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Expertise: Gewalt bei Kindern und Jugendlichen verhindern oder vermindern
Gewalt bei Kindern und Jugendlichen bereits im Vorfeld zu verhindern stellt sich für viele Verantwortliche nicht nur als komplexe, sondern oft genug auch als kaum lösbare Aufgabe dar. Hier könnte eine neue Untersuchung Abhilfe schaffen.
Welche Bedingungen gegeben sein müssen, damit Gewaltprävention gelingen kann, hat ein Team der Freien Universität Berlin unter Leitung von Professor Dr. Herbert Scheithauer im Auftrag des Deutschen Forums für Kriminalprävention (DFK) untersucht.
Die Expertise mit dem sperrigen Titel „Gelingensbedingungen für die Prävention von interpersonaler Gewalt im Kinder- und Jugendalter“ unterstreicht nochmals, dass nur langfristige und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Präventions-Strategien erfolgversprechend sind, die die individuelle Entwicklung von Kindern und Jugendlichen – dem jeweiligen Entwicklungsstand angepasst - gezielt fördern.
Besondere Bedeutung kommt dabei nach Überzeugung von Scheithauer der konsequenten und nachhaltigen Förderung von emotionaler und sozialer Kompetenz bereits ab einem frühen Alter zu.
Als weitere Aspekte tragen nach Ansicht der Autoren effektiv zur Prävention von Gewalt bei:
• systematische Herangehensweise bei der Gestaltung von Präventionsmaßnahmen, d.h. die durchzuführenden Maßnahmen sollten theoretisch begründet (bewährte Modelle) und empirisch abgesichert (Wirksamkeitsnachweise) sein.
• Die Berücksichtigung des Einflusses von wichtigen Entwicklungsaufgaben und
Entwicklungsübergängen im Kindes und Jugendalter.
• Die Berücksichtigung der Anzahl, Intensität und Dauer von risikoerhöhenden
Bedingungen und ihrer Wechselwirkung.
• Die Berücksichtigung von Alter und psychosozialer Entwicklung.
• Die Berücksichtigung individueller Bedingungen und Entwicklungspfade.
• Die Berücksichtigung multipler Risikokomponenten in Form multimodaler Maßnahmen in den Handlungsfeldern Individuum, Familie, Schule, soziales Umfeld.
• Die Betonung der risikomildernden Bedingungen von Kindern und Jugendlichen, deren Eltern und dem sozialen Umfeld.
• Die Fokussierung auf mehrere Komponenten (multimethodale Prävention) wie kognitive, behaviorale und affektive Aspekte.
• Die Ausführung der Maßnahmen über längere Zeiträume.
• Die Ergänzung universeller Maßnahmen durch selektive bzw. indizierte Maßnahmen.
Die Publikation richtet sich an Präventionsfachkräfte, Wissenschaftler und Verantwortliche für Prävention in Verwaltung und Kommunen.
Sie kann bestellt oder heruntergeladen werden unter dfk@kriminalpraevention.de
Mehr News finden Sie hier:
http://www.kriminalpolizei.de/articles,wichtiges_in_kuerze,1,202.htm
Drucken | 04-06-2008, 11:36:00 | Admin
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