Migrantenkriminalität – Die Trends verstärken sich

Von Prof. Dr. Bijan Nowrousian, Münster¹

 

Einleitung

 

Kriminalität von Tätern mit Migrationshintergrund ist ein großes Thema in Deutschland – in der Politik ebenso wie in der Erfahrungswelt der Strafverfolgungsbehörden und mehr und mehr auch der Bürger. In den letzten beiden Ausgaben der „Kriminalpolizei“ hat der Verfasser sich in dem Artikel „Migrantenkriminalität: Zum Stand der Dinge“ ausführlich mit der Thematik befasst und zentrale Thesen zur Kriminalitätsbelastung von Migranten in Deutschland herausgearbeitet. Die Analyse basierte dabei hauptsächlich auf den Daten der polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2022 (PKS 2022) sowie dem „Lagebild Organisierte Kriminalität“ des BKA für 2021. Diese Untersuchung hat folgende Schlüsselthesen erbracht:

 

  • Es gibt in allen Feldern eine höhere Kriminalitätsbelastung bei Menschen mit Migrationshintergrund.
  • Diese ist vor allen Dingen bei zunehmender Schwere der Delikte gegeben, etwa im Bereich der Gewaltkriminalität, der Sexualdelikte und der Banden- und organisierten Kriminalität. Es gibt sie aber mehr und mehr auch bei krawallartigen Delikten im öffentlichen Raum.
  • Betroffen davon sind jedoch keineswegs alle Migrantengruppen, sondern vor allem männliche Jugendliche und junge Erwachsene mit den Migrationshintergründen „Nahost“, „Schwarzafrika“, „Balkan“ sowie in Teilen „Osteuropa“.
  • Die Gründe für diese erhöhte Kriminalitätsbelastung bestimmter Migrantengruppen sind nicht nur sozial oder demografisch bedingt, auch wenn diese Faktoren eine Rolle spielen, sondern sie sind auch kulturell-mental bedingt.
  • Deutsche hingegen sind weit überdurchschnittlich Opfer, und zwar gerade auch Opfer von Migrantenkriminalität.2


Mit den nun vorliegenden Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2023 sowie dem „Lagebild Organisierte Kriminalität“ für 2022 bietet sich die Gelegenheit, die Entwicklungen weiter zu verfolgen und zu analysieren, ob sich die identifizierten Trends fortsetzen oder sogar verstärken.


Der nunmehrige Artikel „Migrantenkriminalität: Die Trends verstärken sich“ zielt darauf ab, diese neuesten Entwicklungen detailliert darzustellen. Dabei soll ein Vergleich der Zahlen zwischen 2022 und 2023 zeigen, dass sich die Gesamtzahl der Fälle und insbesondere der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen noch einmal erhöht haben, was bedeutet, dass die ohnehin schon erheblichen Probleme mit Migrantenkriminalität sich noch vergrößert haben.


Die Struktur des Artikels entspricht dabei den Kernthesen aus dem vorangegangenen Beitrag und wird daher nach dieser Einleitung wie folgt aussehen:

  1. Höhere Kriminalitätsbelastung bei Menschen mit Migrationshintergrund in allen Feldern
  2. Höhere Kriminalitätsbelastung bei Menschen mit Migrationshintergrund umso ausgeprägter, je gewalttätiger die Delikte sind
  3. Höhere Kriminalitätsbelastung bei Menschen mit Migrationshintergrund nicht bei allen Migranten, sondern vor allem bei männlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit den Migrationshintergründen „Nahost“, „Schwarzafrika“, „Balkan“ sowie in Teilen „Osteuropa“
  4. Deutsche weit überdurchschnittlich Opfer, und zwar gerade auch Opfer von Migrantenkriminalität
  5. Fazit

1 Höhere Kriminalitätsbelastung bei Menschen mit Migrationshintergrund in nahezu allen Feldern


Die polizeilichen Kriminalstatistiken des Jahres 2023 im Vergleich zu 2022 zeigen eine Zunahme der Kriminalität insgesamt sowie eine deutliche Zunahme der Kriminalitätsbelastung bei Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit.


Die Anzahl aller erfassten Straftaten stieg von 5.628.584 Fällen im Jahr 2022 auf 5.940.667 Fälle im Jahr 2023, was einer Zunahme von 5,5% entspricht.3 Parallel dazu stieg die Zahl der Tatverdächtigen von 2.093.782 im Jahr 2022 auf 2.246.767 im Jahr 2023, was eine Zunahme von 7,3% bedeutet.4 Der Anteil der Täter ohne deutschen Pass betrug dabei 2023 41,1% (gegenüber 37,4% im Jahr 2022).5


Besonders auffällig ist die Zunahme der nichtdeutschen Tatverdächtigen. Im Jahr 2022 betrug die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen 783.876, während sie 2023 auf 923.269 anstieg, was einer Steigerung von 17,8% entspricht. Unter diesen nichtdeutschen Tatverdächtigen erhöhte sich die Zahl der „Zuwanderer“ (also im Wesentlichen der Asylsuchenden bzw. „Flüchtlinge“) von 310.062 im Jahr 2022 auf 402.514 im Jahr 2023, was einen Anstieg von beachtlichen 29,8% darstellt.6


Rechnet man die ausländerrechtlichen Verstöße heraus und legt nur die „Straftaten insgesamt ohne ausländerrechtliche Verstöße“ zugrunde, so ergeben sich 2.017.552 Tatverdächtige insgesamt (+5,0%), davon 1.322.571 deutsche (+1,0%) und 694.981 nichtdeutsche (+13,5%). Unter Letzteren waren 178.581 Zuwanderer (+25,1%).7 Auch hier ist die Steigerungsrate bei den Migranten also noch erheblich.


Entsprechend hoch ist auch der Migrantenanteil an den Tatverdächtigen insgesamt ohne ausländerrechtliche Verstöße: Dieser lag für 2023 bei 34,4% (gegenüber 31,9% im Vorjahr) sowie für Zuwanderer bei 8,9% (gegenüber 7,4% im Vorjahr).8


Diese nochmals erhöhten Zahlen zeigen sich in nahezu allen Deliktsbereichen. So stiegen die Fälle von gefährlicher und schwerer Körperverletzung von 144.663 im Jahr 2022 auf 154.541 im Jahr 2023, was einer Zunahme von 6,8% entspricht. Auch die Anzahl der Raubdelikte erhöhte sich von 38.195 im Jahr 2022 auf 44.857 im Jahr 2023, was einen Anstieg von 17,4% bedeutet. Die Tatverdächtigen bei Raubdelikten wiesen einen signifikanten Anstieg auf, wobei sich die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen von 12.270 im Jahr 2022 auf 15.013 im Jahr 2023 erhöhte, was einer Zunahme von 22,4% entspricht.9 Im Bereich der Diebstahlsdelikte nahm die Gesamtzahl der Taten von 2022 im Vergleich zu 2023 um 10,7% auf 1.971.435 zu. Die Zahl der deutschen Verdächtigen stieg um 7,4% auf 237.230 an, die der Ausländer um 22,8% auf 186.818 und die der Zuwanderer um 31,8% auf 52.069.10 Diese hohe Zahl an Nichtdeutschen kommt bei den Diebstahlsdelikten – neben einem hohen Ausländeranteil in nahezu allen Begehungsformen – vor allem auch durch eine drückende Dominanz migrantischer Täter beim Taschendiebstahl zustande. Der Migrantenanteil liegt hier bei 78,71%11 – und steigt damit sogar gegenüber 2022 mit damals 76,33%12 noch einmal an. Auf einzelne Deliktfelder wird im weiteren Verlauf noch näher eingegangen.


Zusammenfassend zeigt sich eine signifikante Zunahme der Kriminalität insgesamt sowie erneut eine signifikante Zunahme migrantischer Täter – auf deren Steigerung die Zunahme der Gesamtzahl der Taten nahezu alleine zurückzuführen ist. Schon diese Daten belegen daher die fortgesetzte und sogar noch zunehmende Bedeutung dieses Themas.

 

 

2 Höhere Kriminalitätsbelastung bei Menschen mit Migrationshintergrund umso ausgeprägter, je gewalttätiger die Delikte sind


Die Daten der polizeilichen Kriminalstatistik für die Jahre 2022 und 2023 bestätigen im Vergleich weiter den Trend einer höheren Kriminalitätsbelastung bei Menschen mit Migrationshintergrund insbesondere bei gewalttätigen Delikten.


Die Gewaltkriminalität insgesamt stieg im Jahr 2023 um 8,6% auf 214.099 Fälle, verglichen mit 197.202 Fällen im Jahr 2022. Die Zahl der Tatverdächtigen erhöhte sich dabei von 178.224 auf 190.605, was eine Zunahme von 6,9% bedeutet. Die Zahl der deutschen Tatverdächtigen blieb dabei relativ konstant (111.517 gegenüber dem Vorjahreswert von 109.138), während die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen von 69.086 um 14,5% auf 79.088 stieg. Der Anteil von „Zuwanderern“ stieg dabei noch stärker, nämlich um stolze 20,3% von 21.388 auf 25.732.13 Der Ausländeranteil lag damit bei Gewaltdelikten insgesamt bei 41,49% – und ist also signifikant höher als die ohnehin schon hohen 34,4% Ausländeranteil bei den Straftaten insgesamt.


Blickt man auf einzelne Gruppen der Gewaltdelikte, ergibt sich wiederum das gleiche Bild: die Zunahme von Taten, die Zunahme von migrantischen Tätern und eine noch höhere Kriminalitätsbelastung als bei den Straftaten insgesamt.


Die Fälle von Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen etwa erhöhten sich um 2,1% von 2.236 im Jahr 2022 auf 2.282 im Jahr 2023. Die Zahl der deutschen Tatverdächtigen ging dabei sogar leicht zurück (von 1.591 auf 1.568), während die der Migranten insgesamt von 1.108 auf 1.221 stieg, also um 10,2%. Unter den Tatverdächtigen erhöhte sich 2023 mit 395 Zuwanderern dabei deren Quote um 14,8% gegenüber 2022 (Vorjahr: 344).14 Der Ausländeranteil insgesamt lag bei 43,78%.


Die Delikte der Vergewaltigung, sexuellen Nötigung und des sexuellen Übergriffs in besonders schwerem Fall stiegen um 2,4% von 11.896 Fällen im Jahr 2022 auf 12.186 Fälle im Jahr 2023. Die Zahl der Tatverdächtigen insgesamt stieg dabei um 2,5%, die der deutschen Tatverdächtigen um 1,5%, die der ausländischen um 4,2% und die der Zuwanderer um 3,3%. Der Ausländeranteil an allen Tatverdächtigen betrug 2023 37,24%.15 Bei Gruppenvergewaltigungen ist der Ausländeranteil freilich noch signifikant höher, nämlich seit 2016 stets um die 50%.16


Die Raubdelikte verzeichneten wie geschildert einen deutlichen Anstieg um 17,4% von 38.195 Fällen im Jahr 2022 auf 44.857 Fälle im Jahr 2023. Die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen bei Raub stieg ebenfalls signifikant von 12.270 im Jahr 2022 auf 15.013 im Jahr 2023, was einer Zunahme von 22,4% entspricht. Bei Zuwanderern war der Anstieg mit 28,5% sogar noch höher (4.314 Tatverdächtigen aus dieser Gruppe im Jahr 2022 gegenüber 5.544 im Jahr 2023). Der Gesamtanteil von Ausländern bei Raubdelikten machte 2023 46,43% aus.17


Die Fälle gefährlicher und schwerer Körperverletzung stiegen um 6,8% von 144.663 im Jahr 2022 auf 154.541 im Jahr 2023, die der Tatverdächtigen um 6,3% von 144.430 auf 154.475. Die Zahl der deutschen Tatverdächtigen erhöhte sich dabei nur um 1,2%, die der Ausländer insgesamt hingegen um 14,4% und die der Zuwanderer um 20,7%. Der Ausländeranteil betrug in der Summe 41,2%.18


Schwer zu erfassen ist dabei nach wie vor die Zahl der Messerangriffe. In der PKS 2023 war diese gegenüber 2022 relativ konstant. Erfasst wurden Messerangriffe jedoch nur im Kontext von gefährlicher oder schwerer Körperverletzung sowie von Raubtaten.19 Aus den Bundesländern kommen indes, teils zumindest, in der Tendenz andere Zahlen: In Hamburg stieg die Zahl der Messerangriffe von 1.127 Fällen im Jahr 2022 auf 1.269 im Jahr 2023.20 Und NRW verzeichnete mit 6.221 erfassten Fällen von Messergewalt im Jahr 2023 ein Plus im Vergleich zu 2022 von 48,4%. Der Ausländeranteil lag dabei bei 47,4%.21


Ebenso zeigt sich im Bereich der organisierten Kriminalität auch im nun vorgestellten Berichtszeitraum (hier: 2022) eine hohe Beteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund. Allerdings bewegten sich die Gesamtzahlen an Tatverdächtigen und Verfahren sowie der Ausländeranteil hier kaum.22 Das Bundeslagebild zur organisierten Kriminalität für das Jahr 2022 hebt indes noch einmal hervor, dass 72% der Verfahren eine „internationale Tatbegehung“ aufwiesen23 (gegenüber 70,7% 2021)24, sodass auch im Jahr 2022 organisierte Kriminalität stark migrantisch geprägt war.


Und auch jenseits der Gewaltkriminalität bleibt es ebenfalls dabei, dass der Migrantenanteil besonders hoch ist, wenn auch die Schwere des Delikts besonders hoch ist. Dies sei am Wohnungseinbruchsdiebstahl illustriert, bei dem der Migrantenanteil 2023 mit 42,93%25 noch einmal deutlich über dem Migrantenanteil an den Straftaten insgesamt lag.

 

3 Höhere Kriminalitätsbelastung bei Menschen mit Migrationshintergrund nicht bei allen Migranten, sondern vor allem bei männlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit den Migrationshintergründen „Nahost“, „Schwarzafrika“, „Balkan“ sowie in Teilen „Osteuropa“


Die Analyse der polizeilichen Kriminalstatistik 2022 und 2023 zeigt, dass die erhöhte Kriminalitätsbelastung bei Menschen mit Migrationshintergrund nicht gleichmäßig über alle Gruppen verteilt ist. Besonders betroffen sind männliche Jugendliche und junge Erwachsene aus bestimmten Herkunftsregionen. Dieser Befund für das Jahr 2022 bleibt auch 2023 gleich – wobei es erneut dieselben Herkunftsländer sind, die durch eine erhöhte Kriminalitätsbelastung auffallen. Von den 923.269 nichtdeutschen Verdächtigen waren etwa 61.052 Afghanen, 13.146 Marokkaner, 50.462 Polen, 63.283 Rumänen und 14.973 Russen.26 Das Problem „Migrantenkriminalität“ behält damit seine auch kulturell-mentale Seite, die der Verfasser im Blick auf die Herkunftsregionen und die dort teils geltenden Werte und Regeln bereits im Vorgängerartikel herausgearbeitet hat.


Eine besonders große Rolle bei der Kriminalitätsentwicklung spielt dabei auch im Berichtszeitraum 2023 die seit 2015 massiv gestiegene Zuwanderung über das Asylrecht. „Zuwanderer“ über das Asylrecht stellen nicht nur einen erheblichen Anteil an den Tatverdächtigen insgesamt, sondern tragen überdies kontinuierlich zur Zunahme von Straftaten bei. Dabei dominieren neben Diebstahlsdelikten gerade auch Rohheitsdelikte, wobei diejenigen Herkunftsregionen besonders überproportional vertreten sind, die dies auch sonst bei Migrantenkriminalität sind. Zuwanderung über das Asylsystem ist daher seit 2016 ein ebenso maßgeblicher wie kontinuierlicher Faktor für die negative Kriminalitätsentwicklung in Deutschland.27 Die Masseneinwanderung über das Asylrecht seit 2015 hat Deutschland also signifikant und anhaltend unsicherer gemacht.


Für Berlin hat die Polizeipräsidentin Slowik das Wesentliche zum Problemfeld der Gewaltkriminalität daher auch treffend so zusammengefasst: „Zugespitzt formuliert: Nach unseren Zahlen ist die Gewalt in Berlin jung, männlich und hat einen nicht-deutschen Hintergrund. Das gilt auch für Messergewalt.“28


Dass eine erhöhte Kriminalitätsbelastung bestimmter Gruppen natürlich nicht sagt, dass alle zur Gruppe Gehörenden kriminell sind, ist dabei eigentlich selbstverständlich, sei aber gleichwohl noch einmal ausdrücklich angemerkt. Auch unter weit überdurchschnittlich kriminalitätsbelasteten Gruppen finden sich daher gut Integrierbare und gut Integrierte. Es gibt eben lediglich einen höheren Anteil an „Problemfällen“ – und nur um diese geht es hier.

 

 

4 Deutsche weit überdurchschnittlich Opfer, und zwar gerade auch Opfer von Migrantenkriminalität


Die polizeiliche Kriminalstatistik 2023 zeigt ferner, wie schon 2022, dass Deutsche weiterhin weit überdurchschnittlich Opfer von Straftaten werden.


Im Jahr 2023 wurden insgesamt 1.249.329 Opfer erfasst, was einem Anstieg von 8,5% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Von den erfassten Opfern waren 939.234 deutsche Staatsangehörige (75,2%), während 310.095 keine deutsche Staatsangehörigkeit besaßen (24,8%). Dies bedeutet, dass Deutsche nach wie vor deutlich häufiger Opfer von Straftaten werden als Nichtdeutsche.29


Eine amtliche Statistik zu den Staatsangehörigkeiten von Opfern und Tätern führte weiterhin die Polizei NRW, und auch hier gibt es neue Zahlen, nun für 2022. Danach finden sich 2022 22.347 nichtdeutsche Opfer deutscher Täter, aber 38.053 deutsche Opfer nichtdeutscher Täter.30 Auch hier bestätigt sich also das bekannte Bild.


Ausgehend von Anfragen beim BKA finden sich medial zu diesem Thema auch bundesweite Zahlen, diesmal bezogen auf Minderjährige Opfer. Danach gab es 2023 19.969 deutsche minderjährige Opfer ausländischer Täter (+25% gegenüber 2022), darunter 6.758 deutsche Opfer von Zuwanderern (+23%). Umgekehrt gab es nur 9078 ausländische minderjährige Opfer deutscher Täter (+21%). In 10.042 Fällen waren Täter und Opfer Ausländer (+42%).31 Auch hier findet sich also das gleiche Bild.


Und auch jenseits des statistisch Fassbaren können Gruppen migrantischer Täter das Sicherheitsgefühl für einheimische Deutsche und integrierte Migranten (!) erheblich gefährden. Dies sei an zwei Beispielen illustriert: In jüngerer Zeit scheint eine syrisch-afghanische Jugendbande im Norden der thüringischen Stadt Gera ihr Viertel zu terrorisieren und fiel dabei unter anderem durch einen Gewaltexzess gegen einen 14-jährigen Deutschen auf, den die Täter komplett auf Video aufzeichneten.32 Zum anderen gab es, wiederum in Thüringen, vor etwa zwei Monaten einen Brandbrief von Zugbegleitern. Diese berichteten, dass zwischen Suhl, wo sich eine Erstaufnahmeeinrichtung befindet, und Erfurt junge Zuwanderer die Zugbegleiter bedrohten, belästigten und selbstverständlich niemals mit Fahrkarte fuhren. Das Maß an Aggressivität war dabei derart hoch, dass die Zugbegleiter ihre Arbeit kaum noch verrichten konnten und teilweise vor den Zuwanderern regelrecht fliehen mussten.33 Es wäre ein schwerer Fehler, die verunsichernde Wirkung solcher Einzelvorgänge auf das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu unterschätzen, nur weil man sie vielleicht nicht gut statistisch erfassen kann. Denn sie beleuchten im Brennglas und für die Betroffenen traumatisierend erlebbar die statistischen Befunde, die sich sehr gut erfassen lassen und die Gegenstand der Artikelserie des Verfassers waren. Es ist daher auch keineswegs irrational, wenn die Menschen in solchen Geschehnissen einen Beleg für ein sich vergrößerndes Kriminalitätsproblem und für ein zunehmendes Problem gerade migrantischer Kriminalität sehen. Denn genau diese Entwicklungen stehen eben hinter vielen Einzelmeldungen.

 

5 Fazit


Die aktuellen Zahlen machen insgesamt deutlich, dass sich die ohnehin schon problematischen Entwicklungen im Kontext von Migrantenkriminalität im vergangenen Jahr noch verschärft haben – und daher eine ohnehin bereits ausgesprochen heikle Lage sich weiter dramatisch zuspitzt. Diese Entwicklung bedroht die Fundamente des gesellschaftlichen Zusammenhalts und des öffentlichen Friedens, weil sie den öffentlichen Raum massiv unsicherer machen und damit das Grundvertrauen in Staat und Gesellschaft unterminieren. Vor diesem Hintergrund ist die Lage für weitere Beschwichtigungsrituale und ausschließlich politisch motivierte Diskursverbote schlicht zu ernst. Das Problem Migrantenkriminalität gehört vielmehr ganz oben auf die Tagesordnung – und dies auf der Basis ehrlicher Zahlen, mögen sie politisch noch so unbequem sein. Was dabei konkret zu tun ist, konnte aus Kapazitätsgründen schon in den Vorgängerartikeln nur skizziert werden und erfordert eigene ausführliche Debatten.


Auf einen Aspekt möchte der Verfasser aber ausdrücklich hinweisen: Blickt man auf die Zunahme von Kriminalität seit der faktischen Grenzöffnung 2015, so wird deutlich, dass die gesamte Herangehensweise in Deutschland das Pferd von der falschen Seite aufzuzäumen versucht. Denn es macht recht wenig Sinn, die Grenzen für jedermann zu öffnen und so – ausdrücklich: neben Integrierbaren (!) – auch überproportional viele Integrations- und Regelverweigerer ins Land zu lassen – und dann zu überlegen, wie man mit deren Kriminalität am besten umgehen könnte. Denn so überfordert man alle relevanten Akteure und Institutionen, von der Sozial- und Jugendarbeit über Kindergärten und Schulen bis zu Ausländerämtern, Polizei, Justiz und Strafvollzug. Moralisch richtig und sogar moralisch überlegen erscheint eine solche Politik ihren Verfechtern daher auch nur, weil sie die negativen Folgen einfach ausblenden oder gar wegzuleugnen versuchen. Aber die Folgen sind da und sie sind spürbar – vor allem im Verlust des öffentlichen Raums. Und auch, wenn ein Ende der Masseneinwanderung über das Asylsystem gewiss nicht die einzige Antwort sein kann: Ohne ein Ende der Politik der offenen Grenzen ist auch eine Lösung des Problems der Migrantenkriminalität realistisch schlicht nicht zu haben.

 

 

Anmerkungen

 

  1. Der Autor war von 2005 bis 2016 Staatsanwalt in Kiel und ist seit August 2016 Professor für Strafrecht und Ordnungswidrigkeitenrecht an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW, Studienort Münster.
  2. Vgl. Nowrousian, Migrantenkriminalität: Zum Stand der Dinge (Teil 2), Kriminalpolizei, 2/2024, S. 23, 27.
  3. Vgl. PKS 2023, S. 9, file:///C:/Users/V110/Downloads/IMK-Bericht-6.pdf, abgerufen: 24.6.2024.
  4. Vgl. PKS 2023, S. 11, file:///C:/Users/V110/Downloads/IMK-Bericht-6.pdf, abgerufen: 24.6.2024.
  5. Vgl. PKS 2023, S. 12, file:///C:/Users/V110/Downloads/IMK-Bericht-6.pdf, abgerufen: 24.6.2024.
  6. Vgl. PKS 2023, S. 11, file:///C:/Users/V110/Downloads/IMK-Bericht-6.pdf, abgerufen: 24.6.2024.
  7. Vgl. PKS 2023, S. 11, file:///C:/Users/V110/Downloads/IMK-Bericht-6.pdf, abgerufen: 24.6.2024.
  8. Vgl. PKS 2023, S. 13, file:///C:/Users/V110/Downloads/IMK-Bericht-6.pdf, abgerufen: 24.6.2024.
  9. Vgl. PKS 2023, S. 14, file:///C:/Users/V110/Downloads/IMK-Bericht-6.pdf, abgerufen: 24.6.2024.
  10. Vgl. PKS 2023, S. 19, file:///C:/Users/V110/Downloads/IMK-Bericht-6.pdf, abgerufen: 24.6.2024.
  11. Vgl. PKS 2023, S. 20, file:///C:/Users/V110/Downloads/IMK-Bericht-6.pdf, abgerufen: 24.6.2024.
  12. Vgl. PKS 2022, S. 19, file:///C:/Users/V110/Downloads/IMK-Bericht-9.pdf, abgerufen: 24.6.2024.
  13. Vgl. PKS 2023, S. 14, file:///C:/Users/V110/Downloads/IMK-Bericht-6.pdf, abgerufen: 24.6.2024.
  14. Vgl. PKS 2023, S. 14, file:///C:/Users/V110/Downloads/IMK-Bericht-6.pdf, abgerufen: 24.6.2024.
  15. Vgl. PKS 2023, S. 14, file:///C:/Users/V110/Downloads/IMK-Bericht-6.pdf, abgerufen: 24.6.2024.
  16. Vgl. BT-Drs. 20/11603, S. 2 f., dserver.bundestag.de/btd/20/116/2011603.pdf, abgerufen: 24.6.2024.
  17. Vgl. PKS 2023, S. 14, file:///C:/Users/V110/Downloads/IMK-Bericht-6.pdf, abgerufen: 24.6.2024.
  18. Vgl. PKS 2023, S. 14, file:///C:/Users/V110/Downloads/IMK-Bericht-6.pdf, abgerufen: 24.6.2024.
  19. Vgl. PKS 2023, S. 15, file:///C:/Users/V110/Downloads/IMK-Bericht-6.pdf, abgerufen: 24.6.2024.
  20. Vgl. Schriftliche kleine Anfrage vom 5.5.2024 und Antwort des Senats, Drucksache 22/14310.
  21. Vgl. Mader, Messerangriffe haben in NRW um fast 50% zugenommen, Funke Medien, 6.6.2024, app-webview.sparknews.funkemedien.de/nrw-nrz/region/rhein-und-ruhr/article242508906/Messerangriffe-haben-in-NRW-um-fast-50-Prozent-zugenommen.html, abgerufen: 24.6.2024.
  22. Vgl. Organisierte Kriminalität, Bundeslagebild 2022, BKA, S. 8 f., file:///C:/Users/V110/Downloads/organisierteKriminalitaetBundeslagebild2022-1.pdf, abgerufen: 24.6.2024.
  23. Vgl. Organisierte Kriminalität, Bundeslagebild 2022, BKA, S. 2, file:///C:/Users/V110/Downloads/organisierteKriminalitaetBundeslagebild2022-1.pdf, abgerufen: 24.6.2024.
  24. Vgl. Organisierte Kriminalität, Bundeslagebild 2021, BKA, S. 2, file:///C:/Users/V110/Downloads/organisierteKriminalitaetBundeslagebild2021-1.pdf, abgerufen: 24.6.2024.
  25. Vgl. PKS 2023, S. 19, file:///C:/Users/V110/Downloads/IMK-Bericht-6.pdf, abgerufen: 24.6.2024.
  26. Vgl. PKS 2023, Tabelle T 62, www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2023/PKSTabellen/BundTVNationalitaet/bundTVNationalitaet.html, abgerufen: 24.6.2024.
  27. Vgl. Kriminalität im Kontext von Zuwanderung, Kernaussagen, Berichtszeitraum: 1.1.–30.9.2023, BKA, file:///C:/Users/V110/Downloads/kernaussagenKriminalitaetZuwanderung2023.pdf, abgerufen: 24.6.2024.
  28. Vgl. Polizeipräsidentin: Messergewalt fast nur durch Ausländer, JF, 24.6.2024, jungefreiheit.de/politik/deutschland/2024/polizeipraesidentin-messergewalt-fast-nur-durch-auslaender/, abgerufen: 24.6.2024.
  29. Vgl. PKS 2023, S. 11, file:///C:/Users/V110/Downloads/IMK-Bericht-6.pdf, abgerufen: 24.6.2024.
  30. Vgl. PKS NRW 2023, Tabelle 510; polizei.nrw/sites/default/files/2023-10/pks_2022_nordrhein-westfalen_t510.pdf, abgerufen: 28.6.2024.
  31. Vgl. Rifler, Brisante Zahlen: Deutsche Minderjährige werden häufiger Opfer von ausländischen Minderjährigen als umgekehrt, NIUS, 27.06.2024; www.nius.de/news/brisante-zahlen-deutsche-minderjaehrige-werden-haeufiger-opfer-von-auslaendischen-minderjaehrigen-als-umgekehrt/6a0734ca-5674-4034-855b-31c0c7a04bca; abgerufen: 28.6.2024.
  32. Vgl. Gera: 20 Syrer und Afghanen quälen deutschen Schüler, JF, 20.6.2024, jungefreiheit.de/politik/deutschland/2024/gera-20-syrer-und-afghanen-quaelen-deutschen-schueler/, abgerufen: 24.6.2024.
  33. Vgl. Bahn-Betriebsrat schildert erschreckende Taten von Migranten, JF, 26.4.2024, jungefreiheit.de/politik/deutschland/2024/bahn-betriebsrat-schildert-erschreckende-taten-von-migranten/, abgerufen: 24.6.2024.