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Hooligan
Als „Hooligans“ werden Personen bezeichnet, die besonders im Umfeld von Fußballspielen durch gewalttätige Aktionen auffallen.

Unklare Herkunft des Begriffs 

Der Ausdruck „Hooligan“ wird von manchen auf einen Schwerverbrecher gleichen Namens zurückgeführt, der im London des späten 19. Jahrhunderts gelebt haben soll. Andere Quellen vermuten einen Zusammenhang mit einer irischen Familie, die vor mehr als 100 Jahren durch ihren wüsten Lebensstil aufgefallen sein soll. Ein erster Zusammenhang mit der heutigen Verwendung des Begriffs lässt sich in England Ende der 1960er Jahre – besonders rund um die Fußball-WM im Jahr 1966 – feststellen. Damals vertrieben gewalttätige junge Fans ältere Besucher aus Teilen der Stadien. 

Von Lima bis Port Said 

Eine Reihe besonders gewalttätiger Vorfälle in der Fußballgeschichte sind auch heute noch in der Erinnerung vieler Menschen präsent. 

  • Im Jahr 1964 endete ein Qualifikationsspiel zwischen Peru und Argentinien in Lima in einem Desaster: Proteste wegen eines nicht anerkannten vermeintlichen Tors für Peru führten zu massiven Ausschreitungen, mehr als 300 Menschen starben, über 500 wurden verletzt. 
  • 1967 kam es bei einem Spiel im türkischen Kayseri zu Ausschreitungen. Die traurige Bilanz: 44 Tote, 600 Verletzte. 
  • Beim Europa-Cup-Finale 1985 im Brüsseler Heysel-Stadion starben 39 Menschen, vor allem Anhänger des italienischen Meisters Juventus Turin, nachdem brutale Fans des englischen FC Liverpool durch ihre Angriffe eine Panik ausgelöst hatten. 
  • In einem Stadion in der ghanesischen Hauptstadt Accra starben 2001 über 120 Menschen. Fans der unterlegenen Mannschaft hatten Stadionsitze und Flaschen aufs Spielfeld geworfen und damit eine Massenpanik unter den rund 40.000 Zuschauern ausgelöst. 
  • Im Februar 2012 kam es nach dem Ende eines Spiels im Stadion der ägyptischen Hafenstadt Port Said zu schweren Auseinandersetzungen. Der genaue Hergang der Vorfälle blieb unklar, auch bewusste politische Provokationen wurden vermutet. Mehr als 70 Menschen starben. 

Maßnahmen gegen die Gewalt im Stadion 

In den letzten Jahren wurden international zahlreiche Versuche gestartet, eine Eskalation zu verhindern und radikale Fans –heute auch als „Ultras“ bekannt – zu besänftigen. In Deutschland werden ganz unterschiedliche Wege überlegt und teilweise auch bereits beschritten, zum Beispiel 

  • runde Tische, bei denen Fans und Polizei unter der Moderation von Konfliktmanagern ihr Verhältnis verbessern wollen, 
  • Maßnahmen gegen Vereine, die zu wenig für die Sicherheit unternehmen: dazu zählen Geldstrafen ebenso wie „Geisterspiele“, also die Verpflichtung, einzelne Partien vor leeren Rängen stattfinden zu lassen; 
  • drastische Konsequenzen für polizeibekannte radikale Fans, von Stadionverboten bis hin zu Fußfesseln; 
  • ein absolutes Verbot von Pyrotechnik im Stadion – Stichwort „bengalische Feuer“ – oder die Abschaffung von Stehplätzen in Stadien. 

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