Sicherheits- und Ordnungsbehörden vorgebeugt.

Das „jüngste Kind“ des gemeinsamen Projektes der Kooperation von Stadtverwaltung und Polizei ist der Arbeitskreis (AK) „Glasfreie Innenstadt“. Diesem Gremium gehören Mitarbeiter der Polizei und der Stadt Kaiserslautern an. Das Ziel des AK ist die Erarbeitung eines Konzeptes zur Minimierung der Gefahren durch unsachgemäße, fahrlässige oder vorsätzliche Verwendung von Glasbehältnissen in den WM-Veranstaltungsbereichen im Stadtgebiet. Diese Planungen nähern sich ihrem Abschluss. Mit behördlichen Verfügungen und Auflagen soll im Veranstaltungsbereich (in Kaiserslautern quasi die gesamte Innen- und Altstadt) der Verkauf von Getränken in Glasgebinden verhindert werden.

Die hier beschriebenen Beispiele verdeutlichen, dass bereits im frühen Planungsstadium Kooperationen eingegangen wurden. Hierdurch ließen sich Überschneidungen in der Strategie vermeiden, gemeinsame Interessen bündeln und Lösungsprozesse forcieren. Ein weiteres kommt dazu: Im Ergebnis dieser von Anfang an engen Kooperation sind Strukturen gewachsen, die auch die Einsatzbewältigung erleichtern.



 

 

 




 

 

3.2.2 Bundespolizei
Aufgrund der Gesamtlage war deutlich geworden, dass sich enge und vielseitige Verknüpfungen mit der Bundespolizei ergeben werden. Deshalb wurde die Bundespolizei frühzeitig in die Planungen eingebunden. Dem Bundespolizeipräsidium West mit Sitz in St. Augustin obliegt deren Einsatzführung im Aufgabenbereich der Bundespolizei, hier wird Anfang Juni 2006 auch der „Führungsstab Bundespolizei WM 2006“ eingerichtet. Zur Unterbindung der Einreise gewaltbereiter Fußballanhänger, kriminel-
ler Personen sowie terroristischer Gewalttäter nach Deutschland werden durch die Bundespolizei lageangepasst Aufklärungs-, Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen an den Grenzen und relevanten deutschen Verkehrsflughäfen durchgeführt.
Schon derzeit besteht eine enge Kooperation mit den zuständigen Bundespolizeidienststellen. Vertreter des Bundespolizeiamtes Saarbrücken und der Inspektion Kaiserslautern werden bereits seit 2004 in die polizeilichen Planungen eingebunden und nehmen an den regelmäßigen Besprechungen teil. Seit Januar 2006 ist ein ständiger Verbindungsbeamter des Bundespolizeiamtes Saarbrücken zur PG WM 2006 abgeordnet. Dadurch wird insbesondere der gegenseitige Informationsfluss intensiviert.

3.2.3 Not- und Katastrophenschutz
Nach einem Beschluss des AK V der Innenministerkonferenz sind in allen 12 WM-Städten Vorkehrungen zu treffen, nach einem vorgegebenen abgestuften Versorgungskonzept bis zu 2% der Stadionbesucher medizinisch betreuen zu können. Für Kaiserslautern bedeutet dies, dass ca. 1.000 Patienten – eine bislang ungekannte Größenordnung – medizinisch behandelt werden müssen. 50 dieser Patienten sollen sofort, weitere 200 nach 30 Minuten und die weiteren 750 Patienten nach 120 Minuten versorgt werden. Dies übersteigt die Möglichkeiten einer ländlich strukturierten Region bei weitem. Die Stadt Kaiserslautern, die gemäß Landesbrand- und Katastrophenschutzgesetz die Maßnahmen der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr leitet, erfährt daher durch das Land in finanzieller, personeller, sächlicher und organisatorischer Hinsicht breite Unterstützung. Hierzu wurde im Frühjahr 2005 in Ergänzung der lokalen Arbeitskreise eine unter der Leitung der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion stehende Projektgruppe Rheinland-Pfalz Katastrophenschutz WM 2006 eingerichtet. Im Mittelpunkt der Aktivitäten steht die praktische Umsetzung der vom Leitenden Notarzt im Auftrag des Referats Feuerwehr und Katastrophenschutz erarbeiteten Grundkonzeption „Medizinische Versorgung beim Massenanfall von Verletzten“. Hierbei gilt es, die Sichtung und Erstversorgung an sog. Behandlungsplätzen, den Verletztentransport und die Versorgung in den Kliniken aufeinander abzustimmen. Beteiligt sind die Stadt Kaiserslautern, das Innenministerium, die Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule, das Sozialministerium als für die Kliniken zuständige Behörde, die Hilfsorganisationen (DRK, ASB, MHD und JUH), das THW, die Polizei, sowie die Bundeswehr. Großzügige Unterstützung erfahren wir durch die saarländischen Hilfsorganisationen und Behörden.



 

 

 




 

 

Während der vergangenen Monate wurden in enger Abstimmung mit einem speziell für diesen Bereich durch PG WM 2006 eingesetzten Verbindungsbeamten zunächst die Örtlichkeiten für die Behandlungsplätze, den Betreuungsplatz sowie Hubschrauberlandeplätze festgelegt und geeignete Not- und Katastrophenrouten mit der Polizei abgestimmt.
In einem zweiten Schritt galt es, das Personal für die Tätigkeit in den einzelnen Einsatzabschnitten zu rekrutieren und, wo nötig, auszubilden. Im Wesentlichen wird dieser Bereich durch ehrenamtliche Helfer geprägt. Deshalb müssen für
das Gros der eingesetzten Kräfte zum Zweck der Aus- und Fortbildung und für den WM-Einsatz Freistellungen erwirkt werden.
Meilensteine in der Vorbereitung waren mehrere Großübungen.
Am 8. Oktober 2005 wurde die Rettung, Sichtung und Versorgung von 50 Verletzten und 30 Betroffenen sowie die Zusammenarbeit mit der KrimKatKom im Stadion getestet.
Am 26. November stand die Versorgung von 150 Verletzten im Schulzentrum Süd, mit einer vorgeschalteten Stelle zur Dekontamination sowie wiederum die Zusammenarbeit mit der KrimKatKom auf dem Übungsplan.
Am 11. März wurde ein Unglück im Hauptbahnhof mit ca. 150 Verletzten, welches den Einsatz von mobilen Behandlungsplätzen und Schnelleinsatzgruppen erforderlich macht, simuliert. Ein weiteres Übungsziel dabei war das Zusammenwirken der externen Einsatzleitung mit der Krankenhauseinsatzleitung des Westpfalz-Klinikums.

Auch die Gefahrenabwehrplanung zur Fußballweltmeisterschaft stellt für alle Beteiligten eine große Herausforderung dar. Auch hier wurden im Vorfeld durch die enge Kooperation die für die Einsatzbewältigung erforderlichen Strukturen geschaffen.

3.2.4 Justiz
Die Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern gestaltet sich aufgrund der bereits bestehenden Erfahrungen aus internationalen Fußballveranstaltungen in Kaiserslautern traditionell sehr gut.
Die StA Kaiserslautern wurde von Beginn an in die polizeilichen Einsatzplanungen einbezogen. Detailplanungen werden mit einem „Verbindungs-Staatsanwalt“ abgesprochen. Regelmäßige Besprechungen bzw. Arbeitssitzungen mit Staatsanwaltschaft sowie Amts- und Landgericht „runden“ diesen Prozess ab.
Mit dem Präsidenten des Landgerichts Kaiserslautern sowie verschiedenen Richtern erfolgte ein komplexer Informationsaustausch. Im Januar 2006 besuchten 40 Richter und Staatsanwälte des Landgerichts Kaiserslautern und der Amtsgerichte Rockenhausen, Kusel und Kaiserslautern eine Informationsveranstaltung der Projektgruppe WM 2006 in Enkenbach-Alsenborn. Insbesondere der Richtervorbehalt bei Gewahrsam- und Festnahmen, die Verfahrensweise im Zusammenhang mit der Gefangenensammelstelle sowie die umfangreiche Bereitschaftsregelung der Richter während des Einsatzes wurden thematisiert. Mit einem personell deutlich verstärkten Bereitschaftsdienst einschließlich einer umfassenden Präsenz an Spieltagen wurde den Belangen einer schnellen Verfügbarkeit von Richtern angemessen Rechnung getragen.

3.2.5 DFB – OK Kaiserslautern
Nachdem die Organisationskomitees der zwölf WM-Städte im April 2005 ihre Arbeit aufgenommen hatten, ergaben sich zahlreiche Berührungspunkte zur polizeilichen Sicherheitskonzeption. Darunter fallen vor allem: „Sicherheitsbereich Stadion“ (Logistik), die Zusammenarbeit mit dem privaten Ordnungsdienst, die Volunteers, die Bestim-
mungen des Akkreditierungsverfahrens sowie die Wege- und Routenführung der VIP’s und Staatsgäste.Mit der Installation eines ehemaligen (fußballerfahrenen) Polizeibeamten als Sicherheitsverantwortlicher im DFB – OK KL wurde die Kommunikation mit der Polizei verbessert. Der polizeiliche Planungsverantwortliche für den EA Stadion nimmt an den regelmäßigen Besprechungen der OK-Außenstelle Kaiserslautern teil.
Dadurch konnte bereits in verschiedenen Planungsbereichen beim Stadionumbau entscheidend auf sicherheitsrelevante funktionale Aspekte eingewirkt werden. Insbesondere auf den Gebieten der Errichtung des zaunfreien Stadions und der Videoüberwachungsanlage sowie bei der Zusammenarbeit mit dem Ordnungsdienst konnte die Polizei ihre Vorstellung mit einbringen.

4 Die Sicherheitskonzeption Rheinland-Pfalz
Die „Sicherheitskonzeption der Polizei des Landes Rheinland-Pfalz zur Bewältigung der Sonderlage WM 2006“ (SiKoPolRP) basiert auf den von Bund, Ländern und FIFA/DFB erarbeiteten Kon-
zeptionen. Sie ergänzt diese – regelmäßig in gegenseitiger Absprache erarbeiteten – Regelungen um die rheinland-pfälzischen Spezifika.
„Die Welt zu Gast bei Freunden“, das Motto der WM 2006, bestimmt alle Sicherheitsüberlegungen. Kernstück in Rheinland-Pfalz ist die sichtbare, aber zurückhaltende Präsenz der Sicherheitsorgane. Sie orientieren sich aber auch eng am objektiven und subjektiven Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger. Dabei werden die Sicherheitsbehörden in Rheinland-Pfalz betont offen, tolerant und freundlich auftreten.
Die Konzeption basiert auf einer engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit der verantwortlichen Stellen, Stadtverwaltung, Veranstalter (FIFA/DFB), Justiz, Feuerwehr und Rettungsdienste sowie Polizei und Bundespolizei.
Angestrebtes Ziel ist die polizeiliche Verfügbarkeit in Sichtweite der Bürger. Im Innenstadtbereich, in der WM-Meile soll „an jeder Ecke“ Sicherheitspersonal wahrgenommen werden. Dies bezieht auch die oben genannten Behören und die französische Polizei sowie die amerikanische und niederländische Militärpolizei mit ein.
Auch innerhalb der Polizeistruktur erfolgt eine intensive und landesweite Kooperation. So haben sich die Nationalmannschaften der Schweiz und Tschechiens für ihre WM-Quartiere Hotels in Bad Bertrich und Westerburg-Stahlhofen ausgewählt. Auch dem Flughafen Frankfurt-Hahn kommt aufgrund seiner geografisch günstigen Lage, verbunden mit einer Vielzahl von Destinationen innerhalb Europas, eine große Bedeutung in Bezug auf Fanbewegungen zu. Daneben ist Rheinland-Pfalz auch Transitland für die vielen Fans in Deutschland, womit landesweite Aufklärungs- und Schutzmaßnahmen, insbe-sondere auf den Bundesautobahnen einhergehen.
Die SiKoPolRP ist flexibel angelegt, die taktischen Maßnahmen sowie deren personelle Ausgestaltung orientieren sich eng an der jeweiligen Gefahrenlage. Sie dokumentiert die Planungsschritte und Vorbereitungen für Rheinland-Pfalz und wird bis zum Beginn der Fußballweltmeisterschaft ständig fortgeschrieben. Nach der letzten Fortschreibung Anfang Mai 2006 wird die Konzeption schließlich in die konkreten Einsatzbefehle überführt.
Entsprechend des Leitsatzes, dass Rollen, Ziele und Maßnahmen aller Beteiligten durch eine transparente und abgestimmte Medien- und Öffentlichkeitsarbeit vor, während und nach der WM 2006 zielorientiert zu vermitteln sind, wurde frühzeitig das HP 4, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in die Planungsarbeit eingebunden und unmittelbar mit der PG WM 2006 verzahnt. Insbesondere über die Medien Internet und Intranet erfolgte die gezielte Steuerung wichtiger Information an die Öffentlichkeit und die Mitarbeiter.
Durch die Medienpräsenz kam es unmittelbar nach der Auslosung bereits zu Kontakten zu in Kaiserslautern spielenden Nationen. Eine Delegation des japanischen Generalkonsulates Frankfurt/Main besuchte zu einem Informationsaustausch die PG WM 2006.

Auch im Bereich Öffentlichkeitsarbeit erfolgte, wie bereits dargelegt, eine offene Abstimmung mit den anderen betroffenen Behörden und Einrichtungen innerhalb und außerhalb der Polizei.



 

 

 




 

 

5 Fazit
Es hat sich bewährt und gelohnt, sehr frühzeitig mit den WM-Planungen zu beginnen und Kooperationen mit den anderen „Sicherheitspartnern“ einzugehen. Diese Zusammenarbeit ist auch zukünftig mit Leben zu erfüllen und für weitere Einsätze zu nutzen.Im Zuge der Planung entstanden Kontakte, die es auch nach dieser großen Herausforderung zu pflegen und zu bewahren gilt. Diese engen Verbindungen und die daraus resultierenden kurzen Wege entwickelten sich zu einer entscheidenden Stärke des „kleinen“ Kaiserslautern. Die rheinland-pfälzische Polizei freut sich auf die WM 2006.



 

 

 

 

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Kaum zugelassen und schon sind sie überall: Allein in Berlin standen im Juli 2019 etwa 4.800...
Auf einem Campingplatz im nordrhein-westfälischen Lügde sollen über Jahre Mädchen und Jungen...