Politisch motivierte Gewaltkriminalität

Der Einsame-Wolf Terrorist.

Eine neue Herausforderung für die innere Sicherheit

1. Relevanz des Themas1
Der „Kleinzelltäter“ scheint zu einer neuen sicherheitspolitischen Bedrohung zu werden, der die Terrorismusbekämpfung zentrale Aufmerksamkeit schenken muss.2 Das Phänomen wurde durch die Mordserie des so genannten Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) und die Pannen deutscher Sicherheitsbehörden, insbesondere der Verfassungsschutzämter3, auf dramatische Weise virulent. Diese Art von Terrorismus fiel aus dem bürokratischen Raster deutscher Sicherheitsbehörden und auch professioneller Beobachter, wohl auch, wie der langjährige, kontinuierlich beobachtende Extremismusforscher Uwe Backes selbstreflexiv und -kritisch konstatiert, weil sich „das Gros dem Typus expressiver, emotional-hassgeladener, wenig planhafter und organisierter Taten zuzurechnen lässt. […] Insbesondere der Spezies der politisch motivierten Mehrfach- und Intensivtäter wurde bislang zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.“4 So spielt das Konzept des „lone wolf terrorism“ im deutschen Kontext bislang keine Rolle, obwohl es zahlreiche empirische Fälle dafür gibt, auch in Deutschland. Offenbar fehlt das Gespür für mögliche Szenarien. Der erste erfolgreiche islamistische Anschlag in Deutschland im Frühjahr 2011 ging von einem Einzeltäter aus. Aufgehetzt von einem Internetvideo, das angeblich die Vergewaltigung von muslimischen Frauen durch US-Soldaten zeigte, radikalisierte sich der junge Kosovare Arid Uka innerhalb von wenigen Tagen und beschaffte sich auf dem Schwarzmarkt eine Waffe. Wenig später passte er eine Gruppe von US-Soldaten auf dem Frankfurter Flughafen ab, fragte einen der GIs nach einer Zigarette und zog dann seine Waffe. Er erschoss zwei Soldaten, nur die Ladehemmung seiner Waffe verhinderte Schlimmeres.5 Das Gericht verurteilte ihn zu lebenslanger Haft. Die Anklage hatte sich überzeugt gezeigt, dass Uka mit der Tat seinen persönlichen Beitrag zum Dschihad (Heiligen Krieg) leisten wollte. Er habe sich zum „Herrn über Leben und Tod gemacht“ und seine Opfer willkürlich ausgesucht. Uka sei ein Einzeltäter, der sich über das Internet radikalisiert habe. Uka selbst hatte vor Gericht gestanden.6

Dr. Florian Hartleb
Bonn 

Innerhalb von al-Qaida gibt es einen Strategiewechsel aufgrund eigener Schwächung: Operationen werden weniger von Islamisten aus dem Westen durchgeführt, die in Terrorlagern im Ausland ausgebildet werden und dann in ihren Heimatländern Terrorzellen gründen, sondern Muslime im Westen angestachelt, selbstständig loszuschlagen. Die US-Regierung nennt al-Qaida heute eine geschwächte Organisation. Zu großen Anschlägen sei al-Qaida nicht mehr in der Lage, die Kampfmoral sei schlecht. US-Drohnenangriffe und gezielte Aktionen in pakistanischen Stammesgebieten schränken auch die Ausbildung von Nachwuchs ein. Deshalb ist es die neue Strategie, kleine Zellen und Einzeltäter zu Terrorakten im Westen anzustiften.7 Ein Beispiel ist Mohamed Merah, Sohn einer Algerierin und eines Franzosen, der in Toulouse sieben Menschen tötete. Er hatte nur ein kurzes Schießtraining in Pakistan mitgemacht. Der Salafist, der sich selbst radikalisierte und lange als Krimineller auffällig wurde8, bezeichnete sich selbst als Mitglied der Terrororganisation al-Qaida, was aber angezweifelt wird. Dennoch ist durch seine Salafistenkontakte offen, ob er wirklich als Einzeltäter agierte.9
Der drastischste, auch von der Quantität, war der Fall in Norwegen, wo der 32-jährige Anders Behring Breivik am 22. Juli 2011 erst eine Autobombe im Regierungsviertel von Oslo zur Explosion brachte, die unter anderem acht Menschen tötete. Nur wenige Stunden später richtete er, als Polizist verkleidet, auf einer kleinen Insel, Utøya, 30 km von Oslo entfernt, mit einer Schusswaffe ein Massaker an. Er nutzte dabei die Gelegenheit eines Massenauflaufs, ein traditionelles Zeltlager der sozialdemokratischen Jugendorganisation auf Utøya. Im Laufe von mehr als einer Stunde fielen dem Terroristen 69, meist junge Personen zum Opfer. 564 Menschen befanden sich auf der Insel Utøya, als Breivik am späten Nachmittag des 22. Juli dort eintraf. Der jüngste Teilnehmer des Sommerlagers war 13 Jahre alt. Mehr als 200 Schuss feuerte Breivik aus seinen Waffen ab. Neben all jenen, die er tötete, verletzte er 33. Vor Gericht sagte Breivik, er habe gehofft, alle umbringen zu können.10 Der perfide Akt kann nur deshalb nicht als Amoklauf bezeichnet werden, weil der Täter vor seinen Taten eine, wenn auch krude, politische Botschaft – ein Europa frei von „Kulturmarxismus und Islamismus“ – hinterließ und vorgeblich aus politisch-destruktiven Motiven handelte. Diese Botschaft fand ihren Ausdruck in einem sogenannten, wegen der größeren Publizität auf Englisch verfassten, meist plagiierten „Manifest“, welches mehr als 1500 Seiten umfasst, und einem you-tube-Video, in dem sich der Täter zum „Kreuz- und Tempelritter stilisiert“.
Dachten erste, vorschnelle reflexhafte Einschätzungen unmittelbar ob der Kaltblütigkeit an einen Akt von al-Qaida11, stellte sich trotz der Behauptungen des Täters, er sei Teil einer Bewegung und obskuren Zelle, schnell heraus, dass er als Einzeltäter gehandelt hat. Unabhängig vom im Prozess gegen ihn aufkommenden Gutachter- und Expertenstreit um seinen Geisteszustand zeigt sich ein rational-akribisches Vorgehen, da er sich jahrelang, beim Schreiben und bei der intensiven Vorbereitung auf die Terrorakte, kühl-berechnend vorbereitet hatte. Damit kann er als einer der am besten dokumentiersten Massenmörder (in die Geschichte?) eingehen. Breivik wurde dann auch im einstimmigen Urteil vom 24. August 2012 nach einem zehnwöchigen Prozess als zurechnungsfähig erklärt und dementsprechend zur Höchststrafe von 21 Jahren mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt. Er war vor seinen Taten nicht strafrechtlich-polizeilich erfasst. Ein Verständnis vom Agieren dieses Terroristen ist dabei essentiell, um für die Zukunft zu lernen und präventiv wirken zu können.12 Das gilt auch für die ausführliche ideologische Begründung der Tat – schon bei Adolf Hitlers „Mein Kampf“ weist die Ideengeschichtlerin Barbara Zehnpfennig nach, dass es sich dabei um ein in sich logisches Gedankenkonstrukt handelt, das ebenfalls erst theoretisch manifestiert, dann praktisch umgesetzt wurde.13 Im Fall „Breivik“ sind zudem Nachahmungstäter nicht ausgeschlossen.14
Das Potential des „Einsamen-Wolf-Terroristen“ wird inzwischen immens hoch eingeschätzt. US-Präsident Barack Obama äußerte unter dem Eindruck der Ereignisse in Norwegen und auf Konsultation seiner Sicherheitsberater: „The risk we’re especially concerned over right now is the lone wolf terrorist, somebody with a single weapon being able to carry out wide-scale massacres of the sort that we saw in Norway recently. You know, when you’re got one person who is deranged or driven by a hateful ideology, they can do a lot of damage, and it’s a lot of harder to trace those lone wolf operators.”15 Der britische Geheimdienst machte im Einsamen-Wolf-Terrorismus die größte sicherheitspolitische Bedrohung für die Olympischen Spiele 2012 aus.16 Der folgende Beitrag will anhand des „Lone-wolf-terrorism“-Konzeptes diese Form des Terrorismus beleuchten und anhand des Falles „Breivik“ hinterfragen, was für Lehren aus dem Terrorismus des norwegischen Falles gezogen werden können. Dabei geht es einzelfallorientiert um Ursachen, Motive, Gefahrenpotentiale und eine mögliche Prävention.

2. Einordnung des lone-wolf-Terrorismus2.1. Konzept
Die konzeptionelle Beschäftigung mit dem Terrorismus ist stark von inhumanen, perfiden und propagandistischen Aktionen abhängig.17 Das mediale Weltereignis des 11. September 2001 und weitere Anschläge im Dunstkreis von al-Qaida bewirkten ein starkes Forschungsinteresse am islamistischen Fundamentalismus und die Möglichkeiten seiner Bekämpfung. Der deutsche Kontext ist stark vom Linksterrorismus der RAF beeinflusst, der im Kontext der deutschen Nachkriegsgeschichte gesehen wird.18 Die Spezifika dieser Terroristen eignen sich für Vergleiche, um die neuen Dimensionen des Terrorismus im 21. Jahrhundert auch mit Blick auf die psychologischen Aspekte herauszuarbeiten.19
Terrorismus ist weitgehend ein Gruppenphänomen, das durch Interaktion von Personen oder Gruppen entsteht. Definitionen sprechen dann auch von terroristischen Akteuren (im Plural) und einer gewissen organisatorischen Befehlsstruktur.20 Auch die Suche nach einer international trag- und konsensfähigen Terrorismusdefinition klammert individuellen Terrorismus per definitionem aus, bezieht Terrorismus auf substaatliche oder transstaatliche Gruppen.21 Auch wenn Terroristen in der Darstellung der Medien und der allgemeinen Wahrnehmung häufig zunächst einmal einzelne Personen, die Exekutoren, sind, zielt eine nähere Betrachtung direkt auf einen unmittelbaren terroristischen Gruppenhintergrund, einen Unterstützer- und Sympathisantenkreis.22 Der dem Terrorismus attestierte hohe Organisationsgrad scheint den Einzeltäter nicht zu erfassen. So äußert der Terrorismusexperte Peter Waldmann: „Die planmäßige Vorbereitung gezielter Anschläge unter den schwierigen Bedingungen des Untergrunds, die Kalkulation des Schockeffekts – all dies setzt ein gewisses Maß an operativer Intelligenz voraus und grenzt das Spektrum möglicher Akteure ein.“23
Die häufige Exklusion des Alleintäters nimmt nicht wunder, da er rein statistisch eine quantité négligeable darstellt. Nicht einmal zwei Prozent aller terroristischen Anschläge gehen auf die Kappe des Einsamen Wolfes, wobei die Häufung der Fälle in den USA signifikant ist. Ideologisch gibt es ein breites Spektrum.24 Nach herrschender Auffassung ist „der Terrorist“ also eine ideologische Person, die, mit einer hohen Gruppenkohärenz, in einer fest organisierten, arbeitsteiligen Struktur eingebunden ist.25 „Rechtsterrorismus“ wiederum firmiert als eine Sammelbezeichnung für einen Teilbereich des „Terrorismus“, der im Namen ethnischer Identität, Reinheit und Überlegenheit einschlägige Gewalthandlungen von Anschlägen gegen Einrichtungen bis zu Morden an Menschen begeht. Einsamer-Wolf-Terrorismus bezieht sich auf intendierte Akte, die von Personen begangen werden, welche 

     
  •  individuell operieren;
  •  
  • vorgeben, aus politischen Überzeugungen zu handeln;
  •  
  • die nicht einer organisierten Terrorgruppe oder einem Terrornetzwerk angehören;
  •  
  • die ohne direkten Einfluss eines Anführers oder einer irgendwie gearteten Befehls- und Gehorsamshierarchie handeln;
  •  
  • dabei für die Propaganda, die kommunikative Verbreitung ihrer extremistischen Ideologie selbst sorgen;deren Taktik und Methoden (modus operandi) umgesetzt werden von dem Individuum ohne direkten Befehl oder direkter Führung von außen.26
     

Der Einsame-Wolf-Terrorismus ist das Produkt der Selbstradikalisierung eines Individuums, die von einer im Einzelfall zu gewichtenden Mixtur aus persönlichen Kränkungen und politisch-ideologischen Motiven ausgelöst wird. Im Unterschied zum Amoklauf ist der Einsame-Wolf-Terrorismus politisch motiviert. Es kann hier gleichwohl gewisse Überschneidungen geben, wenn der Terrorismus im öffentlichen Raum stattfindet, wahllos Menschen tötet und dabei völlig emotionslos agiert. Der Amokläufer bringt in einem willkürlichen Akt jedes Opfer einzeln aus unmittelbarer Nähe und nacheinander um. Die Psychiaterin Nahlah Saimeh macht den Unterschied deutlich: „Während es Amoktätern oft um Rache oder Kränkung geht, entwickeln politische Mörder häufig ein bizarres, pathologisches Gerechtigkeitsempfinden mit einem aggressiven Gewissen für richtig oder falsch. Das stützt das fragile Selbstwertgefühl wie eine Prothese.“27 Mitunter haben die Attentäter politische Botschaften hinterlassen, mitunter aber auch nicht. Vieles bleibt manchmal auch unklar. Terroristen handeln auf Grundlage fest gefügter Überzeugungen, denen sie durch Terror Wirkung verleihen wollen. Die (kommunikative) Botschaft ist dabei wichtiger als die Tat(en) selbst.
Auch Breivik hatte auf der Insel neben den Jugendlichen eine prominente Vertreterin der Politik im Visier, die er als Symbol des Multikulturalismus ausmachte. Im Verhältnis zu seinen ursprünglichen Plänen hatte er sich verspätet, was der langjährigen Ministerpräsidentin Norwegens, Gro Harlem Brundtland, die dort am frühen Vormittag auf der Insel einen Vortrag gehalten hatte, wahrscheinlich das Leben rettete. Brundtland hatte aber die Insel wenige Minuten vor Breiviks Ankunft verlassen. Lee Harvey Oswald, Attentäter auf den US-Präsidenten John F. Kennedy am 22. November 1963, wurde kurz nach seiner Tat ebenfalls ermordet, so dass offener Raum für Spekulationen, Verschwörungen und größere Komplotttheorien bleibt. Oswald leugnete die Tat; wegen des fehlenden Propagandahintergrunds kann er nicht als Terrorist bezeichnet werden. Volkert van der Graaf, Attentäter auf den niederländischen rechtspopulistischen Politiker Pim Fortuyn in dessen Wahlkampf für die Parlamentswahl 2002, galt als militanter Umwelt- und Tierschützer; er hatte ein direktes politisches Motiv. Er gab an, seine Tat im Alleingang länger vorbereitet zu haben und Muslime schützen zu wollen – als Ziel war Fortuyn ausersehen, der für seinen Antiislamismus bekannt war. Der Täter kann daher als Einsamer-Wolf-Terrorist bezeichnet werden.
Nicht immer ist klar, ob sich hinter Attentaten auf Politikern ein politisches Motiv verbirgt. Der Amerikaner Timothy James McVeigh fällt auch nicht unter diese Definition, obwohl er immer wieder als Lone-wolf-Terrorist apostrophiert wird.28 Er verübte im Jahr 1995 den Bombenanschlag auf das Murrah Federal Building in Oklahoma City, in dessen Folge 168 Menschen starben. 1997 wurde er für diese Tat verurteilt und 2001 hingerichtet. McVeigh hatte einen Mittäter, der ihm bei der Vorbereitung entscheidend half und „eingeweiht“ war. Der Bombenleger von München, Gundolf Köhler, der am 26. September 1980 durch eine Bombenexplosion 13 Menschen getötet und über 200 zum Teil schwer verletzt hat, entstammte dem rechtsextremistischen Studentenmilieu. Zeitweilig hatte er Kontakte zur im Januar 1980 verbotenen „Wehrsportgruppe Hoffmann“ – ein Zusammenschluss hunderter militanter Rechtsextremisten – gepflegt und an Übungen teilgenommen, weshalb seine Alleintäterschaft fraglich ist.29
Die Bezeichnung „Lone-Wolf-Terrorism“ wurde von US-Behörden eingeführt und popularisiert. Sie geht zurück auf den militanten weißen Rassisten Alex Curtis, der Ende der 1990er-Jahre Gleichgesinnten empfahl, ganz auf sich gestellt Anschläge zu begehen. Immer wieder spielt dabei die Assoziation des Begriffs eine Rolle – der Wolf, der das Rudel verlassen hat. Einsamer Wolf wird immer wieder synonym für Eigenbrötler, Einzelgänger, Individualist, Außenseiter, Underdog und Einzelkämpfer gebraucht,30 in gewisser Weise auch im Gegensatz zu einem Teamplayer oder Rudelführer. Nicht umsonst spielen narzisstische Persönlichkeitsmuster bei dieser Form des Terrorismus eine besondere Rolle. Die Assoziation eignet sich auch deshalb, weil der Terrorist jahrelang unauffällig inmitten der Gesellschaft lebt, auf einmal in Aktion tritt und terroristisch handelt. Wichtiges Merkmal der Einsamen Wölfe scheint zu sein, dass sie eine Phase der eigenen Radikalisierung, die sie mitunter im stillen Kämmerlein, neuerdings via Internet und soziale Medien, erfahren. Isoliert vom Gros der Gesellschaft scheinen sie ihre Taten professionell, gar minutiös planen zu können. Im virtuellen Zeitalter besteht verstärkt die Befürchtung, dass die unterschiedlichen Extremismen in Zukunft gestärkt durch das Internet wesentlich loser agieren, Individuen auch durch praktische Anleitungen und ideologisch-fanatisches Material im Internet zu Terroristen mutieren und somit die „Propaganda der Tat“ zunimmt. Mitunter wird das Internet als „Jagdgebiet der einsamen Wölfe“ ausgemacht.31
Der Einsame-Wolf-Terrorismus steht in begrifflicher Verwandtschaft mit dem Konzept der Leaderless Resistence (führerloser Widerstand), die Anschlagplanung durch kleine, unabhängige und im Alltag unauffällige Zellen, wie offenbar trotz mancher Auffälligkeiten und Spuren im Falle des so genannten Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU). Leaderless Resistence verzichtet auf zentrale Kommandostrukturen, setzt hingegen auf bewegliche Kleinstgruppen mit einem hohen Maß an Planungsautonomie und Flexibilität. Das propagierte Zellsystem basiert auf Zellen, die trotz eines notwendigen gemeinsamen Ziels unabhängig voneinander operieren. Das gilt auch für die Anschlagziele, die an verschiedenen Orten durchgeführt werden. Louis Beam prägte als Aktivist des Ku-Klux-Clan Anfang der 1980er Jahre mit einem Essay diesen Begriff, der in „NS-affinen Szenen“ die Bildung von Terrorzellen auch weiterhin stimulieren könnte.32 Wichtige Schlüsselmerkmale zur Analyse terroristischen Handelns können auch auf den Einsamen-Wolf-Terrorismus angewandt werden: Gewaltstrategien, Durchsetzung politischer Ziele, mediale Perzeption, Schaffung eines Klimas von Angst sowie ein Agieren aus dem Untergrund.

2.2. Historisch-empirische Referenzpunkte
Als Referenzpunkt für viele Arten von Terrorismus, aber auch für den Einsamen-Wolf-Terrorismus gilt der russische Anarchismus um Mikhail Alexandrowitsch Bakunin (1814?–?
1876) im 19. Jahrhundert mit dem Konzept „Propaganda der Tat“, das im 19. Jahrhundert in diesen Zirkeln entwickelt wurde. Solange der Boden für den finalen Umsturz noch nicht bereitet sei, müsse eben nicht eine hierarchisch strukturierte Großorganisation agieren, sondern ein Individuum oder eine kleine Gruppe mit Gewaltakten die verzweifelte Lage der Ärmsten entschlossen kundtun.33
So genannte „utopische Sozialisten“ glaubten, Russland könne unter Umgehung des Kapitalismus durch eine Bauernrevolution zum Sozialismus kommen. Ihr Ziel wollten sie hauptsächlich mit den Mitteln des individuellen Terrors erreichen. Lenin sah in ihnen grundsätzlich eine Legitimation, lehnte aber ebendiesen individuellen Terror ab.34 Walter Laqueur sieht in dieser politischen Aktion zwei Dimensionen erfüllt: Erstens wird die intendierte Botschaft verstärkt, zweitens ein Machtanspruch zum Ausdruck gebracht, der im terroristischen Akt hervortritt.35 Die Geschichte des individuell-solitären Terrorismus zeigt, dass der Einsame Wolf seine Taten mit ganz unterschiedlichen Grundideologien begründet. Anarchistische Revolutionäre, religiöse Fanatiker wie islamistische Fundamentalisten, radikale Umwelt- und Tierschutzaktivisten, rassistische Gläubiger einer „weißen Überlegenheit“ und Rechtsterroristen im Allgemeinen verübten Terrorakte.
Theodore („Ted“) John Kaczynski, ein US-amerikanischer Mathematiker und Bombenleger, handelte als Einsamer-Wolf-Terrorist. Im Zeitraum von 1978 bis 1995 soll er 16 Briefbomben an verschiedene Personen in den USA verschickt haben, wodurch drei Menschen getötet und weitere 23 verletzt wurden. Bevor seine Identität bekannt wurde, bezeichnete man ihn als Unabomber (university and airline bomber), da die Bomben vornehmlich an Universitätsprofessoren und Vorstandsmitglieder von Fluggesellschaften geschickt wurden. Ab 1970 lebte der Terrorist in den Bergen von Montana in einer kleinen, selbst gebauten Holzhütte, nachdem er sich von der viel versprechenden Universitätskarriere an einer Eliteuniversität, später vom zivilisierten und sozialen Leben verabschiedet hatte. 1995 verschickte Kaczynski anonym ein 35.000 Wörter langes Manifest mit dem Titel Die industrielle Gesellschaft und ihre Zukunft (Industrial Society and its Future) an verschiedene Adressaten mit dem Angebot, die Bombenattentate zu beenden, falls dieser Text in einer bekannten Zeitung veröffentlicht würde. Am 19. September 1995 veröffentlichten The New York Times und die Washington Post das Manifest, um Hinweise auf den Täter zu bekommen. Nach dem Zeitungsabdruck des Manifests erkannte Teds jüngerer Bruder David darin den Schreibstil seines Bruders und verständigte nach eigenen Ermittlungen die Behörden. Darin schildert Kaczynski, warum er der Menschheit wünscht, die Technisierung der Gesellschaft möglichst bald zu überwinden.36
Ein lone-wolf-Rechtsterrorist war der Österreicher Franz Fuchs.37 Vier Jahre, von 1993 bis 1997, hielt der fremdenfeindlich motivierte Täter die Republik Österreich mit zahlreichen Brief- und Rohrbomben in Atem. Hinter der Bajuwarischen Befreiungsarmee, angeblich Drahtzieher der Briefbomben, verbarg sich der offenbar geistig verwirrte38 Einzeltäter Franz Fuchs. Fuchs war entgegen vieler Mutmaßungen, ein neues rechtsextremistisches Netzwerk operiere, ohne soziale Kontakte und gänzlich ohne Verbindungen zu einschlägig bekannten Organisationen und Personen – also ein klassischer „Einsamer Wolf“. Auch mit politischen Äußerungen trat Fuchs, in eigenen Worten „Patriot“, nicht in Erscheinung. Die mit breiten historischen Diskursen angereicherten Bekennerschreiben indizierten allerdings eine deutschnationale und minderheitenfeindliche, insbesondere antislawistische und antitürkische Gesinnung. In den Bekennerschreiben befanden sich zudem deutschnationale Versatzstücke sowie die Ablehnung der Zweiten Republik, besonders der parlamentarischen Institutionen und des Justiz- und Sicherheitsapparats.39Die Bombenanschläge richteten sich vornehmlich gegen Migranten, Angehörige von Minderheiten und Repräsentanten, die sich in diesem Bereich engagieren. Vier Roma starben am 5. Februar 1995 durch eine Rohrbombe, nachdem sie versucht hatten, das am Rande einer burgenländischen Roma- und Sintisiedlung aufgestellte Schild 
„Roma zurück nach Indien“ zu entfernen. 15 Menschen, darunter der Wiener Altbürgermeister Helmut Zilk, wurden bei den Anschlägen zum Teil schwer verletzt. Weitere 25 Briefbomben konnten rechtzeitig entdeckt werden, was eine größere Opferzahl verhinderte. Bei einer routinemäßigen Verkehrskontrolle am 1. Oktober 1997 zündete Fuchs eine Rohrbombe, weil er glaubte, man hätte ihn, unter dem Eindruck einer breit-öffentlich geführten Diskussion um die Rasterfahndung und Mittel, den Täter zu finden, entlarvt. Schon vorher hatte er sich in einen Verfolgungswahn gesteigert. Mit dem Suizidversuch trennte er sich beide Hände ab und verletzte die Beamten.40 Er wurde festgenommen und im März 1999 schließlich zu lebenslanger Haft verurteilt. Am 26. Februar 2000 beging Fuchs, zu lebenslanger psychischer Verwahrung verurteilt, Selbstmord in der Zelle.

3. Neue Dimension durch Anders Behring Breivik
Durch Breivik hat der Einsame Wolf Terrorismus eine neue Dimension erfahren, die sich kaum nachvollziehen lässt. Durch seine ausführliche Begründung der Taten geht er als einer der „schlimmsten, aber am besten dokumentierten Massenmörder in der Geschichte“41 ein. Eine wissenschaftliche Annäherung kann durch verschiedene, schwer zu gewichtende Faktoren und Indikatoren erfolgen. Diskutabel sind persönliche Kränkungen, Narzissmus und Selbststilisierung, eine Phase der Radikalisierung, die Rolle des Internets, das Abfassen des Manifests, ein Prozess der Entmenschlichung, Selbstisolierung und Entemotionalisierung, das Agieren wie ein aufgeputschter Amokläufer und die Entzauberung im Gerichtsprozess. Der Terrorist wurde mit vielen Labels assoziiert42:

     
  • christlicher Fundamentalist (Selbstbezeichnung bzw. -überhöhung),
  •  
  • konservativer Revolutionär (Selbstbezeichnung als Widerspruch in sich),
  •  
  • mittelalterlicher Kämpfer oder antimodernistischer Terrorist (Selbststilisierung als Tempelritter),
  •  
  • erster antiislamistischer Terrorist in Europa oder Repräsentant des europäischen Antiislamismus (wegen seines anschlussfähigen Hasses auf dem Islam),
  •  
  • Terrorist 2.0 (wegen seiner Affinität zum Internet, Blogs und virtuellen Kriegsspielen),
  •  
  • copy-paste- oder wikipedia-Terrorist (wegen der mehrheitlichen Plagiate im „Manifest“ und der Referenz wikipedia, in den Worten Breiviks die wichtigste Inspirationsquelle),
  •  
  • Rechtspopulist (wegen seiner kurzzeitigen Mitgliedschaft in der Jugendorganisation der norwegischen rechtspopulistischen Partei),
  •  
  • Rechtsextremist (wegen seiner menschenfeindlichen, demokratiefeindlichen Anschauungen)
  •  
  • einfach als Psychopath (Gesamtbild, teilweise auch gutachterliche Expertise im Vorfeld des Gerichtsprozesses).
     


3.1. Verbindungslinien zum Rechtspopulismus und -extremismus
Breiviks Terrorismus hatte eindeutig einen starken politischen Hintergrund. Zu seinen Opfern zählten Jugendliche aus der ihm verhassten sozialdemokratischen Partei. Wie andere Einsame-Wolf-Terroristen oder Attentäter wollte er auch die langjährige Ministerpräsidentin Norwegens, Gro Harlem Brundtland auf der Insel ermorden. Er selbst sprach immer wieder davon, dass ihm zahlreiche Politiker aus ideologischen Gründen verhasst sind. Dieser Umstand legt es nahe, Breivik in politische Kategorien zu orten. Bernhard Schmid sieht in „Distanzieren, leugnen, drohen. Die europäische extreme Rechte nach Oslo“ durch den inhumanen Akt von Breivik eine Zäsur innerhalb der extremen Rechten in Europa. Seine Bemühungen, Brevik als Teil eines Netzwerks, auch etwa innerhalb der Freimaurer darzustellen, überzeugen indes nicht, sind gar mitunter selbst verschwörungstheoretisch und bereichern sachliche Forschung im Bereich von terroristischen Netzwerken nicht.43 Breivik war einst Jungfunktionär der norwegischen Fortschrittspartei. Er war aus der Partei ausgetreten, da sie ihm zu moderat schien. Im europäischen Vergleich ist die immigrationsfeindliche Fortschrittspartei weit weniger radikal als etwa Front national, FPÖ oder Vlaams Belang. Rassistische Untertöne weist sie nicht auf. Breiviks „Manifest“ passt auch entgegen der Meinung einiger Beobachter44 überhaupt nicht zur rechtspopulistischen Programmatik. Obwohl Breivik im Manifest neben vielen anderen, auch aus dem Internet kopierten Verweisen auf die Erfolge rechtspopulistischer Parteien und ihren Antiislamismus rekurriert, wäre es nicht fair, eine direkte Verbindungslinie zu ziehen.
Breivik sieht Europa vor dem Untergang, ausgelöst werde die Katastrophe durch eine marxistisch-muslimische Konspiration, die durch einen „reinigenden Bürgerkrieg“ bekämpft werden müsse. Dies ist eine gerne verwandte These von kontra-jihadistischen Verschwörungstheoretikern. Breivik bediente sich etwa der Gedanken von Gisele Littmann, einer britische Autorin und spricht immer wieder von Eurabien. Unter ihren Pseudonymen Bat Ye’or (Hebräisch: „Tochter des Nil“) und Yahudiya Masriya publizierte sie mehrere Bücher, in denen sie sich mit der Geschichte des Islams im Nahen Osten auseinandersetzt und vor einer „Islamisierung“ Europas warnt, in deren Folge die Region zu einer islamisch-arabischen Kolonie – von Littman als „Eurabien“ bezeichnet – verkäme. Sie behauptet in ihrem verschwörungstheoretisch angereicherten Buch Eurabia: The Euro-Arab Axis, dass die politischen Eliten der Europäischen Union spätestens seit 1973 systematisch auf die Verschmelzung Europas mit der arabischen Welt hinarbeiteten und dabei eine „Islamisierung“ Europas und die Vernichtung Israels zumindest billigend in Kauf nähmen.45
Breivik nimmt im Manifest häufig Bezug auf die britische antiislamische English Defence League (EDL) – er gab vor, in einem norwegischen Ableger als einer der Gründungsväter involviert zu sein, sich seines Netzwerks zum britischen Netzwerk rühmend. Vor Gericht bestritt er aber den Kontakt zur EDL.46 Die EDL entstand im Jahr 2009 in einem Londoner Vorort, wo es zu häufigen Konflikten zwischen der Mehrheitsbevölkerung und einer eingewanderten muslimischen Minderheit, inklusive militanten-islamistischen Gruppierungen gekommen war. Die Liga, finanziert von einem islamophoben Millionär, rekrutiert sich aus Fussballhooligans und Anhängern der britischen Rechtsaußenparteien British National Party (BNP) und der United Kingdom Independence Party (UKIP). Die EDL hat keine formale Mitgliedschaft und ist stark im virtuellen Raum aktiv. Ihr Gründer Paul Ray ist ein angeblich religiös motivierter Skinhead, der die EDL gegründet hat, aber jetzt auf Malta „im Exil“ lebt, wo er eine antimuslimische Gruppe namens The Ancient Order of the Templar Knights anführt. Breivik hat diese Bezeichnung für seine eigenen Tempelritterphantasien übernommen. Ray, der mit Breivik direkten online-Kontakt hatte, äußerte aber, Breivik sei ein Einzelgänger ohne organisatorischen Überbau gewesen. Die von Breivik behaupteten konspirativen Geheimtreffen hätten nicht stattgefunden.47 Auch das Gericht fand keine Indizien für „Tempelrittertreffen“ mit Breivik.
Breivik muss unter dem Blickwinkel eines isolierten Terroristen betrachtet werden, nicht als Anhänger einer Bewegung, zu dem er sich ähnlich wie Franz Fuchs als typisches terroristisches Propagandainstrument stilisierte. Die rechtspopulistischen Parteien distanzierten sich nach Breiviks Massaker von dem „Werk eines aus dem seelischen Gleichgewicht gebrachten Einzelnen“, wie der französische Front National erklärte. Sie wiesen all jene zurück, „die mit Terror, Angstmacherei, mit Gewalt und dem Aufruf zur Gewalt agieren“ (Dänische Volkspartei), und betonten, dass der „Widerstand gegen die multikulturelle Idee keinem Aufruf zur Gewalt gleichkomme“ (Geert Wilders’ niederländische Partei für die Freiheit).48 Generell lässt sich kein Zusammenhang zwischen der Stärke von rechtspopulistischen Parteien und der Anzahl rechtsextremistischer Gewalttaten nachweisen. In Deutschland etwa ist letztere hoch, obgleich es keine nennenswerte rechtspopulistische Partei gibt. Breivik passt mit seinem Traum von einem mittelalterlichen Barbarentum auch nicht in das klassische rechtsextremistische Gedankengebäude. Dieses basiert mitunter auf dem Germanentum, nicht auf mittelalterliche Kreuzzugsideen. Auf obskure Weise wünscht er sich als angeblich christlich-fundamentalistischer Tempelritter das Mittelalter zurück, wendet sich stark gegen den vermeintlichen „Kulturmarxismus” in Europa nach 1945 und die vermeintliche „Massenimmigration durch Islamisten”. Der Terrorist gibt im Selbstinterview an, die größten Staatsmänner seien Otto von Bismarck und Winston Churchill gewesen.
Breivik ist auch im Unterschied zu vielen Rechtsextremisten kein Antisemit, sondern proisraelisch und nicht antiamerikanisch eingestellt. Der Terrorist zeigt einen richtigen Kult für den Staat Israel und dessen militärische Kräfte. Dem entspricht auch seine große Abneigung gegenüber dem Nationalsozialismus: „Wenn es eine Figur gibt, die ich hasse, ist es Adolf Hitler“ schreibt er, und fantasiert über Zeitreisen, um in die Vergangenheit zurückzukehren und ihn zu töten. Hitler selbst bezeichnet er als schlimmen Massenmörder. Im Judentum sieht Breivik das sicherste Bollwerk gegen den Islam. Breivik meldete sich in einem Internetforum für Neonazis an, aber offensichtlich nur mit der Absicht, diese zu überzeugen, dass zwar einige Ideen des Führers zum Volkstum richtig waren, aber dass sein größter Fehler gewesen sei, nicht zu verstehen, dass die reinsten und edelsten Vertreter des Westens Juden sind, und wenn der Nationalsozialismus schon jemanden auslöschen wollte, so hätte er sich im Nahem Osten gegen die Moslems wenden müssen.49
Im Manifest schreibt der Terrorist auch: „Ein Multikulturalist ist genauso schlecht wie ein Nazi, der wiederum genauso schlecht ist wie ein echter Moslem, Kommunist oder Faschist.“ Der Nationalsozialismus, der Kommunismus und der Islam sind für Breivik drei Seiten ein und derselben antiwestlichen Doktrin, und alle drei sollten laut ihm verboten werden. Offenbar passt Breivik hier, wie auch der österreichische Rechtsterrorist Franz Fuchs, in das Schema des Einsamen-Wolf-Terroristen: Diese „erschaffen ihre eigene Ideologie, welche breitere politische, religiöse oder soziale Anliegen mit persönlichen Aversionen, Frustrationen und Kränkungen kombiniert.“
50 Er passt daher nicht in klassische politische Kategorien von Faschismus, Rechtsextremismus oder Neonationalsozialismus. Breivik will provozieren, etwa mit seinem rechtsextremen Gruß, ein ausgestreckter rechter Arm mit geballter Faust an den ersten Gerichtstagen und am Tag der Urteilverkündung, dem 24. August 2012. Sein Weltbild offenbart manichäisch-menschenfeindliche Züge, in denen strikt zwischen gut und böse unterschieden wird. Das Gericht attestierte in der Urteilsverkündung Breivik habe zwar einen „fanatischen Geisteszustand“, der aber „politisch motiviert“ sei. Das Gericht war der Meinung, dass der Angeklagte keine Zwangsvorstellungen im klinischen Sinne hatte.51

3.2. Verbindungslinien zu terroristischen Mustern
Breiviks Ideenklau im Manifest legt nahe, nach Bezugspunkten innerhalb des Terrorismus zu fahnden. Wie stark sein Wunsch nach einem Andocken an andere Terroristen, Massenmörder und Amokläufer ist, zeigt sein Brief aus der Haft an Beate Zschäpe, Teil des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU). Ebenfalls schrieb er an den mutmaßlichen Heckenschützen von Malmö, Peter Mangs, mit zahlreichen Schüssen aus dem Hinterhalt. Zwei seiner Mord-Opfer waren Einwanderer, ein drittes Todesopfer war eine junge Schwedin, die neben einem Einwanderer saß. Breivik spricht auch in Haft davon, ein Netzwerk von Gleichgesinnten aufbauen zu wollen, sucht – so makaber es klingen mag – Brieffreundschaften mit Terroristen.52
Breiviks äußerte im Manifest den Wunsch, den mutmaßlichen bosnisch-serbischen Kriegsverbrecher Radovan Karadžic´ kennenzulernen. Der in Den Haag angeklagte Serbenführer wurde von Breivik wegen seiner Bemühungen, Serbien „vom Islam zu befreien“, als ehrenhafter „Kreuzritter und europäischer Kriegsheld“ beschrieben. Im „Manifest“ machte er immer wieder Andeutungen auf eine größere antiislamische und anti-multikulturalistische Bewegung, prahlt mit angeblichen Geheimtreffen zwischen ihm und weiteren Gesinnungsgenossen. Das meiste lässt sich kaum überprüfen, vor Gericht verstrickt sich Breivik immer wieder in Widersprüche. Hier gibt es auch Unterschiede zum klassischen Bild des Rechtsterrorismus, wonach die meisten Rechtsterroristen vor ihrer besonderen gewalttätigen Aktivität einschlägigen Gruppen oder Parteien aus diesem politischen Lager angehörten, was in der anschließenden Darstellung deutlich wird.53 Breivik hingegen war entgegen eigenen Verlautbarungen isoliert, gleichwohl im virtuellen Raum sehr aktiv. Bei den Opfergruppen von Rechtsterroristen handelt es sich häufig um Personen mit Migrationshintergrund – Breivik zielte hingegen auf vornehmlich einheimische Jugendliche der sozialdemokratischen Partei. Seine Rechtfertigung sieht er in der von ihm konstruierten Verbindung zwischen „Kulturmarxismus“ (Ursache) mit Protagonisten der „Frankfurter Schule“ und Multikulturalismus (Folge).
Vor Gericht betonte Breivik, er habe viel von al-Qaida gelernt. Die Organisation habe ihm die Idee geliefert, beim Massaker auf Utøya eine Polizei-Uniform zu tragen. Er habe sich Hunderte von Stunden mit al-Qaida und der baskischen Terrororganisation Eta beschäftigt. Das Terrornetzwerk sei „die erfolgreichste militante Organisation der Welt“, Breiviks angebliche Tempelritter ein Gegenpol zu al-Qaida. Er bewundere deren Glauben an das Märtyrertum. Er selbst habe fest damit gerechnet, dass Sicherheitskräfte ihn während der Anschläge im Juli mit einer Kugel zur Strecke bringen würden. Er habe nicht damit gerechnet, seine Anschläge zu überleben, diese seien als Selbstmordattentate geplant gewesen.54 Freilich muss diese Aussage angesichts der Selbstüberhöhung des Täters mit Vorsicht bewertet werden. Ungeachtet dessen wird sein Terrorismus als pervertierter al-Qaida-Terrorismus angesehen werden können, da es viele Parallelen in Propaganda wie Ausführung gibt. Der Vergleich verbirgt aber die Besonderheiten des Einsamen-Wolf-Terroristen. Breivik ließ ähnlich wie ein Franz Fuchs verlautbaren, er gehöre einer Organisation an, handelte aber allein. Auch zu einem anderen Einsamen-Wolf-Terroristen gibt es Anknüpfungspunkte. In das Pamphlet von Breivik wurden mehrfach Passagen aus dem Unabomber-Manifest des US-amerikanischen Bombenlegers Ted Kaczynski einkopiert und dabei die Bezeichnungen „Linke“ durch „Kulturmarxisten“ sowie „Schwarze“ durch „Moslems“ ersetzt.55

3.3. Verbindungslinien zu Blogs und Internetaktivitäten
Der Terminus des Einsamer-Wolf-Terrorist oder des autistischen Extremisten sollte nicht verschleiern, dass es gerade im virtuellen Raum zahlreiche Referenzpunkte für eine geistige Brandstiftung gibt. Breivik bezog sich im Manifest immer wieder auf einen islamfeindlichen Blogger Fjordman, seine wichtigste Quelle. 320 Seiten Text des Bloggers sind im Manifest kopiert. Auch der Titel „A European Declaration of Independence“, eine Art Unabhängigkeitserklärung, stammt aus einem Artikeltitel des Bloggers. Fjordman, der sich im Zuge der Breivik-Debatte als Peder Nøstvold Jensen outete, distanziere sich von Breivik, bezeichnete ihn als „Wikipedia-Terroristen“ und „ungebildeten Popanz mit Gotteskomplex“.56 Im norwegischen islamkritischen Forum Document.no hat Breivik 75 Beiträge hinterlassen. Unter anderem erklärte er hier, warum er die in seinen Augen zu gemäßigte und etablierte rechtspopulistische Fortschrittspartei wieder verlassen habe. Er bezeichnete es als Fehler der Partei, dass sie „multikulturellen Forderungen und den selbstmörderischen Idealen des Humanismus“ nachgegeben habe.57
Wie stark sich Breivik im Internet bewegte, zeigt auch der Blog „Gates of Vienna“. Breivik, der 2008 zwei Beiträge postete, in denen er sich auf Fjordman bezieht58, übernahm dessen Symbolik – Gates of vienna, das intendierte Wiederaufleben einer Schlacht wie 1683, als der Ansturm der Türken vor Wien gestoppt wurde. Sein plagiiertes Manifest betitelte er 2083: A European Declaration of Independence, also 400 Jahre nach Wien sollte es erneut zu einem Kulturkampf kommen. Dem Blog ist zumindest vorzuwerfen, diese Interpretation eines Kampfes zumindest in böswilliger Absicht (wie bei Breivik) schnell zuzulassen. Immerhin ist die zentrale Botschaft des Blogs die Übertragung der Schlacht von Wien auf heute. Unter der großen bildlichen Abbildung heißt es: „At the siege of Vienna in 1683 Islam seemed poised to overrun Christian Europe. We are in a new phase of a very old war.” Breivik beschreibt mit diesen Anleihen die Schlacht von Wien breit.
Die sozialen Medien benutzte Breivik exzessiv, auch zur Verbreitung seiner Propaganda. In seinem you-tube-Video inszenierte er sich, auch mit der martialischen Musik und seinen Selbstporträts. Er hatte auch einen facebook- und twitter-account. Anders Behring Breivik zeigte sich auf seinem Facebook-Profil im Freimaurer-Schurz als Mitglied der norwegischen Johannesloge. Via facebook versandte er das Manifest kurz vor den Anschlägen an nicht-gefragte 1003 E-Mail-Empfänger. Breivik prahlte, am Ende 5700 Facebook-Kontakte und 8000 E-Mail-Adressen gehabt zu haben.59 Er verfasste es extra auf Englisch, nicht auf norwegisch, um möglich ein „globales Publikum“ zu erreichen. Um sich nicht als Plagiator (Realität), sondern als Intellektuellen (Fiktion) zu gerieren, zitierte er auf seiner Facebook-Seite Machiavelli, Kant und John Stuart Mill. Auf twitter paraphrasierte er letzteren, um indirekt seine terroristischen Taten a priori als Akt des Gemeinwohls zu rechtfertigen: „One person with a belief is equal to the force of 100,000 who have only interests.“60 Damit kann die social media-Aktivität als komplementär zum Narzissmus des Täters eingeschätzt werden.
Arid Uka, der im März 2012 den ersten islamistisch motivierten Anschlag mit Todesopfern in Deutschland durchführte, kann ebenfalls als Einsamer-Wolf-Terrorist bezeichnet werden, der sich im virtuellen Raum selbst radikalisierte. Im Internet suchte Uka unter seinem Pseudonym „Abu Reyyan“ (Wächter der Himmelspforte) einschlägig bekannte islamistische Diskussionsforen auf, in denen er eigene Beiträge veröffentlichte. Durch die Foreninhalte und -diskussionen sei er zu der festen Überzeugung gelangt, dass sich seine Glaubensbrüder und -schwestern in einem permanenten globalen Krieg mit den USA befänden. Auf dem Computer und dem iPod des Attentäters fanden sich hunderte von dschihadistischen Dateien, so Vorträge des radikalen Predigers Anwar al-Awlaki und eine deutsche Übersetzung des Buchs „Die Verteidigung der muslimischen Länder“ des als Mentor von Osama bin Laden geltenden Abdallah Azzam.61

4. Mögliche Bekämpfungsstrategien
Die Terrorismusbekämpfung erreichte unmittelbar nach dem 11. September 2001 eine neue repressive Dimension, besonders in den USA mit dem US-Patriot Act. Die Ermittlungsbehörden wurden ermächtigt, im großen Stil Daten untereinander auszutauschen und eine weitreichende Überwachung wie Kontrolle der Zivilbevölkerung durchzuführen. Einschneidende Veränderungen gab es auch für Menschen ohne amerikanische Staatsbürgerschaft. Die direkt als „lone wolf“ bekannte Bestimmung erlaubt die spezielle Überwachung von Einzelpersonen, die keiner Terrorvereinigung zuzuordnen sind. Dazu war etwa auch der CIA ermächtigt, der vorher nur im Ausland tätig sein durfte. Der Patriot Act bestimmte überdies, dass Ausländer bei vorliegendem Verdacht ohne Gerichtsverfahren auf Anweisung des Justizministers für unbestimmte Zeit festgehalten werden dürfen. Da Einsame-Wölfe häufig aus dem so genannten Nichts kommen, darf die Effektivität der Bestimmungen bezweifelt werden. Anders als beim herkömmlichen, von Gruppen organisierten Terrorismus geht dem Anschlag nicht unbedingt eine Ausbildung in einem Terrorcamp voraus, sondern der Radikalisierungsprozess der Attentäter vollzieht sich wie etwa bei Breivik inmitten der Gesellschaft. Ungeachtet der anormalen Persönlichkeitsstruktur eines Breiviks (oder auch eines Franz Fuchs) wäre die Annahme ein falscher Ansatz in der Terrorismusbekämpfung, wonach Terroristen per se psychisch gestörte oder gar geistig kranke Persönlichkeiten seien. Damit wäre das rationale, minutiös geplante Vorgehen bei Ausführung übertüncht. Breivik wurde dann auch im Gerichtsurteil vom 24. August 2012 trotz eines gegenteiligen Gutachtens Zurechnungsfähigkeit attestiert.
Immer wieder diskutieren Experten der Terrorismusbekämpfung auch über die Rasterfahndung, ein Verfahren zur vernetzten Durchsuchung von Datenbeständen. Diese wurde in der Bundesrepublik in den 1970er Jahren für die Fahndung nach RAF-Terroristen entwickelt. Der Fall Franz Fuchs hätte ein durch die Rasterfahndung gelöster Fall werden können, wenn Fuchs nicht schon vor dem offiziellen Start der Rasterfahndung festgenommen worden wäre. Am 1. Oktober 1997 trat als Reaktion auf die Briefbombenattentate von Franz Fuchs ein Gesetz in Kraft, welches die damals umstrittene Rasterfahndung zuließ. Der Attentäter Fuchs wurde dann jedoch ohne Einsatz der Rasterfahndung eher zufällig am Tag des Inkrafttretens des Gesetzes verhaftet. Die Furcht von Fuchs vor der öffentlich breit diskutieren Rasterfahndung dürfte jedoch zu seiner Nervosität am Tage seiner Verhaftung, die dann zu auffälligem Verhalten führte, beigetragen haben. Doch auch Franz Fuchs gab zu, dass er Angst davor hatte, dass die Rasterfahnder vor offiziellem Start bereits Vorarbeit geleistet hatten. Ein Fuchs oder ein Breivik hatte zuvor keine Vorstrafen, war polizeilich nicht erfasst.Die Bekämpfung des Einsamer-Wolf-Terrorismus stellt die Sicherheitsbehörden vor höchst komplizierten Herausforderungen, die im Wesen dieses Terrorismus begründet sind:62

     
  • Einsame-Wolf-Terroristen operieren alleine und gehen äußerst diskret mit ihren geplanten Operationen um;
  •  
  • Obwohl es durchaus Warnzeichen (gerade im virtuellen Raum) geben kann, sind diese Terroristen wahrscheinlich sozial isoliert;
  •  
  • Grundsätzlich können sie aus ganz ideologischen Motiven handeln, die zudem mit persönlichen Kränkungen, Hasstiraden und Aversionen angereichert sind;
  •  
  • Prinzipiell ist es schwierig, zwischen gewalttätigen und nicht-gewalttätigen Extremisten zu differenzieren (das gilt insbesondere auch für den Fall „Breivik“ und der Diskussion um geistige Brandstiftung via islamfeindliche Blogs);
  •  
  • Einsame Wölfe führen oftmals nur eine einzige Tathandlung aus (das gilt für Breivik, nicht aber für den Briefbomber Franz Fuchs oder den Unabomber; es gibt also auch keine Terroristengenerationen (wie etwa im Fall der RAF).
     

Im Gegensatz zu den völlig isoliert handelnden Fanatikern sind in Terrornetzwerke eingebundene Attentäter aufgrund ihrer Reisebewegungen und Kommunikation wesentlich einfacher zu identifizieren und aufzuhalten. Aber auch Einsame-Wolf-Terroristen sind aufzuhalten. Ein gutes Jahr nach den Anschlägen in Norwegen warf eine von der norwegischen Regierung eingesetzte Untersuchungskommission den norwegischen Polizeibehörden schweres Versagen vor. In einem 481-seitigen Bericht kommen die von der Regierung bestellten Experten zu dem Schluss, dass „der Angriff auf das Regierungsviertel am 22. Juli 2011 hätte verhindert werden können durch die Umsetzung lange geforderter Sicherheitsmaßnahmen“. Umfassende Sicherungsmaßnahmen gegen Autobomben standen schon lange auf der politischen Agenda. Das sieht das norwegische Sicherheitsgesetz von 1998 vor. Weder Parlament noch Regierung verabschiedeten aber Ausführungsbestimmungen, nach denen dann Straßensperren oder Poller eingerichtet worden wären. Erst im Oktober 2010 wurden die nötigen Bestimmungen erlassen; sie traten am 1. Januar 2011 in Kraft, sollten aber erst nach einer Übergangsperiode von drei Jahren umgesetzt werden. So hatte Breivik am 22. Juli freie Fahrt zum Regierungsgebäude. Der Bericht nannte die Schwachstellen bei der Polizei „wohlbekannte Probleme“ wie etwa mangelnde Koordinierung zwischen einzelnen Dienststellen. So fuhren mehrere Polizeistreifen mehrmals hinter Breivik auf seinem Weg nach Utøya, ohne ihn anzuhalten – obwohl sein Kennzeichen der Polizei zu diesem Zeitpunkt schon bekannt war. Es wurde nur nicht an die Wagen weitergegeben. Auch das Morden auf Utøya hätte früher beendet werden können. Die Polizei hätte auch früher auf Utøya sein können. Die Notrufzentralen seien zudem überlastet gewesen. Berichte von Augenzeugen, die Breivik nach den Anschlägen im Osloer Regierungsviertel gesehen hatten, wurden nicht an die richtige Stelle weitergeleitet.63

5. Fazit
Der Fall des Täters „Breivik“ ist eine neue Dimension des Terrorismus, die nicht in ein klassisches Schema passt, zumal Terrorismus stark mit gruppenbezogenem Handeln assoziiert ist. Breivik, ein politisch motivierter Gewalttäter, passt eher in das narzisstische Handeln eines Einsamen-Wolf-Terroristen denn in klassischen Kategorien. Einsamer-Wolf-Terrorismus bezieht sich auf intendierte Akte, die von Personen begangen werden, welche individuell operieren, vorgeben, aus politischen Überzeugungen zu handeln, nicht einer organisierten Terrorgruppe oder einem Terrornetzwerk angehören, die ohne direkten Einfluss eines Anführers oder einer irgendwie gearteten Befehls- und Gehorsamshierarchie handeln, dabei für die Propaganda, die kommunikative Verbreitung ihrer extremistischen Ideologie selbst sorgen und deren Taktik wie Methoden umgesetzt werden von dem Individuum ohne direkten Befehl oder direkter Führung von außen.
Die barbarische Gewaltanwendung wie die Selbststilisierung des Terroristen, nicht nur durch sein 1500-Seiten-Manifest machen eine nüchterne Auseinandersetzung schwierig. Andererseits ist diese geboten, zumal der Täter sich selbst derartig drastisch radikalisiert hat und im Gerichtsurteil als zurechnungsfähig gilt. Sein minutiöses Vorgehen weist stark rationale Züge auf, die mit Phasen der Radikalisierung, Selbstisolierung und Entemotionalisierung zu charakterisieren sind. Auch ideologisch passt der Täter mit seinem vornehmlich plagiierten Substrat nur schwer in klassische Kategorien, besonders in die des Rechtsextremisten. Durch sein Weltbild steht er aber einem Weltbild nahe, das in Multikulturalismus und Islamismus die ideologischen Feindbilder sieht. Durch den gemeinsamen Feind ergibt sich eine gewisse Anschlussfähigkeit zum Rechtsextremismus, die aber nicht zu einer Etikettierung Breiviks als Rechtsextremisten, höchstens als Rechtsterroristen mit ausgeprägtem kulturellem Fremdenhass besonders gegenüber dem Islam führen darf. Gleichwohl gibt es manche Berührungspunkte, etwa die Anschuldigung, dass „Kulturmarxisten“ die politische Korrektheit verursacht haben.
Im Rechtsterrorismus ist es üblich, dass der ideologische Gegenpart bekämpft wird. Von „rechts“ politisch motivierte Gewaltkriminalität wird häufig als Problem der intellektuell minderbegabten Jugendlichen mit pathologischen Störungen des Sozialverhaltens diagnostiziert.64 Breivik ist sicherlich kein Intellektueller, doch war er in der Lage, eine komplex-wirre und doch rational begründete politische Botschaft zu hinterlassen, zu der es trotz der Plagiate einiger (großer) Anstrengung bedurfte. Dies ist entscheidend dafür, dass Breivik im Urteil vom 24. August 2012 als politischer Extremist verurteilt wurde und nicht als geistig gestörter Fanatiker. Die Entscheidung des Gerichts ist nicht nur im Sinne des Angeklagten, der von Anfang an auf seine Schuldfähigkeit gepocht hatte und der das Urteil dann auch mit einem Lächeln entgegennahm. Es erfüllt Breiviks Bedürfnis, sich selbst als „politischer Gefangener“ fühlen zu dürfen. Er entschied, bei dieser Entscheidung nicht in Berufung zu gehen (ebenfalls wie die Staatsanwaltschaft).
Paradoxerweise hofften Täter und Opfer(angehörige) auf dasselbe Urteil, während die Staatsanwaltschaft auf „im Zweifel nicht-schuldig“ plädierte und ihn für unzurechnungsfähig mit der Folge einer Einweisung in die Psychiatrie erklären wollte. Der Täter erklärte zuvor, letzteres sei schlimmer als der Tod. Das macht ihn zum politisch bewegten Fanatiker. Dies mag auch die Staatsanwaltschaft bewegt haben, im „begründeten Zweifel an der psychischen Gesundheit des Angeklagten“ auf schuldunfähig zu plädieren.65 Das Gericht begründete die Entscheidung wie folgt: „Uns stehen zwei Gutachter-Gruppen mit zwei qualitativ unterschiedlichen Diagnosen gegenüber. Wo die Sachverständigen Husby und Sørheim psychotische Zwangsvorstellungen finden, sehen die Sachverständigen Aspaas und Tørrisen extreme politische Auffassungen [...]. Das Gericht hat die Möglichkeit erwogen, dass es der Angeklagte geschafft hat, seine eventuellen psychotischen Symptome zu verbergen. Die Beweisführung während des Prozesses stützt dies aber wenig. […] Was die Interpretation der Sachverständigen Husby und Sørheim von den übrigen unterscheidet, ist vor allem ihr Versäumnis, die extremen Aussagen des Angeklagten im Licht der rechtsextremen Subkultur zu betrachten, der er anzugehören behauptet.“66
Oftmals existiert die Annahme, der Terrorismus korreliere mit dem politischen Entwicklungsstand eines Landes: Je demokratischer, rechtsstaatlicher, sozial gerechter ein Gemeinwesen sei, desto besser sei es gegen terroristische Angriffe aus der eigenen Gesellschaft gefeit. Im Fall „Breivik“ trifft das nicht zu. Norwegen ist ein wohlhabendes Land, mit einer funktionierenden Demokratie und ohne größere Immigrationsprobleme oder soziale Spaltungen. Anders Behring Breivik hatte vor Gericht ausgesagt, dass er zur Waffe gegriffen habe, weil die politisch korrekte norwegische Gesellschaft seine Meinung und die anderer Radikaler ausgrenze und somit keine wirklich demokratische Gesellschaft sei.
Bei dem Massenmörder Breivik fällt auf, wie stark virtuelle Räume und das Internet an sich zu böswilligen Zwecken genutzt werden können. Der Täter stand in Kontakt mit anderen Menschen, nicht physisch, aber virtuell, von einem kleinen Zimmer bei seiner Mutter aus. Auf der Insel agierte er wie einer seiner Helden im Gewaltspiel oder wie er sich selbst sieht, als Gladiator (einer seiner Lieblingsfilme auf Breiviks Facebook-Seite). Eine Diskussion um geistige Brandstiftung durch Internet, Blogs und Gewaltspiele liegt daher nahe und muss geführt werden. Die Lehren aus dem Fall „Breivik“ sind folgende: 

     
  • Narzissmus und persönlicher Misserfolg;
  •  
  • Selbstradikalisierung ohne polizeiliche Auffälligkeit;
  •  
  • Minutiöse Planung theoretisch und praktisch in jahrelanger Eigenregie (im Manifest auch detaillierte Pläne zu den terroristischen Ausführungen);
  •  
  • hohes Maß an operativer Intelligenz (Umsetzung an zwei verschiedenen Orten; perfide Verkleidung als Polizist auf der Insel etc.);
  •  
  • ungeachtet der anormalen und antisozialen Persönlichkeitsstruktur rationales Vorgehen;
  •  
  • gezielte Entemotionalisierung;
  •  
  • Massaker als geplantes und gezieltes Ermorden;
  •  
  • Aufbau einer eigenen virtuellen Wahn- und Parallelwelt mit exzessiven Internetaktivitäten;
  •  
  • Geistiger Nährboden durch den grassierenden europäischen Antiislamdiskurs im Sinne eines bösartig interpretierten und missbrauchten „Kampf der Kulturen“;
  •  
  • Aufbau einer individualisierten Kränkungsideologie, die nur schwer in ein Schema passt;
  •  
  • Versuch, sich selbst mit vielen Labels in Szene zu setzen (christlicher Fundamentalist, Tempelritter etc. sowie ein Andocken an rechtspopulistische und rechtsextremistische Organisationen, ohne wirklich dazuzugehören; Mär von politischen Zellen);
  •  
  • Selbststilisierung des Täters zum Retter „gegen Entmarxismus“ und Islamismus;
  •  
  • Propagandistischer „Feldzug“ und Andocken an das Böse als terroristische Kommunikationsstrategie mit dem Ziel einer Unterstützungsgemeinschaft;
  •  
  • Propagandistisches Ziel, als Ein-Mann-Zelle in einem angeblichen Zellsystem neue Zellen zu inspirieren mit dem Fokus auf die im „Manifest“ dargelegten Ziele;Grenzenloser Fanatismus (immer wieder spricht der Täter davon, dass er noch gerne mehr gemordet hätte, auch in seinem abgebrochenen Schlussplädoyer am 24. August 2012);
  •  
  • Terrorismus unabhängig vom Zustand des Landes (Norwegen als Wohlstandsdemokratie ohne größere Immigrationsprobleme).
     

Anders Behring Breivik kann auch als Produkt des besonders virtuell grassierenden europäischen Antiislamdiskurses gesehen werden. Einsame-Wolf-Terroristen basteln sich dennoch natürlich als Spiegel der gesellschaftlichen Paradigmata ihr Denkgebäude selbst zusammen, das persönliche Frustrationen und eigene Konstruktionen einschließt. Ihre Botschaften sind dann fanatisch-paranoide Kränkungsideologien. Gerade deshalb lassen sich politisch motivierte Einzeltäter untereinander weitaus besser vergleichen. Breiviks Behauptung, Teil einer fingierten Gruppierung zu sein, lässt etwa Parallelen zu Franz Fuchs, wie er ein Rechtsterrorist, zu, der ebenfalls die Existenz einer imaginären Organisation behauptete. Vieles ist aber auch allein durch die für Einsame-Wolf-Terroristen unübliche Quantität des Mordens neu.
Offenbar kann der Kleinzelltäter eine freiheitliche Gesellschaft bis ins Mark erschüttern. Gerade deshalb ist diese Kategorie als Phänomen sui generis innerhalb des Terrorismus zu betrachten, nicht als ein analytisch zu vernachlässigender Sonderfall des Terrorismus. Politik, Behörden und Öffentlichkeit sollten sich von der tradierten Vorstellung lösen, dass feste Organisationen und Kommandostrukturen hinter Anschlägen stecken müssen. Dieses Bild ist nach RAF, Rote Brigaden, IRA und al-Qaida immer noch virulent. Letztere selbst spricht neuerdings von der brutalen Effektivität des Einsamen-Wolf-Terroristen, der wie Breivik entgegen dem Klischee eben nicht emotional handelt, sondern entemotionalisiert, kühl-berechnend.

Anmerkungen
Vgl. auch eine längere Auseinandersetzung mit dem Thema Florian Hartleb: Die Analyse des Falls „Breivik“: Einsamer Wolf-Terrorismus als wichtiges, aber vernachlässigtes Phänomen sui generis innerhalb des Terrorismus, in: Martin H. W. Möllers/Robert Chr. van Ooyen (Hrsg.): Jahrbuch für öffentliche Sicherheit 2012/2013, Frankfurt a. M.: Verlag für Polizeiwissenschaft 2012, S. 71-92.
Vgl. Florian Hartleb: Kommentar Kleinzelltäter. Anders Breivik und die Nazi-Attentäter des NSU haben eines gemeinsam: Für ihre Morde brauchten sie keine Zelle, in: The European vom 5. August 2012, www.theeuropean.de/florian-hartleb/11876-terroristische-einzeltaeter (abgerufen am 24. August 2012).
Armin Pfahl-Traughber vermisst bei den Behörden, die er „von innen“ kennt, die „analytische Phantasie“, das Denken in Szenarien. Vgl. ders.: Rechter Terror. Morden im toten Winkel, in: Das Parlament vom 16. Juli 2012, S. 1.
Uwe Backes: Formen und transnationale Netze im Vergleich, in: Politische Studien, 63 (2012) 5-6, S 56-67, hier S. 56.
Vgl. www.spiegel.de/politik/ausland/toulouse-attentaeter-passt-ins-bild-islamistischer-einzeltaeter-a-822829.html (abgerufen am 18. Juli 2012).
Vgl. mit Originalbeleg www.spiegel.de/politik/deutschland/urteil-wegen-mordes-lebenslange-haftstrafe-fuer-frankfurter-flughafen-attentaeter-a-814538.html (abgerufen am 18. August 2012).
www.worldnewstribune.com/2012/08/19/al-qaida-online-ads-seek-lone-wolf-terrorists-to-carry-out-an-entire-jihad/ (abgerufen am 23. August 2012).
www.sueddeutsche.de/politik/attentaeter-mohamed-merah-vom-kleinkriminellen-zum-terroristen-1.1316634 (abgerufen am 25. August 2012).
www.spiegel.de/panorama/justiz/frankreich-neue-erkenntnisse-im-fall-mohamed-merah-a-851714.html (abgerufen am 25. August 2012).
Vgl. www.tagesspiegel.de/weltspiegel/urteil-ueber-massenmoerder-breivik-breivik-wollte-auf-keinen-fall-fuer-unzurechnungsfaehig-erklaert-werden/7051596-2.html (abgerufen am 27. August 2012).
So der Experte Guido Steinberg in der Mitteldeutschen Zeitung vom 23. Juli 2011.
Vgl. Pelle Billing/Kristian Stålne: Learning from the Unfathomable: An Analysis of Anders Behring Breivik, in: Internal Review, (2011) 7, S. 149-160, hier S. 151.
Vgl. Barbara Zehnpfennig: Hitlers „Mein Kampf“. Eine Interpretation, München 2006.
www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/norwegen/3095242/tscheche-wollte-offenbar-breivik-imitieren.story (abgerufen am 15. August 2012).
Obama: biggest fear is the lone wolf. CNN Situation Room, 16. August 2011, security.blogs.cnn.com/2011/08/16/obama-biggest-terror-fear-is-the-lone-wolf/, abgerufen am 16. Juli 2012.
Vgl. diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/1264587/Terror_Einsamer-Wolf-groesste-Bedrohung-in-London, abgerufen am 14. Juli 2012.
Vgl. Martha Grenshaw: The Psychology of Terrorism: An Agenda for the 21st Century, in: Political Psychology, S. 405- 420, hier S. 410.
Vgl. statt vieler Wolfgang Kraushaar (Hrsg.): Die RAF und der linke Terrorismus, Hamburg 2006.
Vgl. Melani Barlai/Florian Hartleb: RAF und Al Qaida. Ein psychologischer Vergleichsansatz der Motive, Ziele und Mittel, in: Martin H. W. Möllers/Robert Chr. van Ooyen (Hrsg.): Jahrbuch für öffentliche Sicherheit 2008/2009, Frankfurt a. M. 2009, S. 227-234.
Vgl. Bruce Hoffmann: Inside Terrorism, New York 2000, S. 42-43.
Vgl. Uwe Backes: Auf der Suche nach einer international konsensfähigen Terrorismusdefinition, in: Martin H.W. Möllers/Robert Ch. van Ooyen (Hrsg.), Jahrbuch Öffentliche Sicherheit 2002/03, Frankfurt a.M. 2003, S. 153-165. Auch das von Backes mit Eckhard Jesse seit 1989 herausgegebene Jahrbuch Extremismus & Demokratie (nun auch mit Alexander Gallus) hat sich dem Phänomen des Einzeltäterterroristen noch nicht gewidmet.
Vgl. etwa Christian Büttner: Mit Gewalt ins Paradies. Einige psychologische Anmerkungen zu Terror und Terrorismus, in: Politische Studien, 53 (2002) 11/12, S. 21-41, hier 22.
Peter Waldmann: Determinanten des Terrorismus, Weilerswist 2005, S. 15.
So in einer genauen Auswertung Ramón Spaaij: Understanding Lone Wolf Terrorism. Global Patterns, Motivations and Prevention, Heidelberg u. a. 2012.
Vgl. Astrid Bötticher/Miroslav Mareš: Extremismus. Theorien – Konzepte – Folgen, München 2012, S. 63.
Vgl. auf Grundlage Ramón Spaaij: The Enigma of Lone Wolf Terrorism. An Assessment, in: Studies in Conflict & Terrorism, 33 (2010), S. 854-870.
Zitiert nach www.wissen57.de/morderische-abgrunde-gibt-es-in-allen-menschen.html (abgerufen am 17. Juli 2012).
Vgl. beispielsweise von Nathan R. Springer: Patterns of Radicalization. Identifying the matters and warning signs of domestic lone wolf terrorists in our midst, California 2009, master thesis, www.dtic.mil/cgi-bin/GetTRDoc (abgerufen am 12. August 2012).
www.das-parlament.de/2012/29-31/Themenausgabe/39830572.html (abgerufen am 26. August 2012).
Vgl. www.openthesaurus.de/synonyme/einsamer+Wolf (abgerufen am 11. Juni 2012).
diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/680543/Internet-als-Jagdgebiet-der-einsamen-Woelfe (abgerufen am 12. Mai 2012).
So Uwe Backes: Formen und transnationale Netze im Vergleich, in: Politische Studien, 63 (2012) 5-6, S 56-67, hier S. 66.
www.marx-forum.de/philosophie/personen/personen_b/bakunin.html (abgerufen am 26. August 2012).
Vgl. Lenin: Was tun?, www.marxists.org/deutsch/archiv/lenin/1902/wastun/anmerk.htm, siehe Fußnote 4, abgerufen am 14. August 2012.
Vgl. Walter Laqueur: The New Terrorism: Fanaticism and the Arms of Mass Destruction, New York 1999, S. 3-4.
www.zeit.de/1996/17/titel.txt.19960419.xml (abgerufen am 12. Juni 2012).
Vgl. Florian Hartleb: Extremismus in Österreich, in: Eckhard Jesse/Tom Thieme (Hrsg.): Extremismus in den EU-Staaten, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2011, S. 265-281, insb. S. 277 f.
Die schreienden Auftritte im späteren Gerichtsprozess deuten zumindest auf eine starke Persönlichkeitsstörung hin. Dort brüllte er, wohl eine geplante Inszenierung bis zur Heiserkeit und zu einem Prozessausschluss Parolen wie „Ausländerbrut: Nein, danke! Minderheitenprivilegien: Nein, danke! Tschuschenregierung: Nein, danke!“ Als Ziel der Bajuwarischen Befreiungarmee nannte Fuchs, die slawische Völkerwanderung zu stoppen. Sein freilich irrationaler Hass ergab sich wohl aus persönlichen Motiven. Fuchs lebte im Grenzgebiet zu Slowenien.
Vgl. Sebastian Reinfeldt: Nicht-wir und Die-da. Studien zum rechten Populismus, Wien 2000, S. 188.
Vgl. zu diesen Angaben, einschließlich der biografischen Angaben des Täters und den technischen Details der Anschläge Bundesinnenministerium für Inneres (Hrsg.): Staatsschutzbericht 1997, Wien 1998, S. 34-36.
So Pelle Billing/Kristian Stålne: Learning from the Unfathomable: An Analysis of Anders Behring Breivik, in: Internal Review, (2011) 7, S. 149-160, hier S. 151.
Vgl. Forian Hartleb: unveröffentlichtes Vortragsmanuskript, Regional Centre for Strategic Studies über 
„Europe under shock. Terrorism in Norway. Causes and Consequences“ am 23. August 2011 in Colombo/Sri Lanka.
Vgl. Bernhard Schmid: Distanzieren, leugnen, drohen. Die europäische extreme Rechte nach Oslo, Münster 2011.
„Die politische Position des Anders Breivik ordnet sich ziemlich gut ein in die Positionen des europäischen Rechtspopulismus“, sagte Tim Spier fälschlicherweise in der Financial Times vom 26. Juli 2011. www.ftd.de/politik/international/:attentate-in-norwegen-rechte-in-europa-spielen-unschuldslamm/60083830.html (abgerufen am 27. Juli 2011).
Bat Ye’or: Eurabia: The Euro-Arab Axis, Madison 2005.
www.guardian.co.uk/world/2012/apr/20/anders-behring-breivik-edl-trial (abgerufen am 18. August 2012).
Vgl. www.n-tv.de/politik/Extremist-inspirierte-Breivik-article3929486.html (abgerufen am 12. August 2012); www.zeit.de/2012/21/DOS-Breivik (abgerufen am 12. August 2012).
Skandalös hingegen war die Äußerung von Mario Borghezio, Europa-Abgeordneter der italienischen Lega Nord, der das Pamphlet des Attentäters verteidigte: „100 Prozent der Ideen Breiviks sind richtig, manche sind sogar ausgezeichnet“; einen Tag später korrigierte sich Borghezio.
Vgl. Massimo Introvigne: Wahnhafte Mission. Die krude Gedankenwelt des norwegischen Attentäters Anders Breivik, in: Sonntagsblatt vom 19. August 2011, www.sonntagsblatt-bayern.de/news/aktuell/2011_31_01_01.htm (abgerufen am 17. August 2012).
Ramón Spaaij: Understanding Lone Wolf Terrorism. Global Patterns, Motivations and Prevention, Heidelberg u. a. 2012, S. 44.
Vgl. www.focus.de/politik/ausland/terror-in-norwegen/tid-27038/liveticker-zum-urteil-in-oslo-angehoeriger-breivik-soll-im-gefaengnis-verrotten_aid_805766.html (abgerufen am 24. August 2012).
www.spiegel.de/panorama/justiz/anders-breivik-schickte-brief-an-beate-zschaepe-a-833992.html (abgerufen am 15. August 2012).
So Armin Pfahl-Traughber: Geschichte des Rechtsterrorismus in Deutschland, in: Einsichten und Perspektiven, (2012) 1, 192.68.214.70/blz/eup/01_12/5.asp (abgerufen am 15. August 2012).
Vgl. www.spiegel.de/panorama/justiz/attentaeter-anders-breivik-lobt-al-qaida-vor-gericht-a-828103.html (abgerufen am 22. August 2012).
Vgl. www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/norway/8658269/Norway-shooting-Anders-Behring-Breivik-plagiarised-Unabomber.html (abgerufen am 22. August 2012).
Zitiert nach www.fr-online.de/die-neue-rechte/prozess-anders-behring-breivik-es-wird-einsam-um-den-faschisten-breivik,10834438,16304338.html (abgerufen am 16. August 2012).
Zitiert nach www.guardian.co.uk/world/2012/apr/14/breivik-trial-norway-mass-murderer (abgerufen am 26. August 2012).
Vgl. die eigenen Angaben des Blogs gatesofvienna.blogspot.it/2011/07/comments-by-breivik-at-gates-of-vienna.html (2. August 202).
www.focus.de/politik/ausland/terror-in-norwegen/tid-23069/psychogramm-eines-killers-zweifel-an-der-existenz-der-tempelritter_aid_649235.html (abgerufen am 17. August 2012).
www.nytimes.com/2011/07/24/world/europe/24oslo.html (abgerufen am 18. August 2012).
www.spiegel.de/politik/deutschland/urteil-wegen-mordes-lebenslange-haftstrafe-fuer-frankfurter-flughafen-attentaeter-a-814538.html (abgerufen am 24. August 2012).
Vgl. Ramón Spaaij: Understanding Lone Wolf Terrorism. Global Patterns, Motivations and Prevention, Heidelberg u. a. 2012, S. 83.
www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article108601040/Breivik-hatte-freie-Fahrt-bis-ins-Regierungsviertel.html (abgerufen am 16. August 2012).
Wolfgang Frindte: Rechtsextreme Gewalt – sozialpsychologische Erklärung und Befunde, in: Hans-Werner Bierhoff/Ulrich Wagner (Hrsg.): Aggression und Gewalt. Phänomene, Ursachen und Interventionen, Stuttgart 1998, S. 165-205, hier S. 186.
www.focus.de/panorama/diverses/kommentar-westdeutsche-zeitung-breivik-der-massenmoerder-und-seine-schuld-ein-kommentar-von-peter-kurz_aid_806259.html (abgerufen am 24. August 2012).http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/thema_nt/article108789095/Wortlautauszuege-aus-dem-Breivik-Urteil.html (abgerufen am 24. August 2012).