Termine
Der 5. Berliner Fachkongress „Nationale Sicherheit und
Bevölkerungsschutz„ findet am 10. und 11. März in Berlin, Berliner
Rathaus, Rathausstraße 15 statt.
Mehr unter http://www.homeland-sec.de/
Vom 2. bis 3. Februar 2010 findet im Berliner Congress Center der 13.
Europäische Polizeikongress „Globale Sicherheit - Eine Herausforderung für
Europa„ statt. Mehr:
www.europaeischer-polizeikongress.de
Bei der renommierten Münchener Konferenz für Sicherheitspolitik werden
vom 5. bis 7. Februar 2010 rund 300 hochrangige internationale Experten
über Sicherheitsthemen diskutieren. Mehr:
http://www.securityconference.de/
Der 48. Deutsche Verkehrsgerichtstag (VGT) findet vom 27. bis 29.
Januar 2010 in Goslar statt. Einzelheiten zum Programm unter
www.deutsche-verkehrsakademie.de
Polizei
Kritisch beobachtet: Zentrale Beschwerdestelle Polizei
Unter den kritischen Augen der GdP hat am 1. September 2009 die Zentrale
Beschwerdestelle Polizei (ZBP) in Sachsen-Anhalt ihre Arbeit aufgenommen. Sie
soll, so Innenminister Holger Hövelman, zu einem guten, vertrauensvollen
Verhältnis zwischen der Polizei und den Bürgerinnen und Bürgern beitragen. Die
ZBP ist Ansprechpartnerin sowohl für Bürgerinnen und Bürger als auch für
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizei.
Die Beschwerdestelle wird im Innenministerium, aber außerhalb der
Polizeiabteilung eingerichtet und untersteht unmittelbar dem Staatssekretär. Sie
wird bewusst auch räumlich getrennt vom Innenministerium in Magdeburg
untergebracht. Die ursprünglich angedachte Organisationsform außerhalb des
Ministeriums beim Landespräventionsrat konnte aufgrund rechtlicher Bedenken
nicht verwirklicht werden. Die jetzt gewählte Form ist das Ergebnis einer
Fachtagung in der Fachhochschule Polizei im Frühjahr diesen Jahres.
Die ZBP wird fünf Mitarbeiter haben, Leiter wird Kriminaloberrat Frank Bendzka.
Die GdP will die Arbeit der Einrichtung in der Testphase beobachten und dann
bewerten. Mehr: www.cop2cop.de
Kriminalität
Tendenz steigend: Internetkriminalität
Bereits jeder zweite Internetnutzer in Deutschland wurde nach Angaben des
Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien (Bitkom)
Opfer von Kriminalität im Internet, meist durch Viren oder andere
Schadprogramme. BKA-Präsident Jörg Ziercke rechnet zukünftig mit einem
deutlichen Anstieg der Internetkriminalität, insbesondere mit einer Zunahme von
„Phishing„, dem Abgreifen von Zugangsdaten bei Online-Bankgeschäften. „Phishing
ist für mich der Bankraub des 21. Jahrhunderts, so Ziercke. Die Zusammenarbeit
von BKA und Bitkom, von Polizei und Wirtschaft solle weiter ausgebaut werden, so
Ziercke. Aber auch die Nutzer müssten sich auf dem Laufenden halten, um sich
bestmöglich vor Internetkriminalität zu schützen. Mehr:
www.bka.de und
www.bitkom.org/de/presse/8477_61310.aspx
Dunkelfeld groß: Lagebericht Korruption 2008
Die hohen materiellen und immateriellen Schäden, die der Gesellschaft durch
Korruption entstehen, unterstrich BKA- Präsident Jörg Ziercke bei der
Vorstellung des „Bundeslagebildes Korruption 2008„. Der Korruptionsbekämpfung
mit wirksamen präventiven und repressiven Maßnahmen komme daher auch zukünftig
eine zentrale Bedeutung zu. Im Jahr 2008 wurde in 1.808 Korruptionsverfahren
ermittelt, was einem Anstieg von rund 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr
(1.599) entspricht. Ein Großteil der Ermittlungsverfahren (88 Prozent) betraf
den Bereich der strukturellen Bestechung. Die Zahl der vom BKA und den
Landespolizeidienststellen registrierten Korruptionsstraftaten ist um etwa 10
Prozent zurückgegangen: 2008 wurden 8.569 Fälle gemeldet; 2007 waren es 9.563.
Bei den so genannten Begleitdelikten wurde im Jahr 2008 mit 2.529 Fällen (2007:
1.478) der höchste Wert der vergangenen vier Jahre registriert. Weiterhin müsse
man von einem hohen Dunkelfeld ausgehen und tendenziell müsse man, nicht zuletzt
aufgrund der derzeitigen globalen Wirtschafts- und Finanzkrise, von eher
steigenden Fallzahlen ausgehen – so die Einschätzung des BKA. Die Organisation
Transparency International Deutschland erläutert in ihrer aktuellen
Mitgliederzeitschrift unter dem Titel „Hoffen auf eine Koalition gegen
Korrunption„ ihre Erwartungen an die neue Bundesregierung. Mehr:
www.transparency.de/Home.
1226.0.html und www.bka.de (Berichte /
Statistiken / Kriminalitätslage)
Europaweit aktiv: OK-Gruppierungen aus dem Balkan
Die Aktivitäten der Organisierten Kriminalität in Südosteuropa haben
Einfluss auf die politische und wirtschaftliche Entwicklung in der Region. Das
hat eine Internationale Forschungskonferenz des BKA zur Organisierten
Kriminalität ergeben, die Ende September 2009 in Frankfurt am Main stattfand.
OK-Gruppierungen aus dem Balkan verfügten zudem über Strukturen und Netzwerke,
mit denen sie in ganz Europa agieren könnten. Die internationale Zusammenarbeit
zwischen staatlichen, universitären und unabhängigen Forschungsstellen bleibe
daher ein wichtiger Bestandteil bei der Bekämpfung der Organisierten
Kriminalität in Europa.
Ziel der Tagung war, einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur
Organisierten Kriminalität in Südosteuropa zu gewinnen. Ein Augenmerk lag auf
der Zusammensetzung von OK-Gruppen und der Entstehung illegaler Märkte.
Eingehend beleuchtet wurden außerdem die methodischen Vorgehensweisen
südosteuropäischer Staaten gegen Menschen- und Kinderhandel zum Zweck der
sexuellen Ausbeutung, illegale Migration, der internationale Rauschgifthandel
sowie Korruption.
Das Bundeslagebild 2008 zur Organisierten Kriminalität finden Sie auf der
Homepage des BKA unter www.bka.de/ unter
Berichte und Statistiken / Kriminalitätslage.
Kriminalprävention
Explosiv: Lehrerhandreichung „Alles im Griff„
Wer mit Kindern zu tun hat, weiß: Vor allem Jungen werden magisch angezogen,
wenn es irgendwo knallt, stinkt und qualmt. Im Internet kursieren zig
Anweisungen, die Laien erklären, wie sie Eigenlaborate herstellen können. Mit
der Änderung des Waffengesetzes im April 2008 wurden derartige
Sprengvorrichtungen als Verbotene Waffe erfasst. Demnach macht sich also nicht
nur derjenige strafbar, der eine Sprengvorrichtung besitzt, sondern auch jemand,
der zur Herstellung eines Sprengsatzes - z. B. über eine Bauanleitung im
Internet - anleitet! Das Medienpaket „Alles im Griff„ unterstützt Lehrer bei der
Vorbereitung von Unterrichtseinheiten zum Thema. Die pdf-Handreichung und der
begleitende Film können im Internet heruntergeladen werden unter
www.polizei-beratung.de/mediathek/medienpakete
Technik
Fliegende Augen: R2D2’s Urenkel im Real-Einsatz
Drohnen und Roboter haben offenbar Zukunft. Nach einem Bericht der
VDI-Nachten vom 9.10.2009 spielt die US-Airforce in einer Studie mit dem
Gedanken, künftig ganz auf Piloten zu verzichten. Neben großen, waffentragenden
Flugkörpern spielen Mikrodrohnen und insektenähnliche Roboter in den Visionen
der Militärs eine tragende Rolle. Den Maschinen wird auch im zivilen Bereich
eine große Zukunft prognostiziert. Kritiker warnen allerdings vor einer
lückenlosen Überwachung. Mehr:
www.vdi-nachrichten.de
Schnell und fehlerfrei: Domea hilft Ermittlern
Eine schnelle, einheitliche und fehlerfreie Übertragung von
Laborergebnissen, zum Beispiel DNA-Spuren, an die ermittelnden Stellen ist
Voraussetzung dafür, dass technische Möglichkeiten und Neuentwicklungen der
polizeilichen Arbeit vor Ort auch wirklich zugute kommen. Das im
rheinland-pfälzischen Landeskriminalamt (LKA) entwickelte System
„Dokumentenmanagement und elektronische Archivierung„ (Domea) minimiert Fehler
bei der Erfassung und Übermittlung von Laborinformationen. „Die Kriminalpolizei„
wird in ihrer kommenden Ausgabe ausführlich berichten.
Rettungsdienst
Eine für alle: Erste Kooperative Regionalleitstelle
In Harrislee im Kreis Flensburg wurde Ende September 2009 die erste
Kooperative Rettungsleitstelle Deutschlands in Betrieb genommen. Polizei,
Feuerwehr und Rettungsdienst in den Kreisen Schleswig-Flensburg, Nordfriesland
und in der Stadt Flensburg werden künftig von einem Neubau auf dem Gelände der
Landesfeuerwehrschule in den Einsatz gerufen. Mehr:
http://www.schleswig-holstein.de/IM/DE
Wissenschaft und Forschung
Alles im Blick: Indect macht’s möglich
Ein Forschungsprojekt der Europäischen Union soll klären, wie die
bestehenden Überwachungstechniken in einem Instrument zusammengefasst werden
können. Das Projekt Indect (Intelligent information system supporting
observation, searching and detection for security of citizens in urban
environment„) ist auf fünf Jahre angelegt und soll unter anderem das Internet
durchsuchen und Informationen aus dem Netz mit anderen Datenbanken verknüpfen.
Wer beispielsweise bei YouTube ein Drohvideo gepostet hat, der soll mithilfe von
Überwachungskameras gesucht, via Suchmaschine identifiziert und mittels
tragbarer Geräte von Polizisten verfolgt werden können, schreibt DIE ZEIT.
Mehr:
http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2009-09/indect-ueberwachung
Verwaltung
Erstmals aktiv: Bundesstelle zur Verhütung von Folter
Die „Bundesstelle zur Verhütung von Folter mit Sitz in Wiesbaden und
organisatorisch angebunden an die Kriminologische Zentralstelle – KrimZ – hat am
1. Mai 2009 ihre Arbeit aufgenommen. Damit hat die Bundesrepublik Deutschland
die Vorgaben des Anti-Folter-Abkommens der Vereinten Nationen sowie das
ergänzende OPTAC-Protokoll umgesetzt. Danach soll jeder Vertragsstaat einen
„Unterausschuss zur Prävention„ einrichten, der zur Verhütung von Folter
regelmäßig Besuche an Orten durchführt, an denen Personen die Freiheit entzogen
ist. Im August 2009 fand ein erster offizieller Inspektionsbesuch der
Bundesstelle zur Verhütung von Folter bei der Bundespolizeiinspektion am
Flughafen Düsseldorf statt.
Die deutsche Bundesstelle ist zuständig für entsprechende Einrichtungen auf
Bundesebene. Vergleichbare Stellen auf Länderebene gibt es bisher nicht. Mehr:
www.antifolterstelle.de
Justiz
Immer öfter: Schlichtung nach Straftaten
Durch den Täter-Opfer-Ausgleich (TAO) nach Straftaten kann häufiger
Rechtsfrieden hergestellt werden, so Gerd Delattre vom Verein „Tatausgleich und
Konsens„ am Rande einer Fachtagung in Mainz. Bei leichteren Straftaten werde das
Verfahren nach einem direkten Gespräch zwischen Täter und Opfer gegen eine
Wiedergutmachung eingestellt. Der Leitende Mainzer Oberstaatsanwalt Klaus
Puderbach, der auch Vorsitzender des Vereins „Tatausgleich und Konsens„ ist,
plädierte dafür, auch bei schweren Straftaten die Chancen des TAO zu nutzen.
Eine Schlichtung könne zum Rechtsfrieden beitragen, und im Ergebnis gebe es
keinen Unterschied zwischen schweren und leichten Verbrechen. Diese Frage wurde
im Rahmen der Fachtagung jedoch kontrovers diskutiert.
Allein in Mainz wird es im Jahr 2009 voraussichtlich anstelle von bisher rund
700 bis zu 900 Schlichtungsfälle geben, so Puderbach.
Mehr:
www.allgemeine-zeitung.de/region/mainz/meldungen/7619440.htm
Buntes
Ein „Hoch„ auf den Bobby: 180 Jahre reguläre Polizei
Vor 180 Jahren, genau am 29. September 1829, gingen die ersten Londoner
Polizisten auf Streife – in blauem Frack und mit hohem Zylinder. Schnell
verpasste man ihnen den Namen „Bobby„, nach dem britischen Innenminister Robert
„Bobby„ Peel, dem der „London Metropolitan Police Service„ – und damit die erste
reguläre Polizei der Welt - seine Existenz verdankt. Mehr über den Bobby damals
und heute unter www.dradio.de/dkultur