Aggressionspotential wächst: Gewalt gegen Polizei

In vielen Bundesländern ist die Zahl der Angriffe auf Polizisten im vergangenen Jahr stark angestiegen. Nach einem Bericht des „Spiegel“ stieg in Berlin die Zahl der Fälle von Körperverletzungen um 120 Prozent, die von Widerstand gegen Polizisten um fast 60 Prozent. Rund 800 Beamte wurden 2011 insgesamt verletzt, ein Plus von knapp acht Prozent.

In Bayern war 2011 dem Bericht zufolge statistisch fast jeder dritte Beamte betroffen. Die Zahl der Gewaltakte stieg im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent auf rund 6900 Fälle, rund 1900 Polizisten wurden verletzt. Mehr als 70 Prozent der Täter waren betrunken oder unter Drogen, viele waren jünger als 21 Jahre. " Die Innenminister von Bund und Ländern wollen sich bei ihrer Herbstsitzung mit der steigenden Zahl von Angriffen auf Polizisten auseinandersetzen.

Eine deutliche Zunahme der Gewalt auch in Hessen: Die Zahl stieg 2011 um 25,7 Prozent auf rund 1800. In Baden-Württemberg zählte das Innenministerium im vergangenen Jahr 3240 tätliche Angriffe auf Beamte nach 1300 Fällen im Vorjahr. In jedem zweiten Fall wurde ein Polizist verletzt. Rheinland-Pfalz registrierte im Jahr 2011 einen Anstieg der Zahl der Straftaten gegen Polizisten um rund elf Prozent auf 1115. 

In Nordrhein-Westfalen stieg die Zahl der Angriffe um acht Prozent. 

Auch in Niedersachsen wird eine steigende Gewalt gegen Polizeibeamte beklagt. 

Leicht rückläufig ist die Zahl der Gewaltakte hingegen in Schleswig-Holstein. Hier gab es 2011 insgesamt 705 Fälle von Gewalt gegen Polizeibeamte, 100 weniger als 2010. 

In Sachsen-Anhalt erinnert man sich vor allem an diesen Fall: Im Januar warfen Angehörige der linken Szene in Magdeburg eine 40 mal 20 Zentimeter große Betonplatte aus dem fünften Obergeschoss eines Hauses auf Polizisten - bei einem Treffer hätte es wohl Tote gegeben. Mehr: www.spiegel.de 

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