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Rassismus
Als Rassismus bezeichnet man eine diskriminierende Ideologie gegenüber Menschen bzw. Bevölkerungsgruppen mit bestimmten (biologischen) Merkmalen und die Vorstellung, dass das eigene Volk gegenüber einem anderen höhergestellt wäre.

Definition 

Bis heute existieren viele Kontroversen über die Bedeutung des Wortes „Rassismus“ – eine einheitliche und allgemein akzeptierte Definition des Begriffs gibt es nicht. Das klassische Konzept wertet Ideologien als rassistisch, die die Menschheit in eine Anzahl von biologischen Rassen mit genetisch vererbbaren Eigenschaften einteilen und die so verstandenen „Rassen“ hierarchisch einstufen. Das juristische Konzept deutet rassistische Diskriminierung als Ungleichbehandlungen, Äußerungen oder Gewalttaten, die bewirken oder beabsichtigen, dass Menschen wegen ihrer äußeren Erscheinung („Rasse“) oder ihrer Zugehörigkeit zu einer Ethnie, Nationalität oder Religion herabgesetzt werden. Aus heutiger Sicht besteht Rassismus aus Handlungen, Redeweisen oder Einstellungen, die Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, Kultur oder ethnischen Herkunft bevorzugen oder benachteiligen. Eine neuere Definition von Albert Memmi (1987) sieht Rassismus als „die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen.“ 

Geschichte 

Eine frühe Form von Rassismus (Proto-Rassismus) soll es bereits in der Antike im Zusammenhang mit den Barbaren gegeben haben. Rassismus im 14. und 15. Jahrhundert basierte rein auf religiösen Unterschieden zwischen Juden, Muslimen und Christen. Der klassische Rassismus entwickelte sich jedoch erst im 18. und 19. Jahrhundert – von nun an zielten rassistische Vorstellungen zunehmen auf ästhetische Kriterien sowie geistige, charakterliche oder kulturelle Fähigkeiten ab (biologischer Rassismus). Beispiele für Rassismus des 20. Jahrhunderts sind: 

  • die Rassendiskriminierung schwarzer Bürger in den USA, die zwischen 1890 und 1960 ihren Höhepunkt erreichte 
  • die Rassengesetze der Nationalsozialisten in Deutschland und in anderen europäischen Staaten zwischen 1933 und 1945 
  • das Apartheids-Regime in Südafrika zwischen 1940 und 1980 
  • die Einschränkung der Bürgerrechte von Aborigines durch die australische Regierung bis 1975 

Die Folgen von Rassismus seit seiner Entstehung reichen von Vorurteilen und Diskriminierung über Rassentrennung, Sklaverei und Pogrome (gewaltsame Ausschreitungen) bis zu sogenannten „Ethnischen Säuberungen" und Völkermord. 

Gegenwart und Alltagsrassimus 

Weltweit existieren bis heute extreme Formen von sowohl religiös als auch ethnisch motivierter Diskriminierung und Gewalt – beispielsweise im Irak, Pakistan, Sudan und Syrien. In Deutschland richtet sich eine subtilere Form von Rassismus in erster Linie an soziale Minderheiten und Einwanderer („Alltagsrassimus“). Auch benachteiligende Handlungen wie unzureichende Förderung im Schulsystem oder Diskriminierung bei der Wohnungs- und Arbeitsplatzsuche gehören zum Alltagsrassismus. Die Internationalen Wochen gegen Rassismus finden jährlich im März statt und bieten zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen gegen Rassismus. 

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