PKS 2012: Mehr Wohnungseinbrüche, weniger politisch motivierte Straftaten, mehr rechte Gewalt
Nach einem Bericht der Zeitung „Die Welt“ stagniert laut PKS 2012 die Gesamtkriminalität knapp unter der Marke von sechs Millionen polizeilich erfasster Straftaten. Während in anderen Deliktsgruppen die Kriminalität zurückgeht, ist aktuell die Zahl beim Einbruchsdiebstahl um 8,7 Prozent auf 144.117 Fälle in die Höhe geschnellt. In 61.200 Fällen davon kamen die Täter tagsüber, ein Plus von 9,5 Prozent. Die höchsten Zuwachsraten beim Wohnungseinbruch hat Niedersachsen mit einen Anstieg um 24 Prozent. Deutlich über dem Bundesschnitt liegen auch Brandenburg (plus 17 Prozent) sowie die Stadtstaaten Hamburg (plus 9,4 Prozent) und Berlin (plus 11,7 Prozent).
Niedrig bleibt die Aufklärungsquote beim Einbruch. Während die Quote bei der Gesamtkriminalität 54,4 Prozent beträgt, liegt sie beim Einbruch republikweit lediglich bei 15,7 Prozent.
Bereits zuvor hatte der Bundesinnenminister Zahlen zur Politisch motivierten Kriminalität im Jahr 2012 veröffentlicht. Demnach wurden 2012 in Deutschland insgesamt 27.440 politisch motivierte Straftaten, davon 2.464 Gewalttaten registriert. Verglichen mit dem Vorjahr sind die Straftaten um - 9,2 Prozent zurückgegangen, bei den Gewalttaten sogar überdurchschnittlich deutlich um - 20,7 Prozent. Gegenläufig zu diesem Trend sind die Straf- und Gewalttaten im rechten Spektrum leicht angestiegen (um + 4,4 Prozent bzw. + 1,7 Prozent).
Sorgen bereitet – so Friedrichs - vor allem die weiter steigende Tendenz rechter Straf- und Gewalttaten. Überdurchschnittlich stark angestiegen sind hierbei fremdenfeindliche Straf- und Gewalttaten (+ 16,5 bzw. + 10,8 Prozent). Auch antisemitische Straftaten sind 2012 wieder angestiegen (+ 10,6 Prozent). Im vergangenen Jahr gab es sechs versuchte rechte Tötungsdelikte zu beklagen, eines mehr als im Jahr 2011.
"Dies zeigt: Wir müssen die rechte Szene im Auge behalten und den Fahndungsdruck weiter intensivieren. Alle Menschen unabhängig von ihrer Herkunft müssen sich in Deutschland sicher fühlen können! Nach Bekanntwerden des NSU haben wir daher nicht nur die Kompetenz der Sicherheitsbehörden gestärkt, terroristische Bestrebungen frühzeitig zu erkennen und nachhaltig zu verfolgen. Wir haben auch vielfältige Maßnahmen ergriffen, um rechte Straf- und Gewalttaten generell wirksamer zu bekämpfen", betonte der Bundesinnenminister. Dazu gehöre vor allem ein lückenloserer Erkenntnisaustausch und die engere Abstimmung von Bekämpfungsmaßnahmen zwischen den Sicherheitsbehörden. Mit dem Gemeinsamen Abwehrzentrum Rechtsextremismus und –terrorismus (GAR) wurde dafür bereits im Dezember 2011 die geeignete Plattform geschaffen.
Die politisch links motivierte Kriminalität und Gewalt ist, dem Gesamttrend folgend, nach dem drastischen Anstieg im Vorjahr deutlich rückläufig. Mehr: www.welt.de/ und www.bmi.de
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