Inhalt: Aktuelle Ausgabe



 
Sie befinden sich hier:  Startseite / News / Kriminalprävention
News: Kinder- und Jugenddelinquenz
Eine starke Bindung an die Schule wirkt bei Kindern wie ein Schutzfaktor gegen die Einflüsse von delinquenten Altersgenossen. Das ergibt sich aus einer amerikanischen Studie, über die der Polizei-Newsletter (Nr. 96) berichtet.

Die starke Bindung an die Schule bewahrt auch Kinder, die in ihrer Jugend vielen Risikofaktoren ausgesetzt waren, vor Gewalt- und anderen Delikten und verhindert bei Kindern, die schon früh aggressives Verhalten zeigten, dass sie in den folgenden zwei Jahren so weitermachten. Aus Sicht der Polizei bedeuten diese Ergebnisse, dass eine Null-Toleranz-Politik, die Problem-Kinder ausschließen will, möglicherweise kontraproduktiv ist.

Der Bielefelder Sozialwisenschaftler Professor Wilhelm Heitmeyer, Leiter des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld, unterstreicht ebenfalls die Rolle der Schule im Zusammenhang mit der Delinquenz von Jugendlichen. Hauptsächlich mangelnde Anerkennung sei Ursache für die spektakulären Gewalttaten, z.B. in Erfurt, gewesen. Anerkennung „speist sich bei Jugendlichen zum einen aus der Schule und den Leistungen dort. Das kann für einige ein Problem werden, wie in Erfurt und Emsdetten. Dann gibt es die Anerkennungsquelle Familie, da läuft es über Liebe. Und drittens gibt es die Anerkennung oder Ablehnung durch Gleichaltrige. Wenn die Anerkennungsbilanz insgesamt sehr negativ ausfällt, trifft ein Jugendlicher möglicherweise die Entscheidung, sich zu rächen, sich eine letzte Anerkennung zu verschaffen, sich gewissermaßen unsterblich zu machen durch einen finalen Gewaltakt“, so Heitmeyer in der ZEIT. Mehr unter www.polizei-newsletter.de  und http://www.zeit.de/online/2007/15/gewalt-heitmeyer?page=2

Mehr News finden Sie hier:
http://www.kriminalpolizei.de/articles,wichtiges_in_kuerze,1,154.htm

DruckenDrucken | 13-06-2007, 11:41:00 | Admin