Sie sind hier > Service / Prävention kompakt 
Nebenklage
Als Nebenklage wird im Strafverfahren der Anschluss des Geschädigten an die Anklage der Staatsanwaltschaft bezeichnet. Nebenkläger haben die Möglichkeit, durch Erklärungen, Fragen, Anträge und Rechtsmittel auf das Verfahren Einfluss zu nehmen.

Verbesserte Rechte für Geschädigte

In einem Strafverfahren ist der Staatsanwalt immer der „Hauptankläger“ und vertritt die Anklage gegen den Angeklagten. Über die Nebenklage wird dem Opfer die Möglichkeit gegeben, sich aktiv am Prozess zu beteiligen. Das Nebenklageverfahren dient der Verbesserung der Rechte des Geschädigten und gibt ihm die Gelegenheit, dem Straftäter nicht als Opfer gegenüberzutreten, was häufig der psychologischen Bewältigung der Folgen der Straftat dient. Geht das Opfer in die Nebenklage, so verfügt es über weitgehende Rechte im Hauptverfahren, die vergleichbar sind mit denen der Verteidigung des Angeklagten oder der Staatsanwaltschaft. Dazu zählen z. B. das Beweisantragsrecht, das Fragerecht, das Recht der Beanstandung von Anordnungen des Vorsitzenden und das Recht zur Abgabe von Erklärungen.

Wann ist eine Nebenklage möglich?

Delikte, bei denen eine Nebenklage zulässig ist, sind im Paragraph 395 StPO aufgelistet. Es handelt sich primär um

  • Straftaten gegen das Leben,
  • Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung,
  • Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit,
  • Straftaten gegen die persönliche Freiheit,
  • Straftaten gegen die persönliche Selbstbestimmung,
  • Straftaten gegen die persönliche Ehre bei schweren Tatfolgen und
  • Straftaten gegen das Eigentum bei schweren Tatfolgen.

Ratgeber für Nebenkläger

Wenn Sie Opfer einer Straftat geworden sind und als Nebenkläger auftreten wollen, sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Lassen Sie ein ärztliches Attest über Verletzungen (auch psychischer Art) aufnehmen.
  • Sichern Sie Beweise und machen Fotos (vom Tatort, von Verletzungen und Beschädigungen).
  • Bewahren Sie beschädigte und verschmutzte Kleidung auf.
  • Notieren Sie Namen und Anschrift von Zeugen.
  • Fertigen Sie ein Gedächtnisprotokoll in Form von kurzen Stichpunkten über die Erlebnisse.
  • Suchen Sie frühzeitig Beratung bei spezialisierten Rechtsanwälten.
Siehe auch: 

Service

Aktivitäten

Über diese Suchfunktion finden Sie bundesweit kriminal-polizeiliche Beratungsstellen
Beratungsstellensuche

Newsletter

Sicherheitsbehörden in Deutschland

Aktuelle Ausgabe

Mit ihrem aktuellen und vielfältigen Themenspektrum, einer Mischung aus Theorie und Praxis und einem Team von renommierten Autorinnen und Autoren hat „Die Kriminalpolizei“ sich in den vergangenen Jahren einen ausgezeichneten Ruf erworben. 

Über die angestammte Leserschaft aus Polizei, Justiz, Verwaltung und Politik hinaus wächst inzwischen die Gruppe der an Sicherheitsfragen interessierten Leserinnen und Lesern. Darüber freuen wir uns sehr. [...mehr]

Erklärung einschlägiger Präventions-Begriffe

Top-News

Zunehmend ermitteln Menschen privat in eigener Sache. Sie versuchen, mit Hilfe von sozialen Netzwerken ein gestohlenes Fahrrad wiederzufinden.  Andere tauschen  Informationen „rund um die...[mehr lesen]

Die gemeinsame Übung von Polizei und Bundeswehr ist nach Meinung von Bundesinnenminister Thomas de Maizière eine erfolgreiche Antiterror-Übung gewesen und sollte bei Gelegenheit wiederholt werden....[mehr lesen]

Meist gelesene Artikel

RSS Feed PolizeiDeinPartner.de

Aktionsmonat zum sicheren und altersgerechten Surfen
Neuer klicksafe-Onlinekurs verfügbar
DGUV-Suchtprävention in Berufsschulen
Wie die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) zeigt, wurden 2018 mit 5.555.520 Fa?llen deutlich...
Im Zuge der so genannten Flüchtlingskrise wurde das Internet in den vergangenen Jahren zunehmend...